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„Schlager vor dem Comeback?“
Parzival v. d. Dräuen:
Ich halte Schlager für einen gewinnorientierten Ausdruck der Musikindustrie, um an die niedersten Instinkte des Menschen zu appellieren. Das kann ich als Verfechter der Aufklärung und als übergeordnet legitimierter Erzieher des Menschen so nicht hinnehmen.
So werde ich weder Schlager noch seichte Kinderlieder in meinem Haushalt absegnen können, da ich mich in der Pflicht sehe, die abendländischen Kulturwerte zu verteidigen.
Es sind auditive Reize, die den Menschen zur asozialen Vereinzelung zwingen. Der Schlager, als Gattungsbegriff der hörbaren Vereinsamung, lebt der Welt eine Vereinfachung und emotionsüberhöhende simplizistische Seinsentfremdung vor; das autistische Glücksbeharren hedonistisch agierender Selbstverfremdung entgrenzt den Menschen seiner musikalischen Möglichkeiten. Bildungspolitisch sehen wir also eine Verantwortung, die sich nicht nur dem bloßen Wünschen ergeben sollte.
Aljoscha der Idiot / Christian Erdmann:
Die Zeit. Die trennt nicht nur für immer Tanz und Tänzer. Die Zeit. Die trennt auch jeden Sänger und sein Lied. Denn die Zeit ist das, was bald geschieht. Die Zeit. Die trennt nicht nur für immer Traum und Träumer. Die Zeit. Die trennt auch jeden Dichter und sein Wort. Denn die Zeit läuft vor sich selber fort. Zeit macht nur vor dem Teufel halt. Denn er wird niemals alt. Die Hölle wird nicht kalt. Zeit macht nur vor dem Teufel halt. Heute ist schon beinah‘ morgen. Die Zeit. Die trennt nicht nur für immer Sohn und Vater. Die Zeit. Die trennt auch eines Tages Dich und mich. Denn die Zeit, die zieht den längsten Strich. Zeit macht nur vor dem Teufel halt. Denn er wird niemals alt. Die Hölle wird nicht kalt. Zeit macht nur vor dem Teufel halt. Heute ist schon beinah‘ morgen. Die Zeit – alle Zeit – Ewigkeit. Zeit macht nur vor dem Teufel halt.
Die hörbare Vereinsamung, die Zeit im Zeitalter ihrer BarryRyanisierung, da geht ein Mann die Gleise entlang -> in Baden-Oos und im autistischen Glücksbeharren, durch den kalten Nebel der Selbstverfremdung, und der Supptext stellt bohrende, entgretzte Fragen. Wenn heute schon beinahe morgen ist, weil durch die vor sich selbst fortlaufende Zeit ein Loch entsteht, kann Henri Bergson durch das Loch kommen? Was macht den Teufel alterslos? Die Zeit, die zieht den längsten Strich, oder wie Ryan formuliert: „Schtrikch“. Wo ist dieser Strcikc, auf dem wir alle gehen, auf den wir zugehen, auf dem Strich dem Strich entgegen, dem längst gezogenen? „Ich habe verstanden, daß man contemporary sein muß, das future-Denken haben muß.“ (Jil Sander). Oder, um Jil Sander zu zitieren: Der problembewußte Mensch von heute kann diese Sachen, diese refined Qualitäten mit spirit eben auch appreciaten. Aber ist der problembewußte Mensch von heute der problembewußte Mensch von heute oder von beinahe morgen? Das eben fragt uns Barry Ryan, dieser Eulenspiegel der Selbstentfremdung, dieser Selbstbespiegler der entfremdeten Eulen.
Christian Erdmann:
Wenn schon deutscher Schlager, entdecke ich halt lieber die 60er. Ricky Shaynes „Ich sprenge alle Ketten“ ist so viel charmanter als jedes Stück von, ich weiß nicht, werden Juli und Silbermond auch unter deutscher Schlager verbucht? Marion Maerz hat damals mit „Er ist wieder da“ ein Stück abgeliefert, bei dem auch Phil Spector die Pistole in der Tasche gelassen hätte und an dem es rein gar nichts zu mäkeln gibt, selbst wenn man das verobjektivierte Trauma, daß da gerade keiner bei Marion anruft, mittlerweile durch den Shakespeare’schen Lyrics-Kosmos von Nick Cave oder Peter Hammill ersetzt haben mag.
Die „CDs der Woche“ feiern gerade gebührend die Wiederaufstehung des Marc Almond, nach einem Motorradunfall dem Tod von der Schippe gesprungener Gänsehautverursacher im Non-Stop Erotic Cabaret, und bei der Gelegenheit fällt einem auf, daß es diese Tradition in Deutschland, im deutschen Schlager eben einfach nicht gibt, mit extremer äußerer Künstlichkeit extreme Authentizität zu produzieren, den torch song, in dem sich die Seele bloßlegt. „Seele“ wird im deutschen Schlager der Gegenwart in der Regel nur gespielt, und das sehr gruselig.
Zwei, drei Songs von Rosenstolz allerdings lassen mich am Kreuzweg knien im kalten Licht des vollen Mondes, und es kommt ja nicht von ungefähr, daß Marc Almond sie für eine Zusammenarbeit kontaktierte.
Francoise Hardy. Von mir aus könnte sie auch das Telefonbuch singen.
Francoise Hardy war als BRAVO-Girl und mit diversen Songs in Deutsch Teil der hiesigen Schlagerszene, die damals wiederum, wenn auch mit teilweise sehr kruden Resultaten, Teil der internationalen Schlagerszene war. Marion Maerz aber hat einen Song von Ray Davies (The Kinks) singen können, und das ganz wunderbar.
Irgendwann fing der deutsche Schlager an, nurmehr in der eigenen Suppe herumzudrögeln. Der „internationale“ Touch mutierte für eine Weile noch zur Mischung aus deutscher Tümeligkeit und deutschem Fernweh, dann war der Ofen aus.
Insgesamt sind Schlager hierzulande, statt etwas über das wirkliche Leben zu erzählen, einfach zu sehr Kompensationsangebote für sehr bestimmte Zielgruppen. Es fehlt nach wie vor völlig die Komponente Charisma, Authentizität, was auch immer, die über den Song hinausgeht, die auch das Genre transzendiert. Wenn Johnny Cash sang, war die Kategorie „Country“ viel zu klein.
Muffin Man:
Das französische Chanson thematisiert gewissermaßen das Schattendasein; das hierbei vermittelte Frauenbild ist jedoch, daß die Frau ob ihrer Rolle als Opfer der Verhältnisse sich betrübt und wehmütig Ausdruck verschaffen darf…
Christian Erdmann:
Francoise Hardy ist sicher ein Spezialfall französischer weiblicher Melancholie, aber sie folgt entschieden ihrem eigenen Plan. Sie ist ihr eigener Entwurf. Warum war Emma Peel in den 60ern so populär? Diana Rigg kombinierte Stärke und betont feminine Weiblichkeit, dabei ziemlich kinky und alles andere als Opfer der Verhältnisse. In der Popgeschichte gab es so viel mehr Frauen, die sehr eigene bis eigenwillige Vorstellungen künstlerisch umgesetzt haben, als uns die Gegenwart weismachen will. Seltsam, wenn die Proklamierer selbst das Proklamierte, das schon lange vor ihnen existierte, eher abschaffen als durchsetzen. Die „Girl Power“ proklamierenden Spice Girls haben in den 90ern als bloßes Marketingtool eher einer Verschiebung von Power zur Pose Vorschub geleistet. In den Erscheinungsformen, die Sie wahrscheinlich mit dem „vermittelten Frauenbild“ meinen, lag sehr viel mehr Subjekthaftigkeit als Objekthaftigkeit, Girl Power war schon immer, Mädchen/Frauen, die genau das Bild vermittelten, das sie selbst vermitteln wollten.
Sich in den Songs wirklich zum Subjekt über die eigene Geschichte machen – das ist, was man im deutschen Schlager eher vergeblich sucht.
So, Beichstuhl ist offen: Geständnisse zu Liedern, die ich wirklich liebte. Katja Ebstein, Wunder gibt es immer wieder, erstens hat sie recht, zweitens ist ihr Gesang phantastisch und drittens mußte man sich bis über beide Ohren in sie verlieben. Auf YouTube gibt es ihren Auftritt beim ESC auch mit der Kommentatorin des irischen TV, die Katjas „most striking outfit“ rühmt. Most striking, sowas Ähnliches dachte der 11jährige auch, als er diese Erscheinung sah.
Und das Arrangement von Christian Bruhn ist brillant.
Alexandra hatte eine wunderschöne Stimme und sang von Sehnsucht nach Russland, tatsächlich tourte sie mit dem Orchester Hazy Osterwald 1967 durch die Sowjetunion. Die Melodie berührte meine noch sehr junge Seele, und bald darauf beschloß ich, daß die Hymne der UdSSR, heute die russische, die schönste der Welt ist, sorry.
Dieses Lied habe ich erst durch die NDR-Schlagernacht mit Bernd Begemann entdeckt, bei der Marion Maerz auch zu Gast war, Begemann begleitete sie auf der Gitarre für diesen Song. Bezauberndste B-Seite des deutschen Schlagers.
Wer Alice ist (war), wer Ellen? Ich fürchte, ich weiß es bis heute nicht, aber ich war immer hochentzückt, sie zu sehen. Mein Vater pfiff und sang Songs der Kessler-Zwillinge mit Leidenschaft.
„This is a magnificent piece of performance art, combining early 60’s glam, kitsch, chic, camp, elegance and schlock.“ Cheesy? „Hauen Sie ab, ich warne Sie!“ (Bob Dylan). May they rest in peace.
[Nur damit keine Mißverständnisse aufkommen: Barry Ryan war ganz ganz groß.]

9 replies on “Zeit macht nur vor dem Teufel halt”
Weil der Schlager nicht weiterentwickelt, sondern kaputtrationalisiert wurde, verkam er zur Ölpest der Tonkunst. In den 20er und 30er Jahren war er noch lebendig. Der Rock ’n‘ Roll blies ihn davon.
Die jetzige Retorten-Rhythmik eines Grundstampfs für Rhythmosleptiker verbunden mit gesungenen Wand-Tattoos, was auch schon wieder kein deutsches Wort mehr ist, macht einmal mehr deutlich: Wir haben keine Alltagskultur mehr. Wir sind zu wonnabi-amis verkommen.
Klar findet man so am Rande immer die eine oder andere Ausnahmenummer. Aber von keinem Schlager-Fuzzi mal eine LP, die im ganzen genießbar wäre.
Ich würde nicht auf Ricky Shayne verfallen, dessen Mamy Blue im „Kessel Buntes“ 1971 mich nachhaltig traumatisierte. Ich würde eher an Juliane Werdings 80er Jahre Songs denken „Stimmen im Wind“ u.ä.
Und „Seemann lass das träumen“ ist auch irgendwie KULT geworden, im Laufe der Jahre.
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„Ölpest der Tonkunst“, sehr schön! Ich denke allerdings nicht, daß der Rock ’n‘ Roll den Schlager weggeblasen hat, der Schlager hat sich selbst erledigt. „Wir haben keine Alltagskultur mehr“, meine Diagnose dazu wäre: der Deutsche hat keinen authentischen / natürlichen Tonfall (mehr).
Rock ’n‘ Roll können wir schließlich auch nicht, und es stimmt, daß deutsche Musik immer dann im Ausland größte Anerkennung und Wertschätzung fand, wenn sie von angloamerikanischen Einflüssen weit entfernt war: Can, Kraftwerk, Einstürzende Neubauten. Vor allem aber besaßen diese Bands Wagemut, und sie waren dem Harmlosen abhold. In der Regel aber will es der Deutsche, vor allem, harmlos.
Wir sind das Land, dem in den 60er Jahren Aktricen unheimlich wurden, sobald sie von der niedlichen Sissi zum bedrohlichen Eros übergingen, dessen Kino in den 70er Jahren Sex und Jodeln symbiotisch zu verbinden wußte, dessen Werbefernsehen noch in den 80er Jahren verdächtig manisch vom Reinwaschzwang beherrscht war und das sich noch in den 90er Jahren allen Symptomen einer „schmutzigen“ Erotik weitgehend enthielt. Die Feindseligkeit, die der „Vaterlandsverräterin“ Marlene Dietrich bei ihrer Rückkehr nach Deutschland teilweise entgegenschlug, hatte durchaus nicht nur mit dem Vaterland zu tun; unterschwellig protestierten die Unverbesserlichen dagegen, daß hier eine Frau die Macht eines autonomen Eros repräsentierte, der sich nie um die vom Regime verlangte „zusätzliche Unterdrückung“ (H. Marcuse) gekümmert hatte. Was gemeint ist, wurde auf der anderen Seite des Rheins direkter ausgetragen: die Schauspielerin Arletty, der Liaisons mit deutschen Besatzern vorgehalten wurden, soll geantwortet haben: mein Herz ist französisch, aber mein Hintern ist international.
Zur zeitgenössischen zusätzlichen Unterdrückung gehört Verharmlosung des Eros, und der nicht verharmloste Eros ist so unheimlich wie eh und je. Wo ist, nebenher gefragt, auf dem deutschen Markt eigentlich der schwere, sinnliche Parfumduft für den Vamp geblieben? Es dominieren, passend zur Verniedlichung des Eros, Fruchtbonbon- und Babygriesbrei-mit-Vanille-Düfte. Wo ist, nebenher gefragt, eigentlich der Vamp geblieben? Daß Verona Feldbusch zur Jahrtausendwende hierzulande Kultfrau wurde, hat sicher auch damit zu tun, daß sie die Apotheose des auf Männer angenehm unbedrohlich Wirkenden ist.
Es gibt eine grundsätzliche Tendenz zur Infantilisierung, die erschreckend ist, und mittlerweile auch von Koryphäen wie Georg Seeßlen thematisiert wird. Synchronarbeit war einmal eine hohe Kunst in Deutschland, aber seit mindestens 10 Jahren klingen alle jungen Frauen in Filmen wie pampige 11jährige. Die Synchronsprecherinnen kommen offenbar aus dem Kinderfernsehen und haben es tatsächlich nie verlassen. Die „Lidl lohnt sich“-Stimme soll wohl irgendwie erfrischend sexy klingen, tatsächlich klingt sie einfach nur unfaßbar bescheuert, infantil, nervtötend. Nichts ist mehr echt am deutschen Tonfall, nirgends, das ist alles schon so nah an KI, daß der Sprung dorthin kaum bemerkbar sein wird. Wie man glauben kann, an Helene Fischer sei irgendwas bedeutungsvoll, authentisch, oder hätte irgendeinen ernstzunehmenden Standard , bleibt mir ein Rätsel.
Verblödungsarbeit also durch Verharmlosung, Infantilisierung und den wahren Jakob scheuen wie der Teufel das Weihwasser. Übrigens ist auch der allgegenwärtige Manichäismus auf politischer Ebene Ausdruck dieser Infantilisierung – wir die Macht des Lichts, dort die Mächte des Finsternis. All die Strategien der Verdrängung haben nach dem letzten Weltkrieg nichts genützt, und sie werden auch jetzt nichts nützen. Wir werden uns von unseren Verbrechen der NS-Zeit nicht reinwaschen, indem wir Israel bedingungslos unterstützen. Wir werden den neuen Faschismus nicht damit verschleiern, daß wir uns als „links“ deklarieren. Wir waren so sehr das Böse und wollen jetzt so verzweifelt die Guten sein, daß wir alle Differenzierung über Bord werfen, alle Tatsachen dafür auszublenden gewillt sind, froh, endlich wieder ein Feindbild aufzubauen nach alten Mustern,- endlich ein „Böses“ bekämpfen zu können.
Nach dem Krieg war so etwas wie die Flucht in den Heimatfilm ja fast noch verständlich. Aber der deutsche Schlager hatte noch Momente von Poesie, Echtheit, Schönheit, Drama und Melodrama, konnte schräg sein und skurril. Aber wie zur Hölle soll man den Zustand der deutschen Popmusik der Gegenwart anders erklären als damit, daß wir vor lauter Verdrängungs- und Verharmlosungsleistungen irgendwann wirklich jeden Zugang zu Authentizität verloren haben. Deutsche Popmusik bedeutet fast nur noch schluffige Simulation von Tiefe und Emotion, oberflächliche Phrasendrescherei, Beliebigkeitsakkorde. Sie hatte ein kurzes Zwischenhoch in Teilen der NDW. „Wannabe-Amis“ – kämen Ideal heute mit so einem Song um die Ecke – und der Text klingt, als wäre er von heute -, hätten sie gute Chancen, gecancelt zu werden.
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Perfekt! Zustimmung total!
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Also, dann werde ich auch mal beichten, welch‘ Schlager oder sind es Chansons es mir im Besonderen angetan haben. Stante pede fallen mir ein ~ zeitlos schön ~
und:
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Was für ein Lied, was für ein Text, was für eine Performance, was für eine Schauspielerin, was für eine Schönheit. Erika Pluhar fand ich immer schrecklich faszinierend, wenn sie im TV erschien, an eine Verfilmung von „Die Kameliendame“ erinnere ich mich noch. Besaß dann auch „Aus Tagebüchern“ aus purer Liebe zu ihr. Ich bin kein begabter Zeichner, kann nur Prinzessinnen, und wenn ich gebeten wurde, einen Prinz zu malen, sah der auch aus wie eine Prinzessin. Aber bei einer der Handvoll Bleistiftzeichnungen, die ich nicht gleich wieder wegwarf, war Erika Pluhar mein „Modell“, das heißt, ein Foto von ihr. Irgendwann im Leben war ich hingerissen von Marisa Mell. Irgendwann später im Leben fand ich heraus, daß Marisa Mell und Erika Pluhar Freundinnen waren. Irgendwann noch später, nämlich 2017, den Weg hinaufgewandert zum Kahlenbergerdorfer Friedhof, zum Grab von Marisa Mell, und als ich da oben stand, dachte ich daran, wie oft wohl Erika Pluhar hier gewesen sein mag. Und dann las ich „Marisa – Geschichte einer Freundschaft“ von Erika Pluhar und weinte am Ende ziemlich heiße Tränen. Und dann schickst Du mir sowas. :)
Ich fürchte, das sind beides keine Schlager :), aber was machts. So schön, danke Dir.
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Da bin ich aber jetzt erleichtert, dass ich auch mit einem LIED von der Pluhar hier punkten konnte ;-)
Die Marisa Mell, ja, was für eine Schönheit aber auch; ein Prachtweib. Ja, ich sag’ Weib, weil Marisa ist für mich ein Vollweib par excellence, sinnlich, erotisch, sie zählt für mich ausstrahlungsmäßig zu den Frauen wie eine Gina Lollobrigida, Sophia Loren, Brigitte Bardot, Raquel Welch … . Die Pluhar hingegen zähle ich da nicht dazu, ihre Wirkung auf mich ist eine andere, ihre Stärke ist nicht die sexyness. Auch als Prinzessin *lach* sehe ich sie nicht, auch nicht die Marisa, Prinzessinnen haben meist dieses Zarte, dieses etwas zerbrechlich Wirkende, etwas Feenhaftes an sich (ich glaube, alle Kinder zeichnen eine Prinzessin auf diese Weise und zudem wie auch du, klassisch blond *schmunzel*), nun, und gerade diese Wahrnehmung fehlt mir bei den beiden.
Ich denke mir, die beiden Frauen waren grundverschieden (kenne aber das Buch ihrer “ … Freundschaft“ nicht, weiß daher auch nicht deine heißen Tränen zu deuten),
was ich aber glaube, ist, dass Frauen an ihrer sexyness oft schwer zu tragen haben, sie verkannt werden.
Ich dank DIR *smile*
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Nein, als Prinzessinnen sehe ich die beiden auch nicht, ganz bestimmt nicht, und ja, diese Prinzessinnen entstehen mit Kindern, hin und wieder passiert uns auch eine Meerjungfrau, aber zum Zeichenlehrer hätte es bei mir nicht gereicht, nur das wollte ich sagen, darum bleibt meine Pluhar-inspirierte Zeichnung auch in der Schublade. :) Erika Pluhar war ja mal mit André Heller zusammen, und gerade las ich „Sternenmenschen – Bowie in Gugging“ von Uwe Schütte. Bowie hat 1994 die „Künstler aus Gugging“ besucht, Patienten der dortigen Nervenklinik, deren künstlerisches Talent durch den Psychiater Leo Navratil entdeckt und gefördert wurde, und dieser Besuch gehört zur komplexen Entstehungsgeschichte von Bowies phantastischem „1. Outside“-Album. Bowie war fasziniert von der rohen Unmittelbarkeit dieser Kunst. Bowies Halbbruder Terry hatte, an Schizophrenie erkrankt, einen Großteil seines Lebens in einer Nervenheilanstalt verbracht, bis er dieses Leben 1985 freiwillig verließ. In seinem Werk sucht Bowie immer wieder eine Verbindung zu Terry, zugleich begleitet ihn stets die Furcht, selber wahnsinnig zu werden. Die er manchmal dadurch zu exorzieren versucht, daß er dieser Outsider-Wahrnehmung des „Wahnsinns“ bewußt nahekommt. Den Besuch in Gugging jedenfalls hatte André Heller arrangiert, der Bowie und Brian Eno dann auch in das Haus führte. Das zweite Album der Einstürzenden Neubauten hatte den Titel „Zeichnungen des Patienten O.T.“ – O.T. ist Oswald Tschirtner, einer der Künstler aus Gugging.
Und darum singt jetzt Blixa Bargeld ein LIED von David Bowie. :)
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Hach, DU, weißt, ich finde es höchst bemerkenswert, ja, ganz wunderbar fantastisch, wie du es immer wieder schaffst, an diversen Fäden zu ziehen und damit verdeutlichst, wie alles mit allem zusammenhängt, sich plötzlich Bilder in mir auftun, die vorher von mir nicht wahrnehmbaren waren, du die wunderbare Gabe besitzt, des Öfteren diesen gewissen „AHhaa!“ – Effekt in mir auszulösen. HERZENSDANK dafür. *bigSMILE*
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😊🙏🏻🖤
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