Grad blieb mir weiter oben auf Ihrer Seite kurz die Luft weg – mal wieder. Pjotr?! Eigentlich nur kurz etwas einwerfen wollte, heute nacht fallen nämlich 100 – 200 Sternschnuppen / Stunde. The rain in Spain stays mainly… Sie wissen schon. Jeremy Brett war auch dabei.
Und dann das hier (and now for something completely different)
Alles weitere muß in die Vertröstungskiste, aber schonen Sie die gestärkten Taschentücher: Keine drei Wochen mehr bis zur Weihnachtskeksezeit.
Wie entzückend von Ihnen, mir ausgelaugt in 100 – 200 Sternschnuppen/h-Nächten solche zauberhaften Vorgeschmacke… Vorgeschmäcker… Vorgeschmackenboom auf unsere Wunderkiste zu präsentieren, und auch noch mittenrein in mein Audrey-Hepburn-Fieber. Wußten Sie, daß Audreys Erschrecken in „Roman Holiday“, als Gregory Peck seinen Arm scheinbar handlos aus dem römischen Mund der Wahrheit zieht, echt ist? Sie müssen mir sagen, wenn ich mich wiederhole. Sie müssen mir sagen, wenn ich mich wiederhole. And what’s more, the quasinoption of the riddlediddle is m—- it is mm:boom
Habe Sie vorhin wohl ein bisschen überfallen, sorry for that, war grad in so nem Flow und es war so schön, Sie zu sehen! Absolute Flight Show haben Sie mit den Kids da geliefert, dachte schon, gleich geht’s in die Luft.
Sie meinten vorhin, Sie haben einen Blog?
Ich hab hier übrigens immer noch ein Buch für Sie liegen zum Geburtstag und die Sherlock Holmes DVDs MÜSSEN Sie sehen.
Naja, Blog, ich habe halt den Blog bei MySpace, aber das ist ja kein Blog, da sammele ich nur Zeugs. Aber ich weiß jetzt wieder, wie er heißt. „I CAN’T FORGET BUT I DON’T REMEMBER WHAT“.
Sind nach Wolfenbüttel. Wir waren im Schloß, natürlich, in der Herzog August-Bibliothek, natürlich, im Lessinghaus, natürlich. Saßen auch eine Weile in der Marienkirche, als die Orgelnacht am frühen Abend begann. Und gingen durch die Stadt, als wäre die Stadt völlig aus der Zeit. Das Licht war wunderschön, all day, outside and inside. Lessing hatte einen Traumjob, finde ich.
Ändert nichts daran, daß der Teufel manchmal nicht genug ist, um diese Frau zu halten.
Watson, die Muster sind unruhig.
Die Muster sind kaum noch zu bändigen, Holmes.
Es war Samstag, als ich auf den Dachboden kletterte und unerwartet einen Salzburgbaedeker fand, der mich dann gestern zu Trakl führte. Vorher nur mal vom Hörensagen. Zufall ist für Feiglinge (frei nach Christian Erdmann).
Am Donnerstag war ich im Docks und es hat mir sehr gut gefallen diesmal. Vielleicht die beste Live-Location derzeit in Hamburg. Haben Sie dort mal an die Decke geschaut? Under a black star. Und nun soll Marilyn Manson dort spielen, man stelle sich vor. Ich werde mir das wohl vielleicht auch nicht entgehen lassen können dürfen.
Ob ich im Docks mal an die Decke geschaut habe? Ich wurde praktisch unter der Decke des Docks gematrixt. Leda & A. bei Iggy Pop war übrigens auch da. Traue mich kaum zu sagen, daß ich sogar bei der Straßenschlacht anläßlich des Kings of Independence-Festivals dabei war, wo dann so um 3 Uhr morgens Crime & The City Solution und so um 5 Uhr morgens Nick Cave mit den Bad Seeds irgendwie doch noch aus der Tiefe eines sehr dunklen Raums kamen. Das war so zu der Zeit, wo wir möglicherweise zur selben Zeit bei „Endstation Sehnsucht“ waren, als Sie Blanche so unendlich faszinierend fanden. Me too.
Leider vergaß ich, Sie zu fragen, wie lange Sie Holmes entbehren können.
Noch ein wenig Trakl für den Weg:
Es ist niemand im Haus. Herbst in Zimmern; Mondeshelle Sonate Und das Erwachen am Saum des dämmernden Walds.
Immer denkst du das weiße Antlitz des Menschen Ferne dem Getümmel der Zeit; Über ein Träumendes neigt sich gerne grünes Gezweig,
Kreuz und Abend; Umfängt den Tönenden mit purpurnen Armen sein Stern, Der zu unbewohnten Fenstern hinaufsteigt.
Also zittert im Dunkel der Fremdling, Da er leise die Lider über ein Menschliches aufhebt, Das ferne ist; die Silberstimme des Windes im Hausflur.
Solange, wie Sie ihn brauchen, Holmes. Weihnachten war doch schon ein guter Richtwert, zum Adventskalenderabschlußfest. :) Ich wende mich indes dem zweiten Teil zu.
Danke für den Trakl. Er steigt morgen mit mir in den Zug. In 8 Stunden durch Deutschland mit Trakl, Schopenhauer und Beauvoirs Briefe an Nelson Algren. Eine gute Zeit und Gruß an Herrn Cave!
St.-Peters-Friedhof
Ringsum ist Felseneinsamkeit. Des Todes bleiche Blumen schauern Auf Gräbern, die im Dunkel trauern – Doch diese Trauer hat kein Leid.
Der Himmel lächelt still herab In diesen traumverschlossenen Garten, Wo stille Pilger seiner warten. Es wacht das Kreuz auf jedem Grab.
Die Kirche ragt wie ein Gebet Vor einem Bilde ewiger Gnaden, Manch Licht brennt unter den Arkaden, Das stumm für arme Seelen fleht –
Indes die Baume blüh’n zur Nacht, Daß sich des Todes Antlitz hülle In ihrer Schönheit schimmernde Fülle, Die Tote tiefer träumen macht.
Wolfenbüttel: im Innenhof des Schlosses, Herzog August Bibliothek, Lessinghaus (Lessing wohnte dort von 1777 bis 1781).
So, Watson, nochmal von vorn. Ich rief Ihnen etwas zum Geburtstag zu, von diesem schaukelnden Berg aus, aber der große schwarze Adler schnappte sich das wohl im Flug. Ich dreh mal kurz die Zeiger auf Kurz Vor: All good things to you, my Co-Spion in the House of Sinn. Sagte ich Sin? In ein paar Tagen wird The Claw leuchtend zusehen, wie mein Geist in tausend Stücke springt.
Kennen Sie übrigens die hier? „I Am Kloot“ von I Am Kloot ist die beste Herbstplatte, wenn nicht Herbst ist. Manchmal ist das Leben genau so. Genau so. Und Tischtennis war schon immer mysteriös, wenn die Mädchen mitspielten, damals.
Da erwähnt einer Robyn Hitchcock, stimmt zwar nicht, was der sagt, aber Robyn Hitchcock & The Egyptians müssen mal erwähnt werden. „Robyn“, she said, „you know I don’t take sugar.“
Musik ist Komplizin der Ahnung, daß Zeit ein Schwindel ist. Was heißt da schon „long ago“. „Achtlos gehe ich meines Weges, in einem großen Lärm von Gattern, die überall geschlossen werden. Lieben, sie wiederfinden, die verlorene Gnade des ersten Augenblicks, in dem man liebt…“ (Breton, L’amour fou).
Nine Inch Nails in Berlin am 30.6. Nach ein paar Songs: „God DAMN it’s hot up here!“ Und etwas später: „We’re having fun up here, so… thank you!“ Die Treptow Arena, a wonderful place. Von Nebelmaschine zu Fever Ray vs. 200% Luftfeuchtigkeit unmittelbar vor Konzertbeginn bis: „Our last show in Germany was a good one. Thank you Berlin! Hotter than fuck onstage.“ (Trent auf Twitter um 2 Uhr morgens).
Wenn es wirklich das letzte NIN-Konzert war, vorerst – was für ein phantastischer Abschluß. Unfaßbar, was aus „Hurt“ geworden ist, live. Triumph des Lebens, des Am-Leben-Seins, der Liebe zum Leben.
Nachts um 3 sahen wir Füchse beim Hauptbahnhof. Vorher Marienkirche, Nikolaiviertel, Impressionistentee bei Mariage Frères, Kaffee auf der Friedrichstraße, und dann unser Besuch bei E.T.A. Hoffmann, an einem wunderbaren Spätnachmittag.
Und jetzt will ich, daß mir doof ums Herz wird, darum verschwinde ich jetzt mit Musik, die zu mir kam in einem mitleidlosen Winter, als zwei Frauen noch da waren, die jetzt auf zwei verschiedene Weisen nicht mehr da sind. Ich wünsche, daß es Ihnen wohlergeht, ich umarme Sie.
Und sind Sie sicher, dass es der große schwarze Adler war? Weil hier ewig erwartungsvoll der hässliche braune Geier kreist und nicht einsehen will, dass auch in den dunkelsten Phasen noch erneuerbare Energie vorhanden bleibt, die einen Kosmos erhellen könnte, wenn sie nur wollte. Es ist wohl die rührendste aller menschlichen Verrücktheiten, diese Hoffnung auf was auch immer, die wieder aufersteht aus der Asche der letzten Dummheit.
Long ago heißt vielleicht auch, dass es gut ist, dass Zeit Wunden heilt und Menschen die weniger guten Stunden vergessen. Naja. Heute hoffe ich auf sechs Wochen mit ausreichend Schlaf. Luxuriös, geradezu dekadent, ich weiß, aber alles, was zu hoffen mir in naher Zukunft von Bedeutung scheint. Also, danke schön für den Co-Spion in the House of Sinn. Darf ich das verwenden? The House of Sinn. Das baue ich doch, als Mahnmal für, nein, gegen die Unwahrhaftigkeit. Materialbestellungen zur Zeit leider mit Verzögerungen, good reasons out of stock. Neulieferungen in Kürze. Hopefully. Oh ja, auf Kurz Vor drehen wäre fein. Ich verbrachte so viele wunderbare Abende seitdem mit diesem hier:
Die Szene ab 2:53 in Holmes‘ und Watsons Wohnzimmer! Jeremy Brett ist, nein war grandios. DER Sherlock Holmes, jetzt verstehe ich alles. Rathbone unvergessen, aber blass gegen diesen phänomenalen Mann, der sein Leben Sherlock widmete, nachdem seine Frau viel zu früh starb. Am Ende konnte er, depressiv und gebrochenen Herzens, Rolle und Realität nicht mehr auseinander halten – wer wollte es ihm verdenken. Starb 1995, das Herz blieb einfach stehen. Skorpion, certainly. Konnte nicht anders sein.
Natürlich kenne ich I Am Kloot, wenn nicht sogar durch Sie, ich weiß es nicht mehr. Loneliness, it s got your name and your new address, and it drinks and never leaves. Hymne, Holmes, Hymne. Tischtennis, hmhm, so kam mir das alles auch immer vor, als ich noch an Leben mit einem Gegenspieler dachte. Energiekosten können in kritischen Turnierphasen ins Unermessliche steigen.
Aaaaach, Berlin. Aber ich war ja auch da, letztes Wochenende. Now I hate Madame Tussauds, aber das nur am Rand. Drei Tage including Farin Urlaub Racing Team including 12000 Fans in der Wuhlheide including Walls of Death and Walpurgisnacht im Juli. Advanced Ärzte. Farin leistet sich da ein richtig gutes Racing Team und seine Philosophie bringt auch immer etwas Licht in unsere Seelen. Dumm nur die Organisation, der Einlass dauerte katastrophale 2 Stunden und wir standen ebenso lange erschöpft in der Menge, fielen zu Konzertbeginn auf Plätze im Seitenrang und sahen den feiernden Menschen zu. Haben Sie schon mal eine auf- und zugehende La Ola Blume aus 24000 Händen gesehen? Beautiful!
NIN also auch mit wie immer hoher Erfreudichte, sehr schön! Treptow Arena ist doch die an der Spree? Das Partyschiff dahinter war Ort der NachderTheCureShowFeier letztes Jahr, weil die Show auch in der Arena sein sollte, (leider) ins Velodrom verlegt wurde. Ein schöner Ort, Blick in Richtung Alex und Oberbaumbrücke unterm Sternenhimmel.
Robyn Hitchcock! God damn, das ist toll! Wenn Musik Komplizin der Ahnung, dass Zeit ein Schwindel, dann wünsche ich Ihnen, dass sie mit Ihnen im Olympiastadion Lügen aufdeckt bis in Ihrem Blut ein blubberndes Süppchen aus Adrenalin kocht!
Seien Sie auch umarmt und beschützt from your old Watson!
„Pum pum pum pum.“ (Holmes at 5:17). Miss Ina (Bornstraße) hat mir gerade eine 5 x Audrey Hepburn DVD-BlissBox geliehen, muß mal in „War and Peace“ auf Jeremy Brett achten. Denn natürlich stimmt alles, was Sie sagen. Ich las darauf, daß er mal mit Anna Massey verheiratet war. „Peeping Tom“, knoworrimean. Die sich öffnende und schließende Wuhlheidenblume ist wunderschön.
We saw the Wild Irish Rose unfolding. Das blubbernde Süppchen aus Adrenalin wich schließlich, kurz vor Ende, bei „With Or Without You“ einem nicht mehr zu verhindernden Tränenfluß. Positionalität beinhaltet Übergang, meint Plessner. Weinen gehört dazu. Weinen ist wider den Cartesianismus. Weil Trennung von Ich und Welt, sofern sie die Übergänge sperrt, schlecht ist. Und weil es einer dieser Momente unfaßbarer Richtigkeit war, und das, als man ohnehin schon in einer plötzlich aufgegangenen buntfunkelnden Sternengalaxie schwebte. „Unbelievable“, meinte Bono mehrmals.
Ich weiß nicht mehr, ob ich Ihnen erzählte, daß Bono und ich uns mal hallo sagten vor der „Fabrik“, als sie ihren Schepperbus einluden. U2 waren schuld daran, daß die Psychedelic Furs an dem Abend nicht auftraten. Zu denen hatte ich damals Leda eigens verschleppen wollen, so aber boykottierten wir U2, und in der Werkstatt 3 warf Rimbaud mir Fragezeichen ins Weinglas und in die ungeschriebene Zukunft. Die Psychedelic Furs mit ihrer unter Ha! Ha! Ha!-Zynismus begrabenen Romantik, im Grunde war schon alles vorbereitet. Jedenfalls kamen wir auf dem Rückweg wieder an der Fabrik vorbei. „Hello!“ – „Hello!“ Als viel später dann Aljoscha at a place called Vertigo war, wies The Joshua Tree den Weg. Denn worum geht es bei U2 sonst, als um erneuerbare Energie. Um House of Sinn versus mauvaise foi. Ich schrieb über die irischen Mönche, und SIE, die als Mädchen mal in Irland war, brachte mir Material, halb Bibliotheken durchforstend, halb einfach nie aus Irland zurück und von dort aus sprechend. So ging das dann immer weiter, mit U2.
Und darum war es Zeit.
Bei Tischtennis denke ich gar nicht so sehr an Gegenspieler, sondern an diese Sonderform mit Um-den-Tisch-Laufen. Wer den Ball verhaute, flog raus. Und ich flog meistens früh raus, weil ich zu Tode fasziniert war davon, wie Mädchen laufen. Ich fand das sehr erotisch, wenn sie nach ihrem Schlag auf die andere Seite des Tisches liefen, mit sinnlos, aber bezaubernd fliegenden Armen, wunderbar unökonomisch. Da lag eine geheime Koordination drin, die auf alles außer Tischtennis gerichtet war. Das hat auch irgendwie damit zu tun, daß sie beschwipst nicht mehr „Atom Heart Mother“ sagen konnten. „Aaytom… atom… wie?“ Aber das führt jetzt zu nichts, Watson.
Robyn Hitchcock, verkanntes Genie. Bitte beachten Sie den Monolog in „Autumn Sea“.
‚Hunting? No, I think it’s a perfectly beastly sport!‘ quipped Frobisher as they leaned on the mantlepiece over the crisp autumn fire.
Featherstonehaugh felt his calves warming pleasantly as the brandy seeped below his waist: knotting slightly over the abdomen, suddenly passing back up through the spine, causing a small trickle of the otherwise pleasing brown fluid to shoot from the fontanel on top of his head which landed on top of the other guy‘s head (I’ve forgotten his name now… aw, anyway, he got covered in it).
‚Aw, what’s this?‘
‚Aw, some kind of fluid,‘ said Featherstonehaugh.
‚Fluid? Oh, that’s the tops.‘
‚No, they use them for clothes pegs, you know!‘ continued Featherstonehaugh, somewhat more droll.
‚Really?‘ said Butterworth, who was feeling rather left out of the conversation.
‚Oh yes, that’s right, you know, they pick them up in Siberia and bring them over.‘
‚Siberia!‘ interjected the fellow whose name I still can’t remember.
‚Topping place! Went there once. Found a little moustache. One of the Russkies had it. Wah ha ha! Took it home, don’t you know. Showed the little lady. Hrrmph. She put it on. Left me for another woman. Hmmm. Rum things, lefts. And women.‘
He was left alone: there was no one there, not even a woman, just the fireplace and his ever swelling chins. As the brandy began taking lethal effect, Featherstonehaugh (or was it Butterworth? Or was it the other guy whose name I can’t remember?) found himself slowly turning into some kind of helpless, diseased houseplant. As he watched his future and his past gradually become interchangeable like a highway surrounding a drunken man that begins to spin, he looked up above him.
Even the angels were asleep. It was one of those nights.
Ahhh. October.
The universe is based on sullen entropy It falls apart as it goes on
As the light shines through your Chinese bones
There’s no one else In the whole outside world That matches to her in your soul But she doesn’t exist anymore
Am Donnerstag sah ich zum ersten Mal „Vom Winde verweht“, naja, der Schluß gefiel mir nicht. :) Und Freitagnacht zwei ganz großartige Sherlock Holmes Filme von 1939. Sie zufällig auch? Der Schauspieler Basil Ichweißnichtweiter (edit: Rathbone) war ein grandioser Sherlock. Watson leider dümmlich dargestellt, was von Doyle nicht so gedacht war, wohl aber gern interpretiert wird. Ich brauche unbedingt die BBC Serie, die Briten bezeichnen den dortigen Sherlock Schauspieler als den Sherlock.
Nein, ich schreibe nicht verziehen und verzeihen auch selten. Aber ich schreibe oft ncihts. Was überhaupt keinen Sinn ergibt. Die Buchstaben liegen weit auseinander auf der Tastatur, allerdings könnte die rechte Gehirnhälfte hier eine tragende Rolle spielen, da sie die kreativere und emotionalere der beiden ist und deshalb wohl gern mal der rationalen Richtigschreibregion der linken dazwischenfunkt. Vielleicht ist sie auch einfach die schnellere, ich schreib nämlich auch gern mal sit statt ist. Hmmm. Was sagt uns das? Nichts Neues eigentlich. Wir fühlen eben schneller als wir denken. Wie bin ich jetzt hierhin gekommen? Ach ja. Deduktion ist alles. Elementare Schlussfolgerungen. (Hab soeben entdeckt, dass man die Sherlock Holmes Filme im Grunde komplett auf youtube sehen kann – grand!)
Der maxime Park, kürzlich neu angelegt, ist tatsächlich ein Ort, den ich während meiner ausgedehnten Spaziergänge, die mir ein Arzt aus Heidelberg nahelegte, häufig aufsuche. Begleitet eher von Robert als von Romy und die Herren Covenant eskortieren. Die Parkanlagen werde ich auch am 6. August aufsuchen, um Herrn Paul Smith zu bewundern. Ich strebe sogar die erste Reihe an.
Ostern war etwas blassblau, ja, Werfels Sprache großartig. Identifikation aus bekannten Gründen mit Vera. Zur Zeit reise ich mit einem Kühlschrank durch Irland. Das ist absolut sinnlos, aber es gibt viele Pausen, in denen irisches Bier gereicht wird. Und sinnlose Unterfangen sind es nun mal, die mich in diesem Jahr vom eigentlich Interessanten abhalten, aber irgendwann wird die Diplomarbeit ihr Ende finden. Außerdem teilen wir die Küche mit fliegenden Ameisen, was mich irritiert und befremdet. Aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit habe ich kapituliert, wir werden umziehen, sobald sich die Gelegenheit bietet. Das Bollerwagen-Foto ist wirklich süß. Der Kleine vorn rechts mit den rötlichen Haaren wirkt, als wäre schon vorgezeichnet, dass er einmal die Laboratorien der geologisch-paläontologischen Fakultät übernehmen wird.
Basil Rathbone war einer der Lieblingsschauspieler von Lux Interior und ein guter Freund von Vincent Price. Mehr muß man gar nicht wissen. Er ist doch auch der böse Onkel Andre in „Wir sind keine Engel“. Ein paar Sherlock Holmes-Filme mit ihm habe ich mal gesehen, ist aber länger her. Eines dieser smarte-Schurken-Gesichter. An „Vom Winde verweht“ gefällt mir vor allem Clark Gable nicht. Aber der gefällt mir ohnehin selten. Wußten Sie, daß David Bowie, als er gerade „The Elephant Man“ spielte, ein Buch empfohlen hat mit dem Titel „The Origin of Consciousness in the Breakdown of the Bicameral Mind“? Wollte ich immer mal lesen, hab ich aber nie. Der Titel ist mir aber unvergeßlich. Danke für den Maximo Park-Clip. Hüte sind ja sehr im Schwange. In der BS liegen auch haufenweise Hüte herum, neuerdings, und ich wandere zeitweise mit hohem, spitzem Magician’s Hat umher. The Importance Of Being Horst.
Flugameisen sind ja eigentlich immer zahlenmäßig überlegen, aber das ist sehr garstig. Ich wünsche Ihnen von Herzen, daß es nicht allzu schwierig und langwierig wird, ein neues Domizil zu finden. Spaziergänge durch Eppendorf fallen mir schwer, too many memories, historisch belastet. Dabei ist es so schön, da, am Kanal, wo bald wieder der Zirkus seine Zelte aufschlagen wird. Auf dem Bollerwagen-Foto sehen Sie vorn rechts Levi. Levi ist Anarchist. Ich nenne ihn immer Herr Tapp. Weil eine der Erzieherinnen mal zu ihm sagte „Ertappt, Levi!“ Und er hatte verstanden Herr Tapp Levi. Er: „Ich bin nicht Herr Tapp!“ – Ich: „Doch, du bist Herr Tapp.“ – „Nein, du bist Herr Tapp!“ – „Nein, du bist Herr Tapp.“ Wie die Marx Brothers. Zur guten Nacht noch eine Schwäche, die ich, wie ich gerade erfahren durfte, mit dem berühmten Ecki Stieg teile, The Rattles in ihrer kurzen Zwischenphase 1970/1971. Ob „The Witch“ im Niendorfer Gehege gedreht wurde?
Ich wollte grad sagen, die sehen alle so unschuldig und irgendwie, hm, so gesund aus, aber im Niendorfer Gehege haben sie dann wohl doch irgendwas eingeworfen. Niedlich! Hihi, James Last, ja, der wilde Halunke. Solche Musik lief früher, wenn Mutter bei der Hausarbeit das Radio laufen ließ. Aaaaaaach, ich verlange ja auch gar nicht immer Sonnenschein. Das wär ja auch schrecklich. Aber ein bisschen einfacher wäre schon gut. Entschuldigen Sie diesen dämlichen Satz, aber auch Dämlichkeit muß mal ans Licht der untergehenden Sonne. Ist ja bald wieder der längste Tag im Jahr und zuviel Sonne macht schon mal etwas dumm. Fragen Sie jetzt nicht wieso, das weiß ich nämlich auch nicht. Und außerdem erklären Sie mir mal bitte, warum Bier mit dem Strohhalm getrunken zu beschleunigter und/oder erhöhter Trunkenheit führen soll!? Jedesmal, wenn ich darauf angesprochen werde, frage ich dies und niemand konnte es bisher erklären. Ich mag halt nicht immer an Flaschen nuckeln und in den Etablissements wird ja heutzutage oft nur die Flasche gereicht. Nun ja. Ich möchte Sie ja auch nicht mit Unnützem belasten. Herr Tapp ist ja ein grandioser Name für so eine kleine Persönlichkeit. Nicht lange und er wird Herr Dr. Tapp genannt werden wollen müssen dürfen.
Hüte sind ganz groß in Mode, ja, und Paul Smith trägt sie ja konsequent auf der Bühne. Sehr, sehr schick. Magician’s Hats sind ja etwas Harry Potteresque, aber gewisse Altersklassen müssen da durch. Von David Bowie hatte ich noch keine Buchempfehlung entgegengenommen, nein, aber die Zwei-Kammer-Theorie ist wohl auch widerlegt. Vernetzung ist sicher. Aber das wussten Sie ja schon. So und nun: Zum Wohl! (Nur Sojaschokoladenmilch, aber mit Strohhalm) Ach, eins noch: Third verse same as first? Das kenn ich aus nem Violent Femmes Lied!?
Ich glaube nicht, daß man schneller betrunken wird, wenn man Bier mit dem Strohhalm trinkt. Das ist so ein urbaner Mythos, wie der, daß die Kartoffel, die Raimund Harmstorf zerquetschte, gekocht war. Natürlich war die NICHT gekocht, die war aus Stahl. Vielleicht trinken halt eher Mädchen Bier mit dem Strohhalm, und Mädchen werden schneller betrunken? Oder tun jedenfalls earlier beschwipst? Keine Ahnung. Der Film scheint sich zu Sherlock Holmes zu verhalten wie „From Hell“ zu Jack The Ripper. Haben Sie den hier mal gesehen?
Das ist doch schonmal gut, erstmal aus der Schußbahn der Flugameisen. Hoffe intensiv auf Ausziehwilligkeit obenrum. Ich lebe ja im Zauberberg-Lungensanatorium für Jakobiner. Dabei bin ich unter Umständen Royalist. Wie schon gesagt, es ergibt keinen Sinn, Watson.
Beim ersten Hören fand ich, die neue Marilyn Manson-Platte hat ihren Höhepunkt in der Mitte, Tracks 7 und 8. Auf „Running To The Edge Of The World“ singt er sich ja quasi das Herz raus. „I Want To Kill You Like They Do In The Movies“ fängt fast an wie ein Tool-Song. „And I’m a country you don’t ever ever ever ever ever wanna visit again“ und man wird hellhörig. Und mit „Cut. Cut. Cut. Cut. Cut. Cut.“ hat er einen. Dann wird klar, warum Twiggy zurückgekommen ist. Um das Drama zu strukturieren. Nach dreieinhalb Minuten hängt er eine Gitarre in die Endlosschleife wie damals David Bowie, als er sich für Iggy Pops „Dum Dum Boys“ die Finger blutig spielte, und dann geht der Song einfach immer weiter und weiter, und mindestens muß man feststellen, sowas noch nicht gehört von Manson. Derzeit sind meine Favoriten „Into The Fire“ mit diesem guitar-gently-weeps-Solo von Twiggy (Manson: „Twiggy blew me away, it made me cry“) und „15“. Und dann kamen die ersten Bilder von der Tour und man dachte: oha. Death Trip. Mittlerweile haben sie aber wohl in die Spur gefunden.
Haben Sie Placebo bei „Rock am Ring“ gesehen? Groß und schön. Und im Gegensatz zu diesen Typen, die nur unglaublich gutaussehend tun, à la Mando Diao, na Sie wissen schon. Molko hat sich ja in der Zwischenzeit in einem Hausboot auf der Seine eingerichtet. „Third verse same as first“ ist aus „Second Sight“. Die Violent Femmes sind immer irgendwie an mir vorbeigegangen. Also, die Band.
Stahlkartoffel? Klar, Mädchen werden ja schneller betrunken, da kommts her, danke für die Erhellung. Ich werde nur noch damit argumentieren. Erstens: Ich werde schneller betrunken, weil ich ein Mädchen bin und zweitens: Strohhalm rettet den Lippenstift, damit wenigstens betrunken im elegant chaos. Oder so. Ein Lungensanatorium wäre mir auch grad ganz gelegen, aber eins auf einem echten Berg, bitte. Royalist, ja, was sonst. Da hat man jedenfalls was zu gucken. Demokraten und Despoten sind meistens hässlich. Sinn, Mister Holmes, Sinn. Den such ich nur noch im Dunkeln. Hauptsache sinnlich, meinen Sie wohl, und doch geht es uns besser, wenn das Licht auf uns fällt. 100.000 Lux gegen fundamental states of mind. Als gestern mal wieder die Sonne aufging und bis heute abend durchschien, wurde mir doch wieder etwas wohler zu Gemüt. My goth, ich kenne weder Blow-Up noch From Hell. Placebo hab ich nur zusammengeschnitten gesehen, weiß was Sie meinen. Farin Urlaub setzt sich hier nach wie vor durch wie geschnitten Brot und ich hab nichts dagegen.
Hausboot auf der Seine hab ich auch gelesen, klingt aber bestimmt besser als es ist. Chocolat hab ich schließlich mehrfach gesehen und ich muß JEDESMAL heulen, wenn das Schiff in Flammen aufgeht und Anouk dort vermutet wird. Mando Diao – ach du Schreck. Schlimm auch die Killers. Danke für die MM Plattenkritik, werde darauf zurückkommen. Aha, dachte schon, dass third verse ne Redewendung sein muß. Violent Femmes vorbeigegangen (also die Band..)? :) Vielleicht wäre mir das zeitweise auch lieber gewesen. Aber wer würde dem Schmerz nicht entgehen wollen, wenn er ihn kommen sähe? Und doch war dieser Schmerz das Ende und der Anfang gleichzeitig von so vielem. Gordon Ganos Stimme so speziell, eines der besten Konzerte ever im Stadtpark. Apart from Partyhits hatten die Femmes unvergleichliche Momente. Ihre Platte Why Do Birds Sing? hab ich wohl das letzte Mal in den 90ern gehört, und doch sind Musik und Texte derart ins Hirn gebrannt, dass sie mich aufsuchen, als wären sie Körperteile oder innere Organe, die man, obwohl sie immer da sind, nur hin und wieder beachtet. Wenn sie weh tun meistens. First cut is the deepest. Wenn ich den noch mal finden könnte, der untrennbar zu dieser Musik gehört, wäre ich etwas weniger traurig insgesamt. Aber man trifft sich ja nur immer zweimal im Leben und das war schon. It’s all so long ago.
Eine blaßblaue Frauenschrift – gute Idee eigentlich. Mal für Ostern vormerken. Ich hab die Verfilmung gesehen, twice. Ist schon eine Weile her, erinnere mich an einen sehr guten Hauptdarsteller. Intensiv gespielt oder so was. Ich habe keinen favourite mit Romy, oder noch nicht. Deshalb frag ich ja. Ich hab auch vor vielen Jahren einige Filme gesehen, viele Jahre, deshalb die Erinnerung zu dünn. Ludwig II. gefiel mir auch bestens, aber ich dachte, das dürfte man nicht laut sagen, weil es ja auch so eine Art Sissi Film ist. Die Ausstellung hat mich erinnert, dass ich einiges nachholen muß. Will. Temporär ist man eben Französin, wo man kann. Das Museum, ja, wie Sie sagen. Wer durch das Portal die Hallen betritt, verlässt nicht nur das miese Bahnhofsviertel, sondern gleich die gesamte Gegenwart. Allerdings greift dieser Effekt noch stärker nach mir in der neuerdings als Hamburg Museum bezeichneten Zeitmaschine am Holstenwall. Zum Versinken ins 19. Jhd. der kleine weiße Hamburger Kaufmannsfamiliensalon im zweiten Stock.
Das klingt nach einem gelungenen Abend mit Herrn Almond, freut mich sehr. Combichrist erfüllten zwar ihren Zweck nicht, waren aber sehenswert. Drei Vorgruppen, boy, anstrengend. CC selbst mit zwei Schlagzeugern, einer der beiden agierte durchgehend animallike, ich an der Seite, oben, besten Blick über die Zuschauermenge, konnte Vergleich mit Muppet Show nicht leugnen. Muppet Show, nur in schwarz. Schwarze Halle, schwarze Menschen, schwarze Band.
Holstenwall ist doch da, wo „Das Cabinet des Dr Caligari“ spielt. In dem Museum war ich sehr lange nicht, danke für den Wink. Wenn Sie gern ins 19. Jahrhundert versinken, müßte Ihnen Dänemark gefallen, das Dänemark, das kaum einer kennt, meine ich. Da gibt es so viele große, kleinere und Kleinstmuseen mit Salons, Zimmern, Stuben, Kammern, die einen aus der Gegenwart tragen. Das macht Dänemark zwar ohnehin gern, mit all seinen seltsamen Quellen, Kirchen, Oldtidsvejs, in der Erde vergrabenen Wikingerschiffen, Steinsetzungen, aber diese versteckten Zeitmaschinen in wunderlichen Häusern haben einen besonderen Reiz. Einmal sahen wir auch ein Armenhaus-Museum in Svendborg. All diese Gegenstände von Menschen, die darum kämpften, Selbstachtung zu bewahren, all diese Ecken, in die Blicke fielen aus Augen, die am Ende ihrer Hoffnungen angekommen waren, und dann plötzlich, ich konnte es einfach nicht fassen, auf einem schäbigen Tisch eine dänische Illustrierte für die Dame, aus dem Jahre 1947, und auf dem Titelbild war Simone Simon. Die Heroine aus „Cat People“. Now that’s what I call Weltinnenraum.
Ja, aber der Verfall des Helmut Berger, so perfekt in dieser Rolle, hätte ja in keinen Sissi-Film gepaßt. Vielleicht sollten wir uns mit Visconti-Filmen eindecken? Ich werde dann 10mal zu der Szene aus „Rocco und seine Brüder“ zurückspulen, wo Delon einfach nur sagt: „Orangen.“ Mit so Zickigkeiten müßten Sie rechnen. – Muppetshow in Schwarz, dagegen spricht doch mal gar nichts. Ich habe aber über alles nachgedacht, was Sie mir in puncto Weiberelectro sagten, und weiß jetzt, daß es zwei, drei Bands einer spezifischen Form von Weibergoth gibt, mit der man mich mittlerweile jagen kann. Wenn Sie jetzt auf London After Midnight tippen, gewinnen Sie gar nichts, das war zu leicht. Ah, Sie kennen Verfilmungen der „Blaßblauen Frauenschrift“? Finde wunderbar, wie Werfel die Sprache, die so souverän und elegant wie Leonidas selbst sein kann, immer mehr unterhöhlt, so wie Veras Präsenz in seinem Leben seine Selbstgefälligkeit unterhöhlt, plötzlich ist atmosphärische Störung, Hintergründigkeit, latent unheimlich werdende Welt überall. Muß gestehen, ich war aus bestimmten Gründen auch von Amelie sehr fasziniert. Und schrieb gerade im Forum, falls es mal, im Zeitalter der Contests, einen Contest gibt für die besten letzten drei Sätze einer Novelle, das wäre einer meiner Kandidaten.
Frühling kommt, der Sperling piept, haben Sie den Track gehört, den Marilyn Manson zum freien download anbietet? Erinnert mich latent an „Lagartija Nick“ von Bauhaus, und daß Jeordie White / Twiggy zurück ist, hört man volle Kanüle und es hört sich gut an.
Hoffe sehr, Französisierung ist einer von vielen wirksamen Konfusionskillern.
Wie die Zeit vergeht. Und ich guck ihr noch dabei zu. Dänemark klingt wunderbar. Und so ein Illustrierte-für-die-Dame-Erlebnis ist natürlich groß.
Es gibt überhaupt noch viel im Norden, das ich sehen muß. Schottland, Irland grad ganz weit oben auf der Liste.
Zickigkeiten nennen Sie das? Och, da hätte ich auch ein paar anzubieten. Im Zweifelsfall hilft gegen Konfusion am besten noch immer ein Löffelchen bitterer Realität und dann kalter Entzug. Nicht die sanfteste Methode, aber wirksam. Und vorher noch I still don’t know what’s going on, I can’t help feeling something’s wrong ins Forum schreiben.
Am nächsten Tag es kaum mehr glauben können, dass ein Gefühl einen so sehr nicht trügen kann – unbezahlbar!
Sie meinen, es ist doch überraschend, wie unüberraschend Menschen manchmal sein können? So ist das wohl, „pityfully predictable“ eine Wendung, die keinen Rost ansetzt. Gut, daß einem gleichzeitig sozusagen ständig der Atem stockt, it’s the truth. – Irland und Schottland, mh. Ich war ja da, Sie wissen schon, in einem früheren Leben, Kapitel 10. Zu Irland habe ich so eine nur mittelbar intensive Beziehung, nicht nur wegen U2, ich habe auch mal darüber eine Arbeit geschrieben, wie der irische Dickschädel Columban von Luxeuil sich schwer mit dem Papst anlegte. Im Zuge dessen wurde ich mit Geschichten und Material versorgt von einer, die mal da war, SIE nämlich. Die irischen Mönche waren die toughsten. Mönchsregeln, daß es nur so kracht. „Wer schlafend in der Kirche seinen Samen verliert, zehn Hiebe.“ Und Schottland – gerade dachte ich, Edinburgh muß eine wunderschöne Stadt sein, und zack sehe ich im TV fast zufällig den Film „Hallam Foe“, der genau das bestätigt. Kennen Sie die Mediaeval Baebes?
Na gut, vielleicht bin ich einfach keine Zicke und muß lernen damit zu leben. Bringt ja auch nichts, wenn ich versuchte, zickig zu sein. Sie würden es über kurz oder lang lächerlich finden müssen. Kürzlich stand im Horoskop >Sie sind heute beziehungsunfähig, wenn nicht menschenscheu, können dies aber mit Ihrer Unkompliziertheit ausgleichen.< Oder so ähnlich. Empathiedesastergirl. Cut. Pitifully predictable. Hrhr. Hab beschlossen, einfach mal das Leben zu überraschen. Das hat’s nun davon.
Ich war in Berlin und bin mal wieder cured. So cured. Diese Nächte sind so out of this world, dass es immer sehr schwer ist, wieder zurückzufinden. Eine grandiose Nacht, ein Club voller schöner Creatures of the Night aus Italien, Holland, Deutschland, die alle Cure Songs kennen und jedes Wort mitsingen. Sowas gibt es noch. Und meine kleine Cure family, such a beautiful bunch of people.
Wir haben uns immer noch nicht getroffen und es ist schon fast Mai. Shame on me. Ich werde Sie mit Schokolade zum Darüberhinwegsehen bestechen.
Ich mag die Melancholiker mit rauchigen Stimmen. Some obscure Scottish poet wie der alte Sänger von Marillion. Aber Marillion ist wiederum gar nicht so schottisch. Oder die Commitments, gab es kürzlich mal wieder im TV. Das ist irische Alltagskultur. Und Annie Lennox (ja, ich weiß, englisch, trotzdem >zick<). Wenn sie singt, steh ich in Gedanken auf einer Klippe above a raging sea und want to walk in the open wind irgendwo an den Küsten der Isle of Wight oder so. Große Gläser mit rötlichem Bier. Lagerfeuer am Strand und der Mann mit der Gitarre singt irische Trinklieder. Steinkreise ohne Erinnerung, was sie da sollen. Und Regen, schwerer Regen. Ich will mir gar nicht vorstellen, wie DIE Mönchsregel entstanden sein mag.
Bestechen mit Schokolade ist nicht fair, da könnte jeder praktisch alles von mir wollen. Na gut, ich bin nicht unbestechlich, aber wählerisch darin, von wem ich mich bestechen lasse, und Ihnen ist sowieso verziehen, ja nichtmal was zu verzeihen. Verschreiben Sie sich auch immer bei „Verzeihen“? Ich schreibe erst immer „verziehen“ und denke dann immer, – naja, sowas wie „aha“, denke ich wohl.
Beautiful creatures of the night wissen ja, man muß sich schon an den Epochen bedienen. Während die in London Blitzkrieg-Parties feiern und im Stile der 40s als veritable Ditas mit laszivem Zeugs darauf warten, daß David Niven mit seiner ledernen Fliegermütze um die Säulen kommt, ist Berlin gleich zurück in die 20er, von wegen Weimarkrise. Mich macht Louise Brooks auch völlig fertig. Zug- und Bustickets für Berlin sind auch schon gebucht, neben U2 auch noch Nine Inch Nails. Damn right, große Gläser mit rötlichem Bier.
„Als Hjerrild Niels Lyhne zum letztenmal sah, lag er da und fabelte von seiner Rüstung und davon, daß er stehend sterben wollte.“ Die Chieftains haben auch Teile zum Soundtrack von „Barry Lyndon“ beigesteuert, der wiederum der Lieblingsfilm von Brian Eno ist. Man hätte ja gedacht, daß der einen anderen Kubrickfilm bevorzugt.
Annie Lennox ist doch Schottin? In Johannesburg habe ich mal in den Milner Park Showgrounds einen Nachmittag lang hinter einer Hecke gelegen und einer Pipes & Drums-Band zugehört, die da übte. Kein Witz. War den Klängen gefolgt wie die Schlange der Flöte. Bob Dylan: Well my heart’s in the highlands gentle and fair.
Ich vermute Sie irgendwo mit Romy im maximen Park, und Ostern war tatsächlich blaßblau?
[Bild: Museum für Hamburgische Geschichte, Foto CE)
Unvorhersehbar ausgewählt ist doch immer noch besser als vorhersehbar unausgewählt. Jeder nur ein Kreuz. Die Welt geht zu Phillip Boa, stattdessen bestellte ich grad ein Ticket für Combichrist und hab nicht die leiseste Ahnung, warum. Na, vielleicht doch, aber wer will schon die Wege der Katzen wirklich verstehen. Vielleicht nicht mal sie selbst.
Wenn Combichrist live so klingen wie auf MySpace, wird das genau das Richtige zum Wegblasen dessen, was unbotmäßig in den kommunizierenden Röhren sitzt. Habe mir gerade in der Küche, dort, wo ein alter Sessel steht und i-net-Anschluß nicht hinkommt, einen Schreibtisch gebastelt, ach was, eine Secret Window-Hütte ohne Hütte. Zuviele, die glauben, mit einem Streichholz in der Hand Licht im ganzen Haus machen zu können, das macht auch sehr müde. Stattdessen Rilke:
„Nein, nein, vorstellen kann man sich nichts auf der Welt, nicht das Geringste. Es ist alles aus so viel einzigen Einzelheiten zusammengesetzt, die sich nicht absehen lassen. Im Einbilden geht man über sie weg und merkt nicht, daß sie fehlen, schnell wie man ist. Die Wirklichkeiten aber sind langsam und unbeschreiblich ausführlich.“
Heute hat David Sylvian Geburtstag.
Combichrist klingen im Tanzpalast eigentlich noch viel rotziger, live hoffentlich auch. Zwingen mich auf die Tanzfläche, manche nennen es aber auch Weiberelectro.
Wegblasen ist wohl der Sinn der Übung, denke ich. So ein Secret Window brauche ich auch, schöne Idee. Leider reicht mein Kabel locker in die Küche und für die Terrasse ist es nun wirklich noch zu kalt. Ich musste heute stundenlanger Kolloquiumslaberei beiwohnen, um Himmels willen, was für überflüssiges Gesülze. Seine eigene Unwichtigkeit so dermaßen abzufeiern ist ja schon fast wieder brillant. Ich dachte schon nach 10 Minuten daran, doch lieber wieder im Krankenhaus zu schichten, als meine Zeit so sinnlos zu verjubeln, aber ich werde es natürlich doch tun, es gibt keinen Weg zurück. Mit einem Streichholz Licht im ganzen Haus? Ein treffendes Bild für viele Situationen. Ein Rilkezitat steht auch am Anfang der Arbeit, die Grundlage der meinigen ist: „Wie soll ich meine Seele halten, dass sie nicht an deine rührt?“
Wie haben sich Oasis geschlagen? Ich konnte es leider nicht miterleben.
Weiberelectro? Klingt gut für mich, aber ich sehe das wohl aus der falschen Perspektive. Würde ich musikalisch eher mit Ladytron oder Client verbinden. Die faszinierende Kombination zarter Handgelenke und kalter Maschinen. Stundenlange Kolloquiumslaberei, boy I remember well. Und immer sind es die Vollhonks, die sich am liebsten reden hören, bis man garstige Visionen von Mundzunähen im Schädel hat, schließlich hat man mal „Murders In The Zoo“ mit Lionel Atwill gesehen, aber diesen essentiellen Bestandteil im Kulturgut der Menschheit, mit der mysteriösen Kathleen Burke, kennt dann eh keiner. Rilke ist ja auch der Weltinnenraum-Mann. Hab gerade U2 auf SPON verteidigt mit: Weltinnenraum ist Matrix. Weltinnenraum ist da, wo Außenwelt und Innenwelt die Subjekt-Objekt-Trennung aufheben. Der Raum, wo du dir selbst zum Mysterium wirst, und das Mysterium der Realität dich treffen kann. Oasis haben sich gut geschlagen, HariboMan meinte zu Liam, „Jennifer (Aniston) was desperate to see you“, und Liam meinte, „Desperate? Sind wir doch alle irgendwie.“
Weltinnenraum, da tut sich viel grad. Weltaußenraum – keine Auffälligkeiten, Chief Commander. Genaueres vielleicht, wenn ich Sie anlässlich Ihres Jubeltages aufsuchen werde, am Brunnen. Nein, Sie sehen es aus der richtigen Perspektive. Es gibt aber andere. Ich weiß, dass diese Interpretation Ihnen in jenem Zusammenhang eher unbekannt ist, aber Weiber wäre in Weiberelectro eher abwertend und bezöge sich auf die Zuhörer.
Hah! Das war aber ein Touchdown von Liam. Sehr schön! TV sucks mal wieder. Als ich kürzlich Götz Alsmann bei seinen ewig gleichen Scherzchen zusah, erinnerte er mich an Sartre, so als wäre er die heutige Version. Und wenn ich das so empfinde, bin ich offensichtlich bereit, ein gewisses Niveau zu billigen!? Seitdem lese ich wieder mehr.
:) Sie haben U2 verteidigt? Warum und warum war das notwendig? Ein geschmackloser Fall von: Bands, die länger als zwei Monate im Geschäft sind, doof/überholt/zu alt/zu kommerziell finden?
Suchen Sie mich um Gottes Willen nicht an meinem Geburtstag am Brunnen auf, das ist ein Sonntag!
Kennen Sie übrigens Flann O’Brien? „At Swim-Two-Birds“? In „The Third Policeman“ entwickelt er die Mollycule-Theorie, nach der die Persönlichkeit eines Mannes sich mit der Persönlichkeit seines Fahrrads vermischen kann, an interchanging of mollycules, was nicht zuletzt an den huckeligen irischen Landwegen liegt.
Das weiß ich auch, dass es (ein) Sonntag ist. :) Ich sagte ja auch > anlässlich. Nicht > an. Siiigh, finally sind die Ferien rum, Cathy allein zuhaus mit einer Tüte Chips und den zwei Babyratten, die seit Montag in ihrem Käfig die Nacht zum Tag machen, raven, futtern, raven, schlafen, wieder raven. Sehr lustige Fellknäuelchen named Paula und Louise. Habe heute entdeckt, dass sie Schokoladenpudding mögen und sich auf Kämpfe um Stroh einlassen. Von Ratten und Menschen oder wie das heißt.
Ich betrat heute Nachmittag das Museum für Kunst und Gewerbe und fand ein paar samtene Treppenstufen höher, das knarrende Parkett durch Zeitkorridore führend – far away and long before –, einen warmen Frühlingstag 1973 in Paris. Romy Schneider auf einer Bank sitzend, ladylike in weißer Leinenbluse, ein brauner Gürtel mit goldener Schnalle um die schmale Taille, neben ihr zwei alte Frauen in einfacher Kleidung und mit gebührendem Abstand. Sie sah aus wie eine Königin, nur schöner. Freier. Auf anderen Bildern dann ihre Einsamkeit, ihre Traurigkeit. Es gab ein Foto, ein viel früheres, Anfang der 60er, da sieht man schon, wie zerbrochen sie war. Ihre Augen erzählten von Verletzung, die nie mehr heilen, nur noch betäubt werden konnte. Und ich habe mich gefragt, was wohl Ihr favourite film mit Romy ist? Es gibt ein Video mit einer Hommage von Alain Delon, wie Sie sagten, sie fehlt ihm immer noch und am Ende sagt er: Für Disch, mein Puppele. Pour toi, mon amour.
Elevation in Chicago – grand! U2 haben Intensität, ja. Magie für mich in Zooropa, aber das liegt am damaligen Zeitgeist, meinem persönlichen. Wie es immer so ist. Die Iren mögen wohl Zooropa im Allgemeinen nicht, betrachten Bono aber als Volkshelden, soweit ich weiß. Flann O’Brien schon mal gehört.
Wie war Marc? Gab er Brilliant Creatures? Mein favourite von ihm.
Mein favourite film mit Romy? Am schönsten, für mich, ist sie wohl in „Das Mädchen und der Kommissar“. Sehr beeindruckend: „Death Watch“, mit Harvey Keitel. Wenn ich einen Film von ihr für die Insel auswählen müßte, dann vielleicht Viscontis „Ludwig II.“ Und dann ist da natürlich noch „Nachtblende“. Und für Sie, was ist Ihr favourite? – Das Museum für Kunst und Gewerbe ist überhaupt ein seltsamer, wunderbarer Ort. Manchmal meint man, ein Zug fährt direkt durch, und dann plötzlich, völlig zeitenthoben, strange silences falling down there. Ravende Babyratten, that’s beautiful. Manchmal denke ich auch an sowas, aber ich hab schon tagelang geheult, als mein Meerschweinchen starb. Und das war nach meinem Examen, Grundgütiger.
Marc Almond – sigh mit drei iii, wenn ich Sie zitieren darf. Der Tod hatte ihn zu 99% auf der Schippe nach seinem Motorradunfall, sein Kopf war Matsch, seine Stimme weg, Gedächtnisstörungen, hat unter Panikattacken im Internet nach der besten Suizidmethode gesucht. Und dann dies. Wiederauferstehungsfeier also sowieso.
Das Phantastische ist aber, daß er besser ist als jemals, und er war schon immer groß. Es ist so schön, daß auch die Engländer das jetzt so sagen, endlich: der beste torch singer der Gegenwart. Und so traurig, wenn es heißt, „ach, der mit Tainted Love?“ 30 Platten Herzblut, „ach, der mit Tainted Love?“ Glorious, I Have Lived, A Lover Spurned, Tragedy, The Idol, Variety, Child Star, Hand Over My Heart, The Days Of Pearly Spencer, Something’s Gotten Hold Of My Heart, The Devil (Okay), Brilliant Creatures, My Love, Jacky, Amsterdam, Sandboy, If You Go Away, Bitter Sweet, Bluegate Fields, Tears Run Rings, Ruby Red, Torch, Bedsitter, I Close My Eyes And Count To Ten, Friendship, Mother Fist, Tainted Love, Say Hello Wave Goodbye. So ungefähr. Fast 30 Songs, ungefähr zweieinhalb Stunden, als ob er gar nicht aufhören konnte. Einmal vermuddelte er den Text, und als ob das irgendjemanden irgendwie gestört hätte, entschuldigte er sich dafür mit: normalerweise sei er um diese Zeit schon im Bett. Ho ho, ho. „Amsterdam“ hat er aus dem Ärmel gezogen, extra für das Docks. What a performer. Genaugenommen hatte ich eine tonnenschwere Träne im Auge. Als er Brels „If You Go Away“ sang.
Und noch ein zweites Evangelium nach St Markus, derzeit.
Fürchte, auch hier, etwas westlich von Ihnen, steigt jetzt die Temperatur, der Fieberkopf in spe übte schon mal wilde Träume, die in einem mindestens 10 Kafkakilometer großen Gebäude spielten, jeder Raum wie aus Meyrink-Golem-Prag-Architektur überführt, undurchdringliche Winkel und alles voller dunkler Geheimnisse.
Darf ich annehmen, dass Sie einen angenehmen Abend mit den Gallaghers verlebten?
Fast möchte man Manchester City-Fan werden. Wenn gewöhnlich übellaunige bad boy-Attitüde & Troublemaker-Arroganz sich sowas abringt wie „Best fucking crowd in Germany!“, fängt man plötzlich an, sich daran zu erinnern, daß wir ja Beatlesstadt sind. Am Anfang von „I’m Outta Time“ machte Liam eine Geste zu jemandem ganz vorne und nölte „I’m standing up here„, aber dann hat er sich mitten im Song diesen Zettel aus dem Publikum geschnappt und vermutlich „Love, Liam“ draufgeschrieben. Später ging er nochmal mit zwei Zetteln zu einem der Speaker, schrieb was Längeres drauf und gab sie ins Publikum zurück. DER Liam. Unfaßbar. Alles in allem one inferno of bliss. Und wenn ein Konzert so anfängt wie gestern mit Fuckin‘ In The Bushes, verstehe ich die Anfälle kreischender 60s-Girls.
Und nachdem du als erstes verstehst, daß Liams Stimme dir eine Art souveräne Verachtung schenken will für all das, was dich in die Knie zwingen will, nähert man sich langsam der unfaßbaren schieren Brillanz von Oasis-Songs. Und dann kommt der Punkt, wo du verstehst, daß sie „Dig Out Your Soul“ auch umkehren, diese Songs, deine Seele gräbt langsam ihre Schönheit aus, und mit der gehst du dann zu der mystischen Tür, und du öffnest sie, und das erste, was du siehst, ist ein psychedelisches Schlamassel, aber nein, da ist ein Muster, und es sagt dir, there is always some kind of out there. Keep the dream alive, sagen sie. Es wird immer unbegreiflicher, wo diese Teufelsbraten das hernehmen.
Da die Saturndamen gerade ihre Sternstunden feiern, bitte wünschen Sie Prinzessin II nachträglich oder rechtzeitig All Good Things.
Oh, und Liams Jacke gefiel mir. :)
Das war unser Platz da, auf der Noel-Seite.
Grandiose Stimmung in Hamburg traut uns ja nie jemand zu. Liam hat während des Konzerts Briefe geschrieben? Unfasslich. Haben Sie Liam Ihre Jacke geliehen? :) Ja, die Sternstunden fanden statt und dass mir keine Klagen mehr kommen, der Geburtstag sei zu dicht an Weihnachten, feiern wir in Berlin, wenn Herr Urlaub im Sommer die Wuhlheide rockt noch einmal.
Was ist es nur mit Oasis, ich weiß es trotz all Ihrer eigentlich mitreißenden Beschreibungen nicht. Aber so ist es eben, entweder du findest die Tür oder nicht.
Wer uns kriegt, kriegt uns ganz. Auch die Versöhnungen sind groß, Joe Strummer wurde hier ja als Clash-bei-CBS-Verräter von Hardcorepunks von der Bühne gezerrt, und als er dann mit den Mescaleros wiederkam, kurz vor seinem Tod, hatte er ein paar Tränen der Rührung wegzuwischen, soviel Verehrung und Zuneigung haute dann auch den Mann um, der hoffentlich, bevor er ging, noch verstand, daß er unser aller großer Bruder war.
Oasis bei „Wetten dass“. Steht also mal wieder Fremdschämen de luxe auf dem Zettel.
Welch zungenloser Geist der Sünde kroch herein durch meine Vorhänge? Vielleicht ist es das. Ich träume derzeit nur noch Träume, die ich keinem erzählen kann.
„Hier können wir nicht anhalten! Das ist Fledermausland!“
Solche Träume haben mich auch befallen – unerwartet und ganz neu. Hm. Meine Diplomarbeit handelt von Sekundärtraumatisierung. Wär mal interessant, Musiker nach Fernsehsendungen darauf zu testen.
Sah kürzlich den Clip von Oasis bei Raab, aber das schweige ich lieber tot.
Tot ist nun leider auch Lux Interior. Sad, sad, sad. Denke, er und Ivy haben nichts versäumt im Leben, aber irgendwie… die waren immer da, seit Anbeginn der Zeit, und langsam werden die Tode himmelschreiend. Praise the Lord, daß wir die Cramps 2 x live sehen durften. Es tut weh, wenn so eine Schlüsselfigur, so ein bedeutender Faktor in deinem Leben plötzlich nicht mehr da ist. In einem obskuren Recordshop in Kopenhagen haben B & me mal die erste Single der Cramps gefunden. Viele obskure Singles konnte man auf der Welt nicht mehr finden, weil Lux & Ivy sie alle hatten.
„Life is God, and God is blind“, sagte mal ein Liebhaber der 2 Tage von Ihnen entfernten Anna Achmatowa. Deren Biographie ich gerade lese. Frau auf Hohem Pferd sagt Ich + Du, lebt Wir unvorhersehbar ausgewählt. Das ist, nach allem, vielleicht auch verständlich.
Zeitfenster ist ein tolles Wort. Gibt es auch Zeittüren? Kann man da durchgehen? Zeitdachboden. Hihi.
Zeittür, Zeitdachboden, Zeitbesenkammer, Zeitbegehbarerkleiderschrank, warum nicht. „Your Urge“ führt das Feld an, phantastisch. Seltsam nur, daß ich beim Hören immer Lust auf Kaffee im Frostklirren habe. Kennen Sie das, diese Nostalgie für etwas, das noch gar nicht lang zurückliegt? Noch 16 Tage bis Oasis. Ich wünsche ein rigoros glorioses 2009 ohne jede Üblichkeit, mit letzten Minuten Nine Inch Nails 2008. Reznor wünscht sich „spending time with things“. Ich uns auch.
Ich frag mich, wer da draußen noch Raketen entzünden soll, während Hamburg krank im Bett liegt. Gestern erhielt ich mein neues Gefährt und ich kann es nach 25 Jahren Monogamie mit meinem alten Hercules noch nicht so richtig fassen, dass ich nun über ein Kalkhoff verfüge, welches mir von meinem allerliebsten Herrn Vater unter leisem Protest aufgezwungen wurde.
Klar kenn ich das, ich heul sowieso immer, vor Nostalgie und was sich sonst so bietet, wissen Sie ja. Kaffee im Frostklirren kam mir auch in den Sinn, als ich beim Abwaschen Rain explodes at the moment that the cab door closed gegen die Wand sang.
Das ist schlau von dem Reznor, time with things. In den letzten Tagen flüchtete ich mich nach Northanger Abbey und zog dann weiter nach Mansfield Park, währenddem ich dachte, das nächste Jahr würde rigoros zu sein werden haben sollen müssen. Oder ich. The show must go on.
Hab grad gelesen: „Das Jahr 2009 liegt noch auf der Geburtsstation.“ Aha. Das erklärt so manche unerträgliche Langsamkeit des Seins. Vor zehn Jahren lag ich da auch. Eine ganze Dekade ist es her und wenn ich zum höchsten und größten Balkon von W10 hochschaue, erscheint er mir wie ein Ort aus fernen Zeiten – früher – damals, als eigentlich noch nicht mal ich geboren war.
Lalalalalaa.
Haben Sie schon die Oasis Plakate gesehen? Die sind hübsch. Die Musik ist erstaunlich old fashioned. And so am I.
Oui, alles noch im Vakuum. Offiziöse Frauenstimmen am Telefon erklären auf offiziöse Anfragen mal wieder alles mit völligen Verunklarungen, die Zeichen sind mißgelaunt, die Oasis-Plakate habe ich auch noch nicht gesehen, eigentlich sehe ich derzeit fast gar nichts, und Vorbeifahren bedeutet im Grunde die vollkommen autonome Handlung eines komplett durchgefrorenen Körpers. Aber ich gratuliere unendlich sympathisierend zum neuen Gefährt. Was Ihnen Jane Austen, war mir, sagen wir, Audrey Hepburn. Gestern sagte mir Emily, sie sei Sternzeichen Stütze. „Hat Mama gesagt.“ – „Ich glaube, deine Mama hat Sternzeichen Schütze gesagt. Das kommt von Bogenschütze.“ Ich schoß einen imaginären Pfeil ab. Emily lehnte sich an mich und sagte: „Aber Stütze ist besser.“ Was soll man da groß argumentieren. We all need someone we can lean on.
Ich friere auch ständig durch, verzichte sogar aufs Vorbeifahren und gehe zu Fuß. Das ist eine Seltenheit. Darf ich annehmen, dass Sie mindestens sieben Pullover tragen? Es wäre wünschenswert. Hmmja, die Laune. Remember: „Ein Mensch kann sich nur selbst glücklich machen.“ (Vgl. Erdmann, 2005) Oder Iggy gucken – gleich besser fühlen.
Mick in rosa Satin rief solche Stürme bis auf den Montagmorgenschulhof hervor? Warum, wenn es zu beschreiben wäre?
Stützen sind ja oft sehr angenehme Menschen, sehr lustig, wie man Emilys Beispiel entnehmen kann, neigen manchmal zum Größenwahn, dabei aber durchaus erfrischend und stützen können die auch, bestens sogar, bis zur Selbstaufgabe. Also, perfekt mißverstanden, würde ich sagen.
Aaach, Holly Golightly, ich wünsche mir doch auch Spiegel und Puderdose im Briefkasten.
Was es genau war? Hm. The call of the devil. Ich sagte ja schon, daß ich bereits mit 6 tagelang ein wehmütiger kleiner Idiot war, nachdem ich France Gall im TV gesehen hatte, aber dies war die Zeit, in der man mit dem ersten Schepperkassettenrecorder die ersten Songs aus dem Radio aufnahm. Mit Mikro. Töpfeklappern in der Küche = Nervous Breakdown. „Street Fighting Man“ war einer der allerersten. Aber ich kannte nur Fotos, Poster, dies waren die ersten bewegten Bilder, die ich sah, und diese Bewegungen sind das Ende meiner Kindheit, Jagger boxt den Durchgang zur anderen Welt frei. Von nun an lief ich in Zeugs durch die Schule, an dem die Schulfhofrüpel ihren Spaß hatten. Aber als ich gerade mal mit silberner Samthose in die Lateinstunde abzog, hörte ich einen murmeln: „Sieht ja geil aus.“ Und der Räuberhauptmann von damals hat mich neulich angesprochen, vor der Bank. Er vermutlich mit diversen Nullen hinter einer Ziffer auf dem Kontoauszug, aber ich hatte die Genugtuung, ihn beim besten Willen nicht mehr erkannt zu haben.
Noch ein paar andere Sachen natürlich. Die Musik knochentrocken und dreckig, und dabei doch so strahlend und souverän. Der Glamour, der an dunklen Abgründen entlangtanzt. Sex. Androgynie. Dandy in der Unterwelt. Und auch die Ur-Sympathie für den mysteriösen Second Man.
Der Real Wild Child-Clip… so schön, merci. Gehört, als Videofetzen, untrennbar zu „…und die Meute, der sie angehörten, wußte, was sie dem Mann schuldig war.“ Right there.
Mehr später. Sobald ich mich in meinen sieben Pullovern wieder besser bewegen kann.
Übrigens beschlossen, nun an Hälfte Worte Satz wegzulassen.
Wunderschön – alles! Heute noch bis 24 Uhr in Knechtschaft. Und hier rauscht es. Daher nur kurz: Tür 15, der Sänger ist doch der natürliche Vater von Paul Smith? :)
Wenn man, wie ich, entsetzlich müde auf die tanzenden Geschöpfe schaut und der Blick langsam verschwimmt, fragt man sich doch, ob die überhaupt echt sind, oder? Wie machen die das? Aber wenn man dann das hier sieht, glaubt man endgültig nicht mehr an ihre reale Existenz:
„Tänzer sind mariniert in Schweiß“, sagte mal einer. Die härteste Schufterei für die Illusion des Antigraven. Mademoiselle Lopatkina, oh dankeschön. Pavlova-esque. Unwirklich, die Hände und Arme, nicht? Früher sprach man vom Petersburger / Leningrader Arm oder vom Kirov-Arm bzw. Marinsky-Arm. Die Schule konnte man überall auf der Welt erkennen. Da ich vorhin beim Weihnachtsfeier-Julklapp einen „Orgasmatron“ Head Massager gewann, müßte jetzt eigentlich Lemmy mit Motörhead, aber der hat ja mal eine Hymne auf die R.A.M.O.N.E.S.
Unwirklich, genau. Dass es da auch Schulen und Bezeichnungen gibt, ist mir mal wieder neu. :) Hören Sie auf mit „Weihnachtsfeier“, schlimm sind die in der Grundschule. Nur gut, dass es die letzte war. Neue Schule, neues Glück. So einen Head Massager, der aussieht wie eine Riesenspinne? Ist bestimmt toll! Aber warum Lemmy? Die Frisur? :) Keine Ahnung, wie das jetzt in die 17 geraten ist, aber ich finds unfassbar.
Was uns dann auch endlich zu den Weihnachtseinkäufen führt:
„Hoppenstedt, wir heißen alle Hoppenstedt.“ :) Aaach, darauf ein Müllers Malz. Malzbier gehört für mich vollkommen unverzichtbar zu Weihnachten.
Oha. Die Christmas Light Show wirkt, als müßten dringend Botschaften an Außerirdische übermittelt werden. Gerade las ich zu „Ist das Leben nicht schön?“, James Stewart war vor der ersten Kuss-Szene sehr nervös, weil er fünf Jahre keine Frau mehr vor einer Kamera geküsst hatte, und dann war die Szene so gut, daß sie gekürzt werden mußte. Zwei Worte: Donna Reed.
„Es muß ein bißchen was Hmfh!“ Geht mir oft so. Jawohl, so eine Riesenspinne. Fühlt sich irre an, jedenfalls, wenn es jemand anders bei dir macht. Wenn man es sich selber macht, ist es nicht so irre. Khm. Warum Lemmy?
Die Warzen bilden eine Wohngemeinschaft in seinem Gesicht, aber ein herzensguter Mensch. Ich muß dem Tag wieder ein Fenster hinterherwerfen – Guinness ist zwar nicht Malzbier, aber ohne dies geht’s ja nun auch nicht.
Ja, unheimlich sympathisch dieser Lemmy :) Die Pogues, sehr gut. Guinness mag ich nicht, aber dunkles Bier. Und englisches Bier. Muß dringend noch den British Shop in der Hege aufsuchen. Letztes Jahr am 23.12. war da ein alter Daddy mit seiner erwachsenen Tochter einkaufend und vor sich hin grummelnd unterwegs. Sprach nur Englisch und es wurden die traditionellen englischen Weihnachtsverrücktheiten gekauft, wie Christmas Pudding und Mint Sauce. Zum Schluß saß er im Kassenraum und sang in aller Seelenruhe „My Way“ vor sich hin und zur Unterhaltung aller Kunden. Ich glaub, er war der Weihnachtsmann. Schade, dass man so lange auf Neil Tennants Part warten muß. Und dann ist er auch schon wieder vorbei.
Die Zeit, in der es einem ganz anders wird, voller Sehnsucht, voller Sehnsucht. Neil Tennant, seine out of space-Stimme und some enchanting Maria, da tut sich Zeugs auf, das beschreib ich lieber nicht. Habe ich Ihnen erzählt, daß ich ein „To Christian – Best Wishes“ signed by Deborah Kerr besitze, weil ich ihr mal einen komplett konfusen Brief schrieb, der von ihren roten Haaren in „Quo Vadis“ handelte und daß sie mich an ein früheres Leben erinnern, und davon, daß ich nach dem Film geträumt hatte, in der Arena zu stehen mit ihr und ein paar anderen, kurz bevor die Löwen kommen, und wir singen „All The Young Dudes“ von Bowie? So paßt dann wieder alles zusammen. :)
Darf ich Sie dann zu einer virtuellen Schlittenfahrt? I say Ring-a-ling-a-ling dingdongding, you say ring tingle tingling too.
Ja, Sie dürfen. Wär jetzt genau das Richtige und auf keinen Fall dürfen die Schokolollies fehlen…:)
Bunte Lichter in der Lounge!
Raus in den funkelnden Schnee. Schließlich sind wir die drei Weisen. Oder three clowns short of a circus, whatever. :)
Wenn noch einmal beim Aufrufen Ihrer Seite „Stupid Girl“ startet, nehm ichs persönlich. :) Den 20. werf ich auch mal hinterher. Stimmungswechsel bis zur Schwindligkeit. Menschen, die bei uns anrufen, sagen oft, sie hätten „Üblichkeit“. Die wohnen auch meistens im Erdgeschloß. Schön, oder? So ein Erdgeschloß hat bestimmt seine Vorteile.
Üblichkeit im Erdgeschloß? Aaah aaah aaah, ding ding ding, „there are toys for girls and boys…“ schön!
Elvis, want some lemonade?
*hicks* Bestens. Ich nehm das Kleidchen von Martina. And what’s under the tree? And behind the door in 23? Äh, 22? :)
Über Johnny Cash können wir nicht mehr sagen, als wir heute bei Kaffee und Smarties schon sagten, und in honorem unseres bezaubernden Treffens in der Kälte tut # 23 so, als wäre es ein langer, harter Winter gewesen, und jemand möchte seinen Mantel um jemanden legen. Und eine Kerze anzünden.
Bezaubernd, oui. Und die so tun, als wäre es ein langer harter Winter und sich Mäntel umlegen und Kerzen anzünden, haben vollkommen Recht. Ich wußte, Sie würden es schneien lassen. Danke! You were bigger and brighter and wider than snow. Folgerichtig gehörte jetzt hier Pictures Of You eingefügt, aber dazu ein anderes Mal. Später komme ich sicher nicht mehr dazu, es sind noch ein paar Päckchen zu packen und Nägel zu lackieren, deshalb schon zu früher Stunde meine Weihnachtswünsche.
Es ist der 24., was bedeutet, dass wir am Ende angekommen sind. Natürlich nur am Ende dieses einzigartigen Kalenders, denn es gilt selbstverständlich June Carter Cash singing >companion baby, you will never be abandoned< :) Ich wünsche ein wunderschönes Weihnachtsfest unter einem funkelnden Baum mit einer silbernen Spitze und ein paar sorglosen Stunden voller Musik und Zuckerzeug. :) Alles Liebe, Dear und danke für alles Wunderbare!
For Love is Lord of all, my Lagan Love. Gleich werde ich Cary Grants Baumschmücktrick versuchen. I’ll Be Home For Christmas, I’ll be there and everywhere in the most silent night of all. Feiert schön, Prinzessinnen. You are now in Bedford Falls. It’s a wonderful life.
Gorgeous!!! „Man sollte seine Eltern nicht verlieren.“ „Öhm, also eigentlich haben sie mich verloren.“ Ahhahaha… die Dame ist großartig, I am amused! Herrlich, dieser Adventskalender ist jetzt schon legendär. Sprung in die Seventies, zum Plattenschrank meines Bruders. Er mußte immer wieder die Platte mit den komischen blauen Figuren auflegen und Klein Katy hat getanzt… Kennen Sie Monsieur Jarre?
Dazu haben Sie getanzt? Stell‘ ich mir aber chic vor! Der Mann war doch mal mit Charlotte Rampling dings, wie heißt das noch? Naja, wie sagte Helmut Berger: „Es gibt keine Charlotte Rampling mehr!“ Es gibt auch keinen John Silver mehr! Ich meine Ivor Dean als John Silver. Ein Mann, ein Bein. Bin erst jetzt zurück wegen 6 Stunden „Die Schatzinsel“ am Stück, göttlich, heutegestern war ja Brian Molkos Geburtstag, und wenn die 70er jetzt dran sind, voila, leider etwas verspätetes zehntes Türchen:
Hähä, ja, was man mit 6 Jahren im blau-weiß geringelten Nachthemd so unter Tanzen versteht. Charlotte Rampling genau, 20 Jahre sogar, inzwischen ist er mit ner anderen ge- äh verdingst. Aber davon ahnte ich natürlich damals nichts. Schatzinsel geht 6 Stunden? Kam mir immer kürzer vor, oder gibt es noch ne andere als diese?
Brian ist toll! Und ein Song von David, schöööön. Pierrot The Clown ist aber noch schöner. Und mit welcher großartigen Band sind die beide schon mal aufgetreten, naaaa?
Back to Christmas. Hinter der 11. Tür tanzen schon wieder Puppen.
Love the Roll Call mit Headless Bill. Aber den einzig wahren John Silver sieht man natürlich hier:
Pierrot The Clown? Oh ja, einer der Kandidaten für one damn song that can make me break down and cry. The Puppini Sisters gefallen mir sehr. Benutzen denselben Lippenstift wie Robert Smith, aber das ist Ihnen sicher bekannt. Tanzen gehört natürlich unabdingbar zur Christmas Season.
Très chic. Ich glaube, Robert hat die Farbe inzwischen gewechselt, nicht mehr ganz so grell. Snoopy – sehr schön, besonders in Verbindung mit Schröder (so heißt er doch, oder?). It’s Friday, so lets dance again.
Surreal schön. 12. Sternenkrone, 12 himmlische Throne. Hohepriester hat 12 Edelsteine, 12 Engel an der Leine.
Eine engelsgleiche Sinéad, wunderschön. Möchte man gleich raus und in wallenden Kleidern durch den Nebel laufen à la recherche nach Weihnachtsgeistern. Und weil ich die beiden, die heute in der U3 ganz wunderschön „Winter Wonderland“ gesungen habe, nicht gefilmt habe, ist the thirteenth ein awful good girl.
Eartha Kitt – das phantastische „Champagne Taste“ hörte ich zum ersten Mal, als irgendwo irgendwann mal in tiefster Nacht sozusagen ins Crazy Horse Paris umgeschaltet wurde, und die Damen vom, äh, Ballett dem Song eine atemberaubende Dimension hinzufügten. „Santa Baby“ läßt ja wohl jeden Schneemann schmelzen.
Ich besitze einen Haufen Tapes mit Aufnahmen von Platten, die Titel hatten wie „Desperate Rock’n’Roll“, und so klingt das auch. Irgendwie folgerichtig habe ich den Song fürs 13. Fenster denn auch gerade auf einer Website gefunden, die mit „the worst Christmas songs ever created“ prahlt. Naja. Ich finde den schon sehr charmant. Patsy Raye & The Beatniks also, „Beatnik’s Wish“.
An Eartha kommt man eben nicht vorbei. Ich hörte heute den lieben langen Adventssonntag Oldie 95, während ich hier Weihnachtsfein zauberte. Die spielen an den Adventswochenenden 24 Stunden immer dieselben 25 Christmas Carols.
Just to please you, Mylord: mehr Trash, le numéro 14:
Very pleased! An den Engeln, die Chapman da umtanzen, komme ich auch nicht vorbei… muß erstmal raus und einmal um den Block laufen, Moment.
Die Weihnachtsüberdosis dieses Senders hatte ich vor 2 Jahren auch oft laufen, als ich diese Wohnung renovierte… seufz.
Weihnachtsfeinzauber, *pling*, Ballett, “Nachmittag eines Fauns“, ähnlicher Skandal damals wie „Sacre“.
Die 7. Tür und die zweite Kerze – something majestic:
Mh, Majestät war ja tatsächlich eine der bestangezogensten Damen des Universums. Als Cecil Beaton noch photographierte. Durchhalteansprachen an den Plebs brauchen Glamour, sonst funktioniert das kommunikationstechnisch nicht. Muß schon eine Königin sein, die mir sagt „Nicht grüßen, weitermachen!“ Auf „The Queen Is Dead“ verzichte ich dann mal lieber. „There Is A Light That Never Goes Out“ ist vielleicht nicht der beste Smiths-Song, aber der heiligste. Hoffe sehr, things are well in 059. Wünsche auch schon mal ein wunderbares 1958, und zum Thema Sandy Claws nicht vergessen:
Na klar gibt es den Sandy Claws, fallen Sie mir bitte nicht in den Rücken, auch nicht in Gestalt von The Damned, hab hier schon genug Überzeugungsarbeit zu leisten. :) Malpertuis? Bestimmt. Ich werde mal graben. Grad hab ich „Taxi“ gelesen. Immer schön, wenn Romane in HH spielen. Literarisch aber wertlos. (vgl. M. Reich-Ranicki). Das Neue in 1957 war ja, dass man sie SEHEN konnte. In der Ansprache von 2007 wird denn auch Bezug genommen auf diese erste vor 50 Jahren. Na, das erspar ich uns jetzt auch. All is well in O59, Yours, Pandora. In „Schweigeminute“ heißt der Protagonist auch Christian, ich mag das Buch aber nicht. Schade, Lenz hat ein paar sehr gute Werke. Mathieu Carrière? Vielleicht sollte ich lieber den Film sehen… Kennen Sie „Ein Mann will nach oben“? Bestimmt. Hab ich geliebt, obwohl ich noch viel zu jung war, zu verstehen. „There Is A Light…“ bestens eingeordnet, heilig und majestätisch. Ebenso wie JD. Majestätische Musik. Majestisch ist grad mein Lieblingswort, ein Zitat aus dem Making of von „Control“, das ich mir nikolaustechnisch mal wieder angetan hab.
„Ein Mann will nach oben“, meine Eltern sahen das immer, an mir ist es vorbeigegangen, leider. Würde ich wahnsinnig gern sehen, wie so viele Verfilmungen aus der Zeit. Wenigstens eine hatte ich mal gespeichert, Dostojewskis „Die Dämonen“ als Vierteiler. Großartig. So still, tief, intensiv. „Taxi“ kenne ich nicht – ich kenne überhaupt sehr wenig Zeitgenössisches, stelle ich fest. Deshalb mag ich auch Buchhandlungen fast nicht mehr – zu wenig Zeitgenossen. :) Der letzte amazon-Rezensent hat mich gerade neben Thomas Manns Zauberberg gestellt, ich hätte fast geheult.
„Abbé Doucedame, der immer weniger geneigt ist, über solche Themen zu sprechen, hat trotzdem etwas von einer gewissen Falte im Raum gesagt, um das Nebeneinandervorhandensein zweier Welten, die grundsätzlich verschieden sind, zu erklären. Malpertuis wäre nach dieser Theorie ein abscheuliches Übergangsgebiet. Dies ist nicht viel mehr als eine Metapher…“
Oui, beginnen Sie mit dem Film, unbedingt! Day 8, Mathieu Carrière in blond.
Neben dem Zauberberg ist Aljoscha gut aufgehoben, hmhm. Und Dostojewski auf der anderen Seite. Hinter der neunten Tür finden Sie einen Ausschnitt aus einem meiner all-time-favourites Filme. Ein zu Unrecht unbeachteter Film mit recht bekannten Darstellern and so very british.
Ich las über den Film, aber ich kenne ihn nicht. Werde unbedingt danach Ausschau halten, à la recherche nach mehr Momenten, in denen die Uhren die Zeiger abwerfen. Viel mehr „so very british“ als Edith Evans in „The Importance of Being Earnest“ geht wahrscheinlich nicht.