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Alles was der Fall ist

Fussball und Philosophie

George Best.

Claudio Caniggia vs. Kamerun

Claudio Caniggia.

What a goal! What a strike!

5 replies on “Fussball und Philosophie”

Natürlich hat es nie „linken“ / „rechten“ Fußball gegeben, Menotti benutzte dies als Metapher, um das Element der Kunst im Fußball zu würdigen; das, was über die zwingende Notwendigkeit (Siegenmüssen) hinausgeht. Mich hat genau dieses Element immer fasziniert, unabhängig von Nationalität, ich bin kein Schland-Anhänger.

Ja, das ästhetische Element schwindet, das Dramatische unterliegt dem Schnöden, auch schon ein Indikator: bei den Frisuren früher oft Rockstarattitüde, heute oft das, was David Foster Wallace in „Der grosse rote Sohn“ mit furchtloser Wahrheitsliebe „Klapsmühlenfrisur“ nennt. Bei der WM 2014 habe ich in meinem alten Blog noch über jedes einzelne Spiel geschrieben, und die Posts mit Fotos der auf den Rängen anwesenden internationalen holden Weiblichkeit bebildert – als Indikator dafür, daß Fußball eben auch ganz andere Kreise ansprechen kann als die von Dir ausgemachte Zielgruppe; heute kenne ich von der deutschen Mannschaft nur noch die Hälfte [glaube, die meisten heißen „Digger“ und „Bruder“ :)], der Jubel bei deutschen Spielern wirkt zunehmend freudlos und entspricht der den Sportschauen vorgeschalteten tipico-Werbung mit diesem vollkommen lächerlichen, brachial geknödelten Ghettomartialitäts-Tonfall, auf deutschen Tribünen hat weltrettende Schönheit kaum mehr Platz, sofern es Bastionen ansonsten schwer verunsicherter Männlichkeit sind, mit Dauernölgesängen selbsternannter „Ultras“, generelle Tendenz zum Proletenhaften also, ja (wie überall halt), aber das von mir da verlinkte Tor von Maxi Rodriguez bei der WM 2014 (Argentinien – Mexiko) ist nun wirklich ein Kunstwerk, ein Gemälde von Tor, eine Art Rembrandt unter den Toren, schon Sorins Flanke ist schön wie Cinderellas Ankunft im Ballsaal, und du kannst einen Feingeist wie, sagen wir, Andrea Pirlo nicht „Prolet“ nennen, da kann ich auch Gott einen Straßenräuber nennen. :) Pirlos Freistöße wurden sogar Legende, wenn sie nicht ins Tor gingen.

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Mag ja sein. Mag auch sein, dass meine Negativmeinung zum Fußball schlicht Kompensation meiner Unsportlichkeit ist. Mich juckts halt nicht.

Und wer es irgendwie „schee“ findet, der mags halt „schee finden“.

Komischerweise hat mich seinerzeit der Kinofilm „Das Wunder von Bern“ jedoch vollkommen gekriegt. Hab mir dann sogar die DVD freiwillig selbst gekauft. Und die hat dann auch im heimischen Player zwei-drei Aufführungen noch erlebt…. seither liegtse rum.

Ach, es ist ein komisches Thema. Das peinliche Drumherum juckt mich durchaus:

  • Das nun wieder ärgerliche Verschweigen des Zustandekommens der Trikots und Bälle in Bangladesh und anderswo. Waren es nicht sogar mal die Uigurenknäste Chinas? Wo bleiben denn da unsere sonstigen Moralapostel? Schweigen im Walde.
  • Andererseits: Dass unsere Medien immerzu diesen Scheiß vom Zaune brechen müssen, ob man da nu Flagge zeigen darf oder nicht…
  • Dann die verkorxte Idee, das „National-“ aus der Bezeichnung streichen zu wollen und nur noch von „der Mannschaft“ sprechen zu sollen… Beschämend, kriecherisch, Selbstverzwergung…

Dazu passend:

Die verdächtige politische Stille dieses Jahr, weil es doch Spiele beim „großen weißen Vater in Washington“ sind, den erzieht man dann doch nicht so gratismutig wie die Arabs von Katar zuvor.

Man kann das „Lernen aus der Blamage“ vom letzten Mal nennen – oder aber Rückgratlosigkeit. Is‘ mittlerweile auch wurschd. Ich erwarte keine Heldentaten – von Fußballern.

An den Schulen aller Couleur sind erfahrungsgemäß die Fußball-Asse immer die, die nie was begreifen, aber immer krakeelen, wenn sie ihre 4 Minusse einfahren. Die bestehen nahezu gesetzmäßig aus Kondition und Größenwahn.

Der Heinrich-Himmler-Gedächtnishaarschnitt passt da kurios gut. Mit dieser Art Topfschnitt so „scheinstolz“ herumlaufen zu können, dazu gehört schon reichlich Vakuum im Kopp.

Ach. Ich hör schon auf.

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Um „Das Wunder von Bern“ habe ich meinerseits einen Bogen gemacht, ein Fußballfilm, der mich beeindruckt hat, ist „The Keeper“ / „Trautmann“ von 2018. Über eben jenen, in etwa der erste, der im UK nach dem II. Weltkrieg das Bild vom Nazideutschen durch etwas anderes ersetzte. Viel besser, als der Trailer vermuten läßt. „Football is also just a kind of dancing.“ – „No, it’s not. It’s barbaric!“ Da haste. :)

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