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Wolf Alice, Hamburg, 11.11.2022

Wolf Alice so sensationell wie sympathisch, die Band überwältigt von der Euphorie im Haus und so ging der Abend irgendwann durchs Dach. Hatte nicht erwartet, daß sie in einem solchen Sturm der Liebe stehen würden. Rote Rosen, BHs, alle Arten von Allem landeten auf der Bühne. Eine Band, wie es irgendwie schon länger keine Band mehr gab.

Bad Smartphone Pics:

Wolf Alice, Hamburg, Große Freiheit 36, 11.11.2022.
Wolf Alice, Hamburg, Große Freiheit 36, 11.11.2022.
Wolf Alice, Hamburg, Große Freiheit 36, 11.11.2022.
Wolf Alice, Hamburg, Große Freiheit 36, 11.11.2022.
Wolf Alice, Hamburg, Große Freiheit 36, 11.11.2022.
Wolf Alice, Hamburg, Große Freiheit 36, 11.11.2022.
Wolf Alice, Hamburg, Große Freiheit 36, 11.11.2022.
Wolf Alice, Hamburg, Große Freiheit 36, 11.11.2022.
Wolf Alice, Hamburg, Große Freiheit 36, 11.11.2022.

Video Playlist:

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Tale of a Vampire

Ich half Lord Byron, eine bestimmte Frau zu finden. Wir fanden sie in einem Spielsalon an einem Roulette-Tisch. Ich begann ein Gespräch mit ihr. Ich mußte herausfinden, ob sie Tale of a Vampire kennt. Das war das Kriterium. Lord Byron spielte inzwischen Billard am Ex-Roulette-Tisch. Die Frau kannte den Film. Und sie hatte das Buch schon besessen, bevor es den Film dazu gab. Ich beugte mich zu Lord Byron und flüsterte: „Vor dem Film!“

Die Sache war geklärt. Das große Bett, Ex-Billard-Tisch, wir lagen zu dritt darin.

Clovis Trouille, Detail aus "La rêve vampire".
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Ulalume! Ulalume!

Pic from "Ulalume" by Nestore Buonafede, 2009

The skies they were ashen and sober;
The leaves they were crispéd and sere —
The leaves they were withering and sere:
It was night, in the lonesome October
Of my most immemorial year:
It was hard by the dim lake of Auber,
In the misty mid region of Weir: —
It was down by the dank tarn of Auber,
In the ghoul-haunted woodland of Weir. 

Here once, through an alley Titanic,
Of cypress, I roamed with my Soul —
Of cypress, with Psyche, my Soul.
These were days when my heart was volcanic
As the scoriac rivers that roll —
As the lavas that restlessly roll
Their sulphurous currents down Yaanek,
In the ultimate climes of the Pole —
That groan as they roll down Mount Yaanek
In the realms of the Boreal Pole. 

Our talk had been serious and sober,
But our thoughts they were palsied and sere —
Our memories were treacherous and sere;
For we knew not the month was October,
And we marked not the night of the year —
(Ah, night of all nights in the year!)
We noted not the dim lake of Auber,
(Though once we had journeyed down here)
We remembered not the dank tarn of Auber,
Nor the ghoul-haunted woodland of Weir. 

And now, as the night was senescent,
And star-dials pointed to morn —
As the star-dials hinted of morn —
At the end of our path a liquescent
And nebulous lustre was born,
Out of which a miraculous crescent
Arose with a duplicate horn —
Astarte’s bediamonded crescent,
Distinct with its duplicate horn. 

And I said — „She is warmer than Dian;
She rolls through an ether of sighs —
She revels in a region of sighs.
She has seen that the tears are not dry on
These cheeks where the worm never dies,
And has come past the stars of the Lion,
To point us the path to the skies —
To the Lethean peace of the skies —
Come up, in despite of the Lion,
To shine on us with her bright eyes —
Come up, through the lair of the Lion,
With love in her luminous eyes.“

But Psyche, uplifting her finger,
Said — „Sadly this star I mistrust —
Her pallor I strangely mistrust —
Ah, hasten! — ah, let us not linger!
Ah, fly! — let us fly! — for we must.“
In terror she spoke; letting sink her
Wings till they trailed in the dust —
In agony sobbed; letting sink her
Plumes till they trailed in the dust —
Till they sorrowfully trailed in the dust. 

I replied — „This is nothing but dreaming.
Let us on, by this tremulous light!
Let us bathe in this crystalline light!
Its Sybillic splendor is beaming
With Hope and in Beauty to-night —
See! — it flickers up the sky through the night!
Ah, we safely may trust to its gleaming,
And be sure it will lead us aright —
We safely may trust to a gleaming
That cannot but guide us aright
Since it flickers up to Heaven through the night.“

Thus I pacified Psyche and kissed her,
And tempted her out of her gloom —
And conquered her scruples and gloom;
And we passed to the end of the vista —
But were stopped by the door of a tomb —
By the door of a legended tomb: —
And I said — „What is written, sweet sister,
On the door of this legended tomb?“
She replied — „Ulalume — Ulalume —
‚T is the vault of thy lost Ulalume!“

Then my heart it grew ashen and sober
As the leaves that were crispéd and sere —
As the leaves that were withering and sere —
And I cried — „It was surely October,
On this very night of last year,
That I journeyed — I journeyed down here! —
That I brought a dread burden down here —
On this night, of all nights in the year,
Ah, what demon has tempted me here?
Well I know, now, this dim lake of Auber —
This misty mid region of Weir: —
Well I know, now, this dank tarn of Auber —
This ghoul-haunted woodland of Weir.“

Said we, then, — the two, then, — „Ah, can it
Have been that the woodlandish ghouls —
The pitiful, the merciful ghouls,
To bar up our way and to ban it
From the secret that lies in these wolds —
From the thing that lies hidden in these wolds —
Have drawn up the spectre of a planet
From the limbo of lunary souls —
This sinfully scintillant planet
From the Hell of the planetary souls?“

„Ulalume“ by Edgar Allan Poe, 1847

Pic from „Ulalume“ by Nestore Buonafede, 2009

„Ulalume“ by Jeff Buckley: „Closed on Account of Rabies“, Poemes and Tales of Edgar Allan Poe, 1997

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Lisa Eckhart – 2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiss

Lisa Eckhart. Christian Erdmann: 2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiss.

In die Kommentarsektionen des SPIEGEL geschrieben zu Artikeln von Samira El Ouassil, Arno Frank und Margarete Stokowski. 

05 / 2020

Ja, sicher, sie ist Antisemitin. Sie glaubt auch wirklich selbst, daß die Erektion des schwarzen Glieds alle 7 Liter Blut braucht, über die ein Mensch verfügt.

Meine Güte: sie greift all das auf, was jeder intelligente Mensch als Un- bis Schwachsinn erkennen muß, und überspitzt es ins komplett Absurde.

Aber es war völlig klar, daß eine so schöne und provozierend schlanke Frau, die diese Provokation mit ihrer Kleidung auch noch betont, und schamlos ihren Esprit verspritzt, irgendwann nicht mehr ungestraft davonkommt. 

Lisa Eckhart. Christian Erdmann: 2 oder 3 Dinge, die ich von ihr weiss.

08 / 2020 

Was Lisa Eckhart auch offenbart, ist der Reflex, Aufbegehren gegen Political Correctness rechts zu verorten. So wird dann der diabolisch schöne Gestus, mit dem Lisa Eckhart die PC bitterbös torpediert, auch auf wundersame Weise „rechts“ angesiedelt. Es wird höchste Zeit, den Rechten das lärmende Monopol auf die Revolte gegen das Politisch und Sonstwie Korrekte aus der Hand zu nehmen, und Lisa Eckharts Langgliedrigkeit taugt dazu so gut wie ihr bezauberndes Mundwerk.  


Ich halte Lisa Eckhart für eine totale Individualistin, die eine unüberwindliche Abneigung hat dagegen, irgendeinem Lager anzugehören. Denn das hieße, sich gemein(sam) machen. Sie hat auch offensichtlich keine Sympathie für das Ordinäre, weshalb, tut mir leid, auch der durchschnittliche Wutbürger, eher rechts, keine Chance hat, Lisa Eckhart zu vereinnahmen.

Daß das Harbour Front Literaturfestival sie allen Ernstes auslädt, ist peinlich, und eine Aktion, die nach hinten losgeht, weil sie Wasser auf die Mühlen der Rechten ist, die behaupten, linkslastige Attitüde herrsche überall in diesem Land. Dabei ist es schon alles andere als „links“, Lisa Eckhart, die alles andere als „rechts“ ist, auszuladen.


Wenn jede Form von Exzentrizität als Schaustück für die freudlose Angepaßtheit der Gegenwart dient, hat die Kunst keine große Zukunft mehr. Vgl. Lisa Eckhart.  


„Eckhart steht unter anderem in der Kritik, weil ihr Kabarettprogramm antisemitische, homo- und transfeindliche, rassistische Witze enthält.“ (M. Stokowski)

Lisa Eckhart bei Pufpaff, März 2018: „Sexuelle Belästigung ist gerade das meistgeächtetste Delikt unserer Gesellschaft, und der einzige Gewinner dieser Entwicklung ist der Antisemitismus. Sie können derzeit vergnügt das Horst Wessel-Lied pfeifen, solange Sie es nicht einer Frau hinterherpfeifen.“

So redet kein Antisemit, und das könnte prinzipiell auch jeder sofort einsehen. Daß Lisa Eckhart als Antisemitin verkauft werden soll, kann ich mir nur mit vorsätzlich selektiver oder bedauerlich beschränkter Wahrnehmung erklären.

Liebe Frau Stokowski, halten Sie die Passage in Lisa Eckharts Programm, in der davon die Rede ist, daß die Erektion des schwarzen Gliedes alle 7 Liter Blut braucht, über die ein Mensch verfügt, allen Ernstes für Rassismus? Oder wie absurd muß es noch werden, um klarzumachen, daß die Angeklagte ohnehin schon besorgniserregende Klischees aufgreift, um sie in kompletten Wahnwitz zu drehen?

Und sie entlarvt den sich in seiner moralischen Unfehlbarkeit so sicher wiegenden Teil der Zu- oder Weghörerschaft gleich mit.

Und daß sie nicht „rechts“ ist, ergibt sich aus dem obigen Zitat eigentlich auch ohne allzugroße kognitive Anstrengung.


Lisa Eckhart ist nicht deshalb „rechts“, weil jemand wie Margarete Stokowski, die Frau Eckhart „zu Recht“ kritisiert sieht, sich als „links“ empfindet. Tatsächlich scheint Lisa Eckhart eine Art „New Model“, zu intelligent, um sich mit einer „Seite“ einzulassen, wie Bob Dylan, „Auf welcher Seite stehst du“, Dylan: „Ich meine, auf welcher Seite kann man denn stehen?“ Oder auch: „Nehmen Sie an den neuen Sachen teil? Sexuelle Freiheit und auch…“ – Dylan: „Ich nehme an keiner Sache teil! (Lacht) Überhaupt nicht! Ich wette, Sie können nicht eine Sache nennen, an der ich teilhabe! Hauen Sie ab, ich warne Sie! (Lacht)“

Dementsprechend ist es auch nicht „rechts“, den Umgang mit Lisa Eckhart so engstirnig wie dreist zu finden.

Ich empfinde es als peinlich, daß die Revolte gegen die PC immer noch ein Privileg der Rechten ist. Eskalierende PC wird der Tod aller Kreativität, aller Schönheit, allen Fortschritts im Denken sein, und eine solche „Errungenschaft“ ist nicht „links“. Also ist der Protest gegen die Auswüchse der PC auch nicht „rechts“.


Schau an, gerade schrieb ich, (eskalierende) PC wird der Tod aller Kreativität, aller Schönheit, allen Fortschritts im Denken sein, da schreibt Nick Cave in seinen Red Hand Files quasi dasselbe, nämlich: Political Correctness hat sich zur traurigsten und schrecklichsten Religion der Welt entwickelt. Ihr einst ehrenhafter Versuch, die Gesellschaft auf gerechtere Weise neu zu definieren, verkörpert jetzt nur noch die schlimmsten Aspekte, die eine Religion zu bieten hat (und nichts von ihrer Schönheit). Die Weigerung der Kultur, sich auch auf unangenehme Ideen einzulassen, so Cave, wirkt erstickend auf die kreative Seele einer Gesellschaft.

Da Lisa Eckharts Vortrag sich primär gegen die moralische Borniertheit und Selbstgerechtigkeit der PC richtet, fühlt sich jemand wie Frau Stokowski natürlich von dieser Person gestört und bemüßigt, in einem Nebensatz kurz zu behaupten, Eckhart werde zurecht kritisiert (für ihren Antisemitismus, ihren Rassismus etc), was kinderleicht zu widerlegen ist. Bestattungsunternehmen Stokowski (siehe 1. Satz oben) mal wieder auf dem falschen Dampfer. Sonneborn in der BZ gerade: dieses bewußte Mißverstehen, um bestimmte Inhalte zu skandalisieren und sich selbst auf der vermeintlich richtigen Seite moralisch positionieren zu können, ist in dieser Form und in dieser Frequenz schon neu.

“ … falls die Monarchie doch noch zurückkommt, sollte es eine Königin geben, und sie sollte Lisa Eckhart heißen.“

-> Lockdown Postcard # 2, April 2020 

Und hier noch der formidable Kommentar von ray05, ebenfalls aus der Kommentarsektion zum Artikel „Punchline in die Magengrube“ von Samira El Ouassil. Leicht zu finden dort: Ansichtsoption „Am besten bewertet“ wählen.

ray05: 

Es scheint mir wichtig, daran zu erinnern, dass diese „Lisa Eckhart“ eine Kunstfigur ist, eine Bühnenpersona. Alles, was diese Figur auf der Bühne sagt (und vor allem WIE sie es sagt), ist nicht identisch mit der Haltung oder den Ansichten der Autorin, die diese Figur erfunden hat; ganz so, wie im Roman der Erzähler nicht identisch ist mit dem Autor. Ich halte es für wohlfeil und intellektuell unredlich, eine Spoken-Word-Bühnenperformance in planen Text zu transskribieren, dann nach Herzenslust die ungehörigen „Stellen“ zu zitieren, um die Autorin/Künstlerin in Bausch & Bogen denunzieren zu können. Natürlich ist das, was „Lisa Eckhart“ da sagt, antisemitisch bis zum Stehkragen, aber wie sagt diese Figur das denn? Sie sagt es im blasiert-affektierten Duktus des typisch Wienerischen Schmähsingsangs, und dabei steckt sie in einem Salonkostüm im Stile der 30er Jahre; all das gehört zur Performance dazu, das ist kein Zufall, das gehört zur Fundamentalkritik. Mir ist völlig schleierhaft, wie man einen Auftritt so völlig falsch bewerten kann. Alles liegt klar auf der Hand. Schon das Eingangsstatement, die völlig absurde Vermutung der Sprecherin, MeToo sei antisemitisch, weil Weinstein, Allen undsoweiter, kann doch gar keinen weiteren Zweifel darüber aufkommen lassen, dass wir es hier mit einem satirischen Durchgriff zu tun haben. Bei all dem ist es zugegebenermaßen fast unmöglich, dass man nicht auch Beifall von der falschen Seite bekommen kann, das wusste schon Bertolt Brecht. Stellt sich nur die Frage, ob umgekehrt die Denunziation von den eigenen Leuten nicht vielleicht noch schlimmer ist.

Lisa Eckhart Foto von Peter W. Czernich für Marquis Magazine.

Foto: Peter W. Czernich für Marquis Magazine

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Today’s Best Scene Ever: Twin Peaks

Mädchen Amick als Shelly Johnson in "Twin Peaks" von David Lynch.
Mädchen Amick als Shelly Johnson in "Twin Peaks" von David Lynch.

Mädchen Amick (Shelly Johnson),

David Lynch (Gordon Cole),

Kyle MacLachlan (Dale Cooper).

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aj_graveyards presents christi_erdmann

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Jüdischer Friedhof Hamburg Altona @Cabinet

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Hiraeth

Die wahrscheinlich letzten Aufnahmen von Mark Lanegan auf diesem Planeten.

Will miss him for the rest of my days. But this helps. And what a beautiful song.

Mark Lanegan, Straight Songs Of Sorrow