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Ljudmila Turischtschewa

Ljudmila Turischtschewa, 1972.
Ljudmila Turischtschewa, München 1972.
Ljudmila Tourischeva, Olympiade 1972.
Ljudmila Tourischeva, Olympische Spiele 1972.

7 replies on “Ljudmila Turischtschewa”

Hach, da triggerst du was an bei mir, meine Begeisterung für das Kunstturnen in jungen Jahren war über die Maßen groß (war ja selbst auch eine gute Turnerin, vor allem der Stufenbarren hatte es mir angetan), und, was soll ich sagen, als ich dann bei den Olympischen Spielen der Nadia Comăneci gewahr wurde, bin ich ihr regelrecht verfallen. (Ljudmila Turischtschewa hingegen sagt mir nichts, wahrscheinlich war sie früher dran, kann mich nicht an sie erinnern.) Boah, aber die Nadia, was für eine Körperbeherrschung aber auch! Meine Freundin und ich waren soooo dermaßen angetan von ihr, dass wir während der olymp. Spiele in ihre Haut schlüpfen wollten, indem wir versuchten, ihren Stil nachzuahmen. Wir turnten mit grazilen Bewegungen auf der Wiese herum, stellten eine große Gartenbank vor die Wäschestange im Garten und turnten dann auf jener oder bauten uns Balancierbretter etc. . Irgendwie habe ich das noch immer in mir lach dieses grazile, leichte mich Bewegen, das Schwingen und Gleiten, habe so ein Leichtigkeitsgefühl in mir.

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Nadia Comaneci! Atemberaubend und zauberhaft. Sie war ja die erste, die eine perfekte 10,0 erhielt, ich kann mich noch an die Szene erinnern, die 1,0 auf der Anzeigetafel, auf der eine 10 nicht vorgesehen war. :) Ihr Abgang am Stufenbarren damals war von überirdischer Schönheit.

Wie wunderbar, daß sie Dich und Deine Freundin so inspirierte! Und daß Du diese grazile Leichtigkeit und Anmut für immer in Dir hast, kann ich mir lebhaft vorstellen! Von Dir als leidenschaftlicher Kunstturnerin am Stufenbarren hätte ich sicher rote Ohren bekommen. Hast Du denn Olga Korbut am Stufenbarren schon gesehen? Rückwärtssalto von der oberen Stange, unglaublich, der „Korbut-Flip“, wurde später verboten.

Es gab ja Bundesjugendspiele hier, back then, und ich bekam immer eine „Siegerurkunde“. Nur einmal, als es ausnahmsweise Bundesjugendspiele mit Kunstturnen gab, bekam ich eine „Ehrenurkunde“, aber ich weiß beim besten Willen nicht mehr wofür. :)

Meine Kindheit: ein Areal mit drei Wohnblocks, es gab zwei Sandkisten, viel Rasen, Gebüsche, die damals dschungelgroß erschienen, drei Garagenvorplätze, und die magische Straße, eine Sackgasse mit Rondeel am Ende. Wir wohnten da, seit ich 3 war, und wir waren über viele Jahre hinweg etwa 20 – 25 Kids. Wir spielten Fernsehserien weiter, spielten leidenschaftlich Fußball, bis die Sonne unterging, fuhren mit Kett-Cars Formel 1-Rennen, trugen eine Eishockey-WM auf Rollschuhen aus (den Schläger habe ich noch), ein begrenzt-unbegrenztes Universum mit erstaunlichen Organisationsformen und all den früherotischen Dramen. Und so mit 13 oder 14 baute ich aus 2 Holzlatten, die ich knallrot lackiert hatte, Nägeln, einer Bambusstange und Matratzen, die wir vom Nachbargrundstück gestohlen hatten, eine Hochsprunganlage, weil wir eine ganze Olympiade veranstalteten, eines der älteren Mädchen schrieb wunderschöne Urkunden dafür. Das erste Seitenstechen, an das ich mich erinnere, bei einem Langstreckenlauf. :)

Ich sehe Euch beide auf der Gartenwiese genau vor mir. :)

Beim Kunstturnen verschwanden dieses Grazile, Fließende, das Ballerina-Element und die schöne Choreografie irgendwann zugunsten donnernder Athletik. Wenn’s noch eine Olympiade gibt, bin ich zur Rhythmischen Sportgymnastik desertiert. :)

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… das hört sich ja nach einer wunderbaren Kindheit an bei dir, Herzensdank für den Einblick, den du uns hiermit gewährt hast. War bei uns nicht unähnlich, auch wir spielten Filme oder Serien nach oder hielten uns an Bücher, die wir gelesen hatten. Wir hatten zudem eine aus geringen Mitteln selbst hergestellte „Showbühne“ (meine Freundin und ich), wo wir das alles aufführten. ;-)
Im Grunde genommen waren wir ein ganz enges Zweierteam, wobei wir uns aber schon auch der Gruppe anschlossen (unser Viertel war ebenfalls sehr kinderreich) und viel gemeinschaftlich spielten, agierten und austauschten. Es gab aber auch Banden“kriege“. Die Kinder der Siedlung gegenüber unserer Straße wurden „bekämpft“; da flogen schon mal die Fetzen, oder wir rissen uns gegenseitig die Haare aus. Hach, ich ufere da lieber nicht weiter aus … ;-oh
Und all die früherotischen Dramen, wie du sagt *lach*, ja, die Erotik war immer zugegen, das kann ich auch bestätigen … Flirtereien, offen, geheim, die Sexualität war immer vorhanden, dieses Getriebensein ob des anderen Geschlechts. ;-)

Aber, um beim Thema zu bleiben bzw. wieder zurückzufinden, ja, dieses dein „Beim Kunstturnen verschwanden dieses Grazile, Fließende, das Ballerina-Element und die schöne Choreografie irgendwann zugunsten donnernder Athletik“, spreche ich dir nicht ab, dennoch, es ist da immer noch Anmut erkennbar; bei der Rhythmischen Sportgymnastik steht dies ohnehin außer Frage. ;-)

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Mich erstaunt, wenn ich zurückschaue und es mit der heutigen Zeit vergleiche, was unsere Eltern uns erlaubten, aber eben auch, wie sehr sie uns vertrauten.

Und ich behaupte mal, wir hätten uns geweigert, mit 6 oder 7 noch von der Schule abgeholt zu werden und in einem E-Cargobike mit Regenschutz, Windschutz und Sicherheitsgurt zu sitzen. :)

Die perfekte 1,0 :)

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Ljudmila und Olga … gut, an Olga Korbut kann ich mich schwach erinnern, an Ljudmila so gar nicht. Leider. Aber wie gesagt, ich war total auf Nadia fixiert, und wenn ich wen im Auge habe, dann blende ich alle andere aus. War auch so, wenn ich verliebt war; und wenn mir gar zehn Burschen zu Füßen lagen, ich sah nur den Einen. ;-)
Das Video mit Nadia beschert mir Gänsehaut, und auch das, wie sie den Stufenbarren mit ihren Augen VOR ihrer Kür fixiert, boah, wie wenn sie Zwiesprache mit ihm halten würde. Am Schwebebalken (das nächste Video), also, DAS ist für mich jenseits von dieser Welt. Anmut, Grazie, geballte Kraft, phänomenale Körperbeherrschung … für mich ein absolutes Unding, wie so ein zartes Wesen das zustande bringt.
Und ja, wir Kinder durften damals alles, bzw. wir taten es einfach ohne zu fragen, wir steckten uns die Grenzen selber, ganz individuell, entwickelten ein Gefühl dafür. Es war da wirklich eine unglaubliche Vertrauensbasis zwischen Kindern und Eltern; ich bin ihnen sehr dankbar dafür.

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Zu allem: wholeheartedly yes. ❤️ Und dankeschön; diese unfaßbaren 20 Minuten mit Nadia gefunden zu haben, verdanke ich schließlich Dir. :)

Bei der Suche auf YT fand ich noch einen Bericht von CTV News, sie war gerade vor kurzem wieder in Montreal, auf dem Programm stand u.a. eine Parade all der Nadias, die damals nach ihr benannt wurden. :) Und sie sagte:

„I’m impressed as an adult right now about the courage that that 14 year old had.“

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