Der soll sich ganz gut verkaufen, hörte ich letztens. Werd‘ mir das Zeuch mal mit „Besteck“ kommen lassen. :)
Antirationalistischer Block / Christian Erdmann:
Kann über die geschmacklichen Qualitäten leider noch gar nichts sagen, ist derzeit mehr rituelle Hieroglyphe, war ein Geschenk für Mademoiselle, die in mir unergründlicher Fernmagie und skandalöser Traumarbeit im Raum zwischen Antichrist Superstar, Era Vulgaris und Year Zero als eine Art Dita des Mysterienkults agiert. Was Frauen eben so machen. Kenne also bisher nur Absinthe Mata Hari. Ich durchschaue das alles nicht so ganz, aber es wird schon seinen Grund haben, daß bei beiden Nine Inch Nails-Konzerten, die wir erlebten, ein Plektron von Jeordie White (Twiggy) vor meinen Füßen landete. :)
Noch 13x „From Hell“, dann ist sie vielleicht soweit. :)
Die Serie macht süchtig. Ich will auch eine Weihnachtsgans aus dem Alpha Inn, neben dem nachts diese rothaarige Schönheit steht, und in eine haarsträubend bizarre Geschichte verwickelt werden. 221b Baker Street, what a place to be.
Süchtig, genau. Kann mich nicht sattsehen an Gestik, Mimik seiner Holmesesqueness. Und wie er auf dem Holzgerüst hockt, wie ein Rabe, die Reste des Feuers durchsuchend (Der Baumeister von Norwood). To something completely indifferent – seit Tagen in neuer Umgebung, fast lyrische Stille im Haus mit den Sprossenfenstern, tanzende Blätter vorm Fenster unterm neblig-silbrigen Novemberhimmel und der Blick aus dem Küchenfenster ins Treppenhaus des Nebenhauses – wiederum gefühltes London oder vielleicht Wien des fin de siècle.
Er ist sensationell. Seine Wechsel von holmesesquer Trance zu nervöser motorischer Energie & the other way round, einzigartig.
„Das Marineabkommen“. Was für ein schönes Ding ist doch die Rose, Watson. Den „Baumeister von Norwood“ sah ich noch nicht, freue mich jetzt um so mehr auf das Rabengleiche. Da Sie die fast lyrische Stille schildern – es gehört auch zur Faszination dieser Serie, für mich. Die Stille. Die Möglichkeit, leise sprechen zu können. Ach, alles! Die Interieurs! Die Spazierstöcke! „Welcher Mensch trinkt Tee zu solch einer Stunde!“ Jeremy Brett, vorzeitig aus dem Synapsengebritzel tiefer Holmes-Träume gerissen und im Sessel mit verwuscheltem Haar in „The Blue Carbuncle“: Sie haben doch bestimmt dagesessen und „Ach! Ach! Ach!“ gemacht, oder? :)
ja stop ja stop und ja (bezügl. ach!) stop
noch kein i-net im haus stop warum wird alles nur komplizierter durch technik? stop ;) stop
Nur noch 2 Folgen übrig. Ich antizipiere einen schweren Turkey. Gestern Placebo, zum Niederknien. Heute die seltsam stille Welt. Bis zum 1. Dezember hat der Anschluß zu liegen, sonst p***e ich gegen die Pyramiden von Gizeh.
No Placebo, no Marilyn Manson (ich erwarte Bericht) für mich, dafür mein stilles, glitzerndes 35m² Schloß.
Der Anschluß folgt am 23.11., Cheops kann weiter vor sich hin stauben. :)
War das schön, wie er rabengleich vom Balken hüpft. „Das können wir doch wohl besser!“, nämlich „Feuer!“ rufen. Smoking is strictly prohibited in this compartment. Da fährt unser Zug, Dear: der Zug London – Dover bei Nacht und in den 1880ern, aus „Der griechische Dolmetscher“. Und da ist auch schon Natasha Richardson als Miss Hunter. Kennen Sie die als Mary Shelley in „Gothic“? Das ist aber auch schön, das stahlblaue Kleid. Ein verflucht extremer Charakter, der Küster. Details, Details, Details! „Ich hätte mir das Haar auch nicht abgeschnitten.“ (Watson). Winchester? Die fünf Meilen ins flache Land sind gefahrdrohend. In „The Resident Patient“ die eleganteste Spurensuche, die jemals in einem englischen Zimmer stattgefunden hat, geradezu eine Choreographie auf zwei Minuten Stille, und ich habe nichtmal zu blinzeln gewagt. Ihr Schiffsmodell ist wirklich eine Bereicherung für das Zimmer, Doktor Watson. So cute, wie er die Lippen bewegt zu Holmes‘ Titelvorschlag, und als „The Brooke Street Mystery“ endlich durchgestrichen ist, findet auch die Geige nebenan ihren Wohlklang – großartiger Schluß. Und da ist auch schon Eric Porter als Professor Moriarty. Kennen Sie den als Dr. Pritchard in „Hands Of The Ripper“? Ende erreicht – ein Drei-Pfeifen-Problem jetzt. Bleibt nur, nochmal von vorn.
Placebo… ich zitiere aus dem Blog „Lyzi’s Welt“: „Die Stücke von Placebo sind nicht einfach nur ‚Songs‘ oder ‚Lieder‘, sondern akustische Gottesorgasmen, die mit kristallklarer, jedem einleuchtender Präzision das innerste Gerüst der Schöpfung hörbar machen.“ Stefan Olsdal ist 2,40 m groß. Mehr kann ich noch gar nicht sagen.
[Placebo, 10.11.2009 Hamburg Color Line Arena, Foto CE]
Ich habe auch nicht zu blinzeln gewagt. Man will keine Bewegung, keinen Blick verpassen. Sie kennen noch nicht die Szene der Bestimmung der Eigenschaften des Besitzers eines Spazierstocks im „Hound of the Baskervilles“? Zunächst versucht Watson sich daran, unter Anwendung Holmesscher Arbeitsweise, und übergibt den Stock dann voll Stolz Holmes. Dieser ist durchaus beeindruckt, widerlegt dann aber fast alles. Watsons Gesichtszüge reisen von größter Anstrengung über Stolz bis zur Endstation Enttäuschung ob des grandiosen Scheiterns. Haha. Zu schön. Eric Porter, ja, Natasha Richardson, ja, aber weder Gothic, noch Hands of the Ripper. Einer meiner Lieblingsmomente auch, als Holmes in Positur springt und dabei den Arm hochreißt: „Die Flaggen sind das Wortende, Watson!“ Holmesesque ebenso wie die ersten Minuten in „The Crooked Man“, nur noch mehr auf den Punkt gespielt (wenn das überhaupt geht), als der Lieutenant am Ende von „The Dancing Men“ Holmes für seine Mitarbeit dankt, seine Bewunderung ausdrückt und auf weitere Kooperation hofft. Der Ausdruck in Jeremy Bretts Gesicht, präzise, erfreut, sehr knapp. Ein sekundenlanger Moment, ein Funken der Freude über die Anerkennung seiner Arbeit springt über und im nächsten Moment ist alles vorbei. Exakteste Ausführung der Doyleschen Ideen über diesen Mann. Wie wenig Holmes an öffentlicher Anerkennung liegt und wie oft er sich über die englische Polizei amüsiert, die hoffnungslos im Dunkeln tappt und sich später als Helden feiern lässt, wo er im Stillen triumphiert. Ich habe zuerst alle Folgen in der wirklich absolut grandiosen Synchronfassung gesehen, dann alle Geschichten noch einmal gelesen und dann alles im Original von vorn. Aber, Holmes, wir haben noch einiges vor uns. Staffel 2-4 und 5 Filme.
Ich weiß nicht, ob Sie schon die Pesslsche Abschlußprüfung bestanden haben, ich falle ja immer wieder durch und versuche es von vorn. Aber Sie haben durchaus einen Punkt mit den ersten 50 Seiten. Ich fand ja, der Auftritt des Gärtners ist der Tiefpunkt. Beim Wiederlesen werden diese ersten 50 aber zu ganz anderen Seiten, weil man weiß, was kommt, und jede Andeutung zündet. Mir gefällt das Ende nicht besonders, es ist zu dünn für die Story, aber die Sprache, die Vergleiche und Zitate, die Vorstellung, daß in einem blauen Volvo die gesamte USA bereist wird, (er schnellt vor wie ein Pfeil, aber genau genommen bewegt sich nichts), während im Inneren die gesamte Lyrik des 18. Jhd. rezitiert wird, Hannah Schneider, und dann die Wendung (der Fall der Vaterikone), die auch beim zweiten und dritten Mal mir die Luft wegbleiben ließ. Die herrlich unamerikanische, fast bösartige Abwertung aller Oberflächlichkeit, aller Sinnlosigkeit des unangefüllten Daseins. Nun ja, das Buch zog neben Ihres und da wohnt es am richtigen Ort, wenn man ich ist.
„Es ist meine Passion, zu wissen, was andere Menschen nicht wissen.“ Ja, er will den Erfolg, nicht den Ruhm, und die Parameter dafür steckt nur er selbst, und die Bewunderung von Narren verachtet er, aber die Sekunde, die Sie so genau beschreiben – ja, genau das ist Jeremy Bretts Genius. Aber wie er in „The Resident Patient“ (mysteriöse Folge, liebe ich!) sagt: „Nannte er ausdrücklich meinen Namen? Dann lassen Sie uns gehen, er wartet!“, da bricht sein Outsiderstolz, seine spontane Bereitschaft, dort zu helfen, wo Anerkennung ihm praktisch schon vorauseilt, durch. Aber wirklich bemerkenswert fand ich seinen Satz in „Die Liga der rothaarigen Männer“: „Ich denke manchmal, mein ganzes Leben ist ein einziger langer Versuch, mich von den Banalitäten des Daseins zu befreien.“ Ohne Fall verfällt er. Vielleicht derart, daß seine Antwort darauf, daß man Katalepsie durchaus imitieren könne, „Gewiß, ich tat das ja schon selbst“, durchaus vieldeutig ist. Er wäre auch kein Fall für den Club der clubunfähigsten Männer der Stadt, der konsequente Misanthropie zur Bedingung für die Mitgliedschaft macht – nein, er ist Menschenfreund, allein, der versteckteste von allen. Und alles, was sich aus dieser Konstellation ergibt, sieht man Jeremy Brett an, in jeder Sekunde – kaum zu beschreiben, so phantastisch ist es. Sein Bruder sagt: Du hältst nach wie vor nicht viel von der Seele der Frauen, was. Das ist nicht so eindeutig. Es läge nahe, beim Hyperanalytiker, aber irgendwie ist er in der Beziehung zu Watson ja auch der weibliche, unberechenbare Part.
Oh ja, die „Die Flaggen sind das Wortende, Watson“-Szene – ich erwähnte sie ja schon. Absoluter Killer natürlich auch sein Wenn-Psychose-Schabernack-ist-dann-so-Lächeln/Grinsen im Friseursalon in „The Resident Patient“.
Marisha Pessl – etwa auf Seite 300. Was mich dem Buch gegenüber endgültig willenlos gemacht hat, ist – Jade. Erst recht, ich muß es gestehen, Jade, betrunken, im hauchdünnen Mandarin-Seidenkleid, auf Seite 251.
Der gewünschte Manson-Bericht: es war großartig, Verlegung ins Docks goldrichtig. Es war voll bis unter den Stern, und die Atmosphäre einfach nur cheerful & intense. Twiggy ist jetzt Zeremonienmeister, nachdem im Sommer noch alles ziemlich katastrophal aussah, MM wirkt doch vergleichsweise zusammengerissen, und er war wohl recht angetan von diesem Abend. Es gab einen Moment, der mir besonders den Atem stocken ließ; als er von der Bühne kam und bei uns rechts vorn damit anfing, sich leutselig zu zeigen. Und da war ganz kurz ein Lächeln, das wirklich fast selig aussah; als wäre er in diesem Augenblick tatsächlich glücklich. – Selbst der Song, der gespielt wurde, bevor sich der Vorhang hob für „Cruci-Fiction In Space“ war so ungewöhnlich, hatte sowas Swing your hips-artiges, da muß Twiggy / Jeordie dahinterstecken mit seinem Goon Moon-Universalwissen. Denke, daß jetzt Leute da waren, die in MM mehr sehen als nur einen, mit dem man die Eltern aus dem Zimmer schrecken kann, und ich wünschte, er würde das auch so sehen, daß er in so einem Ambiente viel besser zur Geltung kommt als in großen Hallen oder auf Festivals, wo die Songs untergehen. Diesmal gingen sie nicht unter, alles schien in so viel besserer Balance, und gerade deshalb so viel intensiver als 2003 in der Color Line, oder, wie man mir sagt, auch 2007 in der Sporthalle. Ach, es war eine phantastische Nacht.
Bei mir klemmen die Türchen. Irgendein böswilliger HAL 9000 oder irgendein Napoleon des Verbrechens, man weiß es nicht, es ist leichter zu verstehen, wie der Diamant in die Gans kommt, (vgl.: „Watson, wir sind Spione! Auf einem feindlichen Territorium!“) hat das Audio-Modul meines Notebooks mehr oder weniger zerschossen, Blechbüchsenklang unter Gebritzel geht noch, aber notfalls lege ich mein Ohr auf die Schienen.
Allerdings will er keineswegs nur dort helfen, wo Anerkennung ihm vorauseilt, sondern dort, wo sein Geist, sein Können wahrhaft vonnöten und erwünscht ist. In erster Linie treibt ihn die äußerste Anspannung des Geistes und Verwendung seines katalogisierten Wissens, Spürens, Könnens, Denkens, Deduzierens. Ohne Fall verfällt er, genau. Ja, oh ja, Menschenfreund ist er, genau. Die Szene im Crooked Man ist nicht die einzige, die dies beweist. Gut auch, wie er sich als tramp ausgibt, um an Informationen zu gelangen im Baumeister von Norwood. Verkleidungen hat Jeremy Brett ja auch geliebt. Ja, und Holmes‘ Bruder Mycroft, Misanthrop par excellence, noch klüger und fähiger als Holmes, der jedoch nicht den geringsten Ehrgeiz besitzt, ihn anzuwenden, deshalb im Verborgenen für die Regierung arbeitet und sich in diesem Weirdo-Club aufhält, in dem man ausgeschlossen wird, wenn man wagt, jemanden anzusprechen, es sei denn in dem einzigen dafür vorgesehenen Raum – eine große Idee Doyles. Vielleicht wünschte er sich sogar selbst einen solchen Club.
Die „Seele der Frauen“… wenn ich richtig deute, ist es gleich zu Beginn des „Scandal Of Bohemia“ erklärt. Watson schreibt hier: „Alle Gefühlsregungen und insbesondere die der Liebe verabscheute sein kalter, analytischer, aber bewundernswert ausgewogener Verstand. Ich halte ihn für die vollkommenste Denk- und Beobachtungsmaschine, die die Welt je gesehen hat, aber als Liebhaber hätte er seine Rolle verfehlt. Von Liebe und Leidenschaft sprach er immer nur in abschätzigem, verächtlichem Ton. Sie waren ausgesprochen nützlich für den Beobachter – hervorragend geeignet, um Motive und Taten der Menschen ans Tageslicht zu bringen. Aber für einen geschulten Denker wie Holmes bedeutet das Eindringen von Gefühlen in sein eigenes kompliziertes, letztendlich hochempfindliches Wesen einen Störfaktor, der möglicherweise Zweifel an seinen logischen Schlüssen aufkommen lassen könnte. Für ihn wäre ein starkes Gefühl genauso irritierend wie Sand in einem empfindlichen Instrument (…).“
Irene Adler ist die einzige Frau, deren Verstand, Intelligenz und Schlauheit er anerkennt, deshalb auch die Bitte um das Photo. Nun gut, die weibliche Rolle im Holmes/Watson-Parship, ja, durchaus, andererseits ist es auch ein bruderhaftes Leben, in dem Mrs. Hudson als Mutter pubertierender Frechdachse die Bescherung aufräumt und heißes Wasser bringt. Oh ja, das Grinsen im Friseursalon! Und dann wieder ein „pom pom pom pom“ auf dem Rückweg, Stop and Stare vor der Kutsche, die den Besucher ankündigt, Deduzieren des Berufs des Kutschenbesitzers, beschwingtes Türaufschließen ob dessen, was ihn im Inneren erwarten mag. Eine sehr gute Folge, der Resident Patient.
Vermutlich schenke ich Ihnen ob des entsetzlichen Audiounfalls, der unseren Advent in andere Bahnen lenken, jedoch nicht verhindern wird, voraussichtlich etwas Hörbares, von dem ich nicht die geringste Ahnung habe, ob es Sie die Bohne interessiert. DVD Austausch wird selbstverständlich vollkommen willenlos weitergeführt. Staffel 2 erreicht mich vermutlich by Nikolaus, somit können Sie mit Leihgabe dieser zum Fest rechnen.
Aaaaaaaaaaaaaaaaah, Cruci-Fiction In Space! So wonderful! Da ich ihn weder Color Linig, noch sonst live sah, ihn eigentlich nur von CD wahrnahm und wenig im TV, glaube ich zu wissen, was Sie meinen. Eine balancierte Atmosphäre, in der die Schönheit seiner Lieder strahlt ohne viel Zirkus drumherum. Sehr schön! Ja, legen Sie notfalls das Ohr auf die Schienen, aber versichern Sie sich bitte vorher, dass der Zugverkehr eingestellt wurde. The Ever Watchful Eye on JB! Grand!
Ja, Eitelkeit wäre ein ganz falsches Wort, und voilà, Sie formulierten es bestens: dort, wo sein Geist und sein Können wahrhaft vonnöten und erwünscht sind, will er die mysteriöse Choreographie seiner Bewegungen, realer wie Denkbewegungen, zum Einsatz bringen. Aber er möchte dann auch wieder seinen Stil exakt nobilitiert wissen – bedenken Sie, wie er Watson manchmal für dessen allzu populistischen Tonfall kritisiert, wenn dieser an den Spezifika des Genies vorbeizugehen droht. Mrs. Hudson als Gouvernante brüderlicher Frechdachse, auch sehr schön. Ah, die hochkomplexen, spezifisch englischen Weisen der relationship unter Männern gerade im 19. Jahrhundert. Bram Stoker war ja Manager, Freund und Privatsekretär des für nicht unbeträchtliche Manierismen bekannten Schauspielers Henry Irving, dessen Züge dann wiederum in Stokers „Dracula“ wiederkehrten.
Marisha Pessl beendete ich gestern. Das Buch ist schrecklich. Es ist mir ein völliges Rätsel, was man davon halten soll.
Das Buch ist so genial und so reich… und so far-fetched. Es ist so sympathisch und so annoying. Es ist so spannend und läßt einen doch irgendwie unbefriedigt zurück. Alles paßt so perfekt und vieles paßt dann doch irgendwie nicht, Sie fanden das Ende zu dünn, ich finde es zu dick, es erschlägt z.B. Milton, Jade und die anderen völlig, die den Mittelteil so dominierten. Ich weiß auch nicht, wie alle für alles Zeit gehabt sollen. Aber ich mag die freche, unverschämte Arroganz des Buches, die auch darin besteht, daß es im Grunde mehrere Bücher in einem sind. Ein grausames, faszinierendes Werk – wenn ich gewußt hätte, auf was ich da starre, als Sie es mir überreichten. A moment I’ll always cherish.
Trotzdem haben Sie sich für das erste Fenster ein wenig Schauder verdient. Eric Porter und die wunderbare Angharad Rees in „Hands Of The Ripper“.
Ihre Entglaublosigkeit gegenüber Pesslscher Wunderbarkeit! :) „Hands Of The Ripper!“ Die Ausstattung, die Gesichter! Die Sprache! Wundervoll! Mich zur PseudoBritin entwickle. Am Wochenende den Victorian Christmas Market im Basler Hof besuchte und nie wieder einen anderen Weihnachtsmarkt voller Glühweinseligkeit und schröcklicher Glasbläserkunst sehen mag.
Das erste Türchen schon. Diese Szene finden Sie darin:
Aaaaaaaahh!! Also wenn jemand gegen Jeremy Brett als besten Holmes ever ist, dann weil er 10 Jahre alt ist. Und was für eine Szene für Mrs. Hudson! „I do dare!“ [Und es klingt wirklich, als würde sie sagen: „The depart mental store“] Splendid. – Mich Doyles geflecktem Band gewidmet, ich. Watson schrob Essenz: „… weigerte er sich, Fälle anzunehmen, die nicht auf etwas Ungewöhnliches oder Phantastisches hinausliefen.“ Banalitätenexorzismus ergo sum. – Victorian Christmas Market? Kapital, kapital! Ich selbst werde wieder um eine Tanne kämpfen müssen, dabei existiert eine Tüte mit ur-englischem Christbaumschmuck.
Zu meinen guilty pleasures zählen ja die ZDF-Weihnachts-Vierteiler, vor allem der Teil 4 von „Lockruf des Goldes“ mit Christine Kaufmann. In Teil 1 spielte Ferdy Mayne mit, als der alte Tarwater. Fenster 2, for the long… evenings… of many winters… :)
Am Donnerstag sah ich zum ersten Mal „Vom Winde verweht“, naja, der Schluß gefiel mir nicht. :) Und Freitagnacht zwei ganz großartige Sherlock Holmes Filme von 1939. Sie zufällig auch? Der Schauspieler Basil Ichweißnichtweiter (edit: Rathbone) war ein grandioser Sherlock. Watson leider dümmlich dargestellt, was von Doyle nicht so gedacht war, wohl aber gern interpretiert wird. Ich brauche unbedingt die BBC Serie, die Briten bezeichnen den dortigen Sherlock Schauspieler als den Sherlock.
Nein, ich schreibe nicht verziehen und verzeihen auch selten. Aber ich schreibe oft ncihts. Was überhaupt keinen Sinn ergibt. Die Buchstaben liegen weit auseinander auf der Tastatur, allerdings könnte die rechte Gehirnhälfte hier eine tragende Rolle spielen, da sie die kreativere und emotionalere der beiden ist und deshalb wohl gern mal der rationalen Richtigschreibregion der linken dazwischenfunkt. Vielleicht ist sie auch einfach die schnellere, ich schreib nämlich auch gern mal sit statt ist. Hmmm. Was sagt uns das? Nichts Neues eigentlich. Wir fühlen eben schneller als wir denken. Wie bin ich jetzt hierhin gekommen? Ach ja. Deduktion ist alles. Elementare Schlussfolgerungen. (Hab soeben entdeckt, dass man die Sherlock Holmes Filme im Grunde komplett auf youtube sehen kann – grand!)
Der maxime Park, kürzlich neu angelegt, ist tatsächlich ein Ort, den ich während meiner ausgedehnten Spaziergänge, die mir ein Arzt aus Heidelberg nahelegte, häufig aufsuche. Begleitet eher von Robert als von Romy und die Herren Covenant eskortieren. Die Parkanlagen werde ich auch am 6. August aufsuchen, um Herrn Paul Smith zu bewundern. Ich strebe sogar die erste Reihe an.
Ostern war etwas blassblau, ja, Werfels Sprache großartig. Identifikation aus bekannten Gründen mit Vera. Zur Zeit reise ich mit einem Kühlschrank durch Irland. Das ist absolut sinnlos, aber es gibt viele Pausen, in denen irisches Bier gereicht wird. Und sinnlose Unterfangen sind es nun mal, die mich in diesem Jahr vom eigentlich Interessanten abhalten, aber irgendwann wird die Diplomarbeit ihr Ende finden. Außerdem teilen wir die Küche mit fliegenden Ameisen, was mich irritiert und befremdet. Aufgrund der zahlenmäßigen Überlegenheit habe ich kapituliert, wir werden umziehen, sobald sich die Gelegenheit bietet. Das Bollerwagen-Foto ist wirklich süß. Der Kleine vorn rechts mit den rötlichen Haaren wirkt, als wäre schon vorgezeichnet, dass er einmal die Laboratorien der geologisch-paläontologischen Fakultät übernehmen wird.
Basil Rathbone war einer der Lieblingsschauspieler von Lux Interior und ein guter Freund von Vincent Price. Mehr muß man gar nicht wissen. Er ist doch auch der böse Onkel Andre in „Wir sind keine Engel“. Ein paar Sherlock Holmes-Filme mit ihm habe ich mal gesehen, ist aber länger her. Eines dieser smarte-Schurken-Gesichter. An „Vom Winde verweht“ gefällt mir vor allem Clark Gable nicht. Aber der gefällt mir ohnehin selten. Wußten Sie, daß David Bowie, als er gerade „The Elephant Man“ spielte, ein Buch empfohlen hat mit dem Titel „The Origin of Consciousness in the Breakdown of the Bicameral Mind“? Wollte ich immer mal lesen, hab ich aber nie. Der Titel ist mir aber unvergeßlich. Danke für den Maximo Park-Clip. Hüte sind ja sehr im Schwange. In der BS liegen auch haufenweise Hüte herum, neuerdings, und ich wandere zeitweise mit hohem, spitzem Magician’s Hat umher. The Importance Of Being Horst.
Flugameisen sind ja eigentlich immer zahlenmäßig überlegen, aber das ist sehr garstig. Ich wünsche Ihnen von Herzen, daß es nicht allzu schwierig und langwierig wird, ein neues Domizil zu finden. Spaziergänge durch Eppendorf fallen mir schwer, too many memories, historisch belastet. Dabei ist es so schön, da, am Kanal, wo bald wieder der Zirkus seine Zelte aufschlagen wird. Auf dem Bollerwagen-Foto sehen Sie vorn rechts Levi. Levi ist Anarchist. Ich nenne ihn immer Herr Tapp. Weil eine der Erzieherinnen mal zu ihm sagte „Ertappt, Levi!“ Und er hatte verstanden Herr Tapp Levi. Er: „Ich bin nicht Herr Tapp!“ – Ich: „Doch, du bist Herr Tapp.“ – „Nein, du bist Herr Tapp!“ – „Nein, du bist Herr Tapp.“ Wie die Marx Brothers. Zur guten Nacht noch eine Schwäche, die ich, wie ich gerade erfahren durfte, mit dem berühmten Ecki Stieg teile, The Rattles in ihrer kurzen Zwischenphase 1970/1971. Ob „The Witch“ im Niendorfer Gehege gedreht wurde?
Ich wollte grad sagen, die sehen alle so unschuldig und irgendwie, hm, so gesund aus, aber im Niendorfer Gehege haben sie dann wohl doch irgendwas eingeworfen. Niedlich! Hihi, James Last, ja, der wilde Halunke. Solche Musik lief früher, wenn Mutter bei der Hausarbeit das Radio laufen ließ. Aaaaaaach, ich verlange ja auch gar nicht immer Sonnenschein. Das wär ja auch schrecklich. Aber ein bisschen einfacher wäre schon gut. Entschuldigen Sie diesen dämlichen Satz, aber auch Dämlichkeit muß mal ans Licht der untergehenden Sonne. Ist ja bald wieder der längste Tag im Jahr und zuviel Sonne macht schon mal etwas dumm. Fragen Sie jetzt nicht wieso, das weiß ich nämlich auch nicht. Und außerdem erklären Sie mir mal bitte, warum Bier mit dem Strohhalm getrunken zu beschleunigter und/oder erhöhter Trunkenheit führen soll!? Jedesmal, wenn ich darauf angesprochen werde, frage ich dies und niemand konnte es bisher erklären. Ich mag halt nicht immer an Flaschen nuckeln und in den Etablissements wird ja heutzutage oft nur die Flasche gereicht. Nun ja. Ich möchte Sie ja auch nicht mit Unnützem belasten. Herr Tapp ist ja ein grandioser Name für so eine kleine Persönlichkeit. Nicht lange und er wird Herr Dr. Tapp genannt werden wollen müssen dürfen.
Hüte sind ganz groß in Mode, ja, und Paul Smith trägt sie ja konsequent auf der Bühne. Sehr, sehr schick. Magician’s Hats sind ja etwas Harry Potteresque, aber gewisse Altersklassen müssen da durch. Von David Bowie hatte ich noch keine Buchempfehlung entgegengenommen, nein, aber die Zwei-Kammer-Theorie ist wohl auch widerlegt. Vernetzung ist sicher. Aber das wussten Sie ja schon. So und nun: Zum Wohl! (Nur Sojaschokoladenmilch, aber mit Strohhalm) Ach, eins noch: Third verse same as first? Das kenn ich aus nem Violent Femmes Lied!?
Ich glaube nicht, daß man schneller betrunken wird, wenn man Bier mit dem Strohhalm trinkt. Das ist so ein urbaner Mythos, wie der, daß die Kartoffel, die Raimund Harmstorf zerquetschte, gekocht war. Natürlich war die NICHT gekocht, die war aus Stahl. Vielleicht trinken halt eher Mädchen Bier mit dem Strohhalm, und Mädchen werden schneller betrunken? Oder tun jedenfalls earlier beschwipst? Keine Ahnung. Der Film scheint sich zu Sherlock Holmes zu verhalten wie „From Hell“ zu Jack The Ripper. Haben Sie den hier mal gesehen?
Das ist doch schonmal gut, erstmal aus der Schußbahn der Flugameisen. Hoffe intensiv auf Ausziehwilligkeit obenrum. Ich lebe ja im Zauberberg-Lungensanatorium für Jakobiner. Dabei bin ich unter Umständen Royalist. Wie schon gesagt, es ergibt keinen Sinn, Watson.
Beim ersten Hören fand ich, die neue Marilyn Manson-Platte hat ihren Höhepunkt in der Mitte, Tracks 7 und 8. Auf „Running To The Edge Of The World“ singt er sich ja quasi das Herz raus. „I Want To Kill You Like They Do In The Movies“ fängt fast an wie ein Tool-Song. „And I’m a country you don’t ever ever ever ever ever wanna visit again“ und man wird hellhörig. Und mit „Cut. Cut. Cut. Cut. Cut. Cut.“ hat er einen. Dann wird klar, warum Twiggy zurückgekommen ist. Um das Drama zu strukturieren. Nach dreieinhalb Minuten hängt er eine Gitarre in die Endlosschleife wie damals David Bowie, als er sich für Iggy Pops „Dum Dum Boys“ die Finger blutig spielte, und dann geht der Song einfach immer weiter und weiter, und mindestens muß man feststellen, sowas noch nicht gehört von Manson. Derzeit sind meine Favoriten „Into The Fire“ mit diesem guitar-gently-weeps-Solo von Twiggy (Manson: „Twiggy blew me away, it made me cry“) und „15“. Und dann kamen die ersten Bilder von der Tour und man dachte: oha. Death Trip. Mittlerweile haben sie aber wohl in die Spur gefunden.
Haben Sie Placebo bei „Rock am Ring“ gesehen? Groß und schön. Und im Gegensatz zu diesen Typen, die nur unglaublich gutaussehend tun, à la Mando Diao, na Sie wissen schon. Molko hat sich ja in der Zwischenzeit in einem Hausboot auf der Seine eingerichtet. „Third verse same as first“ ist aus „Second Sight“. Die Violent Femmes sind immer irgendwie an mir vorbeigegangen. Also, die Band.
Stahlkartoffel? Klar, Mädchen werden ja schneller betrunken, da kommts her, danke für die Erhellung. Ich werde nur noch damit argumentieren. Erstens: Ich werde schneller betrunken, weil ich ein Mädchen bin und zweitens: Strohhalm rettet den Lippenstift, damit wenigstens betrunken im elegant chaos. Oder so. Ein Lungensanatorium wäre mir auch grad ganz gelegen, aber eins auf einem echten Berg, bitte. Royalist, ja, was sonst. Da hat man jedenfalls was zu gucken. Demokraten und Despoten sind meistens hässlich. Sinn, Mister Holmes, Sinn. Den such ich nur noch im Dunkeln. Hauptsache sinnlich, meinen Sie wohl, und doch geht es uns besser, wenn das Licht auf uns fällt. 100.000 Lux gegen fundamental states of mind. Als gestern mal wieder die Sonne aufging und bis heute abend durchschien, wurde mir doch wieder etwas wohler zu Gemüt. My goth, ich kenne weder Blow-Up noch From Hell. Placebo hab ich nur zusammengeschnitten gesehen, weiß was Sie meinen. Farin Urlaub setzt sich hier nach wie vor durch wie geschnitten Brot und ich hab nichts dagegen.
Hausboot auf der Seine hab ich auch gelesen, klingt aber bestimmt besser als es ist. Chocolat hab ich schließlich mehrfach gesehen und ich muß JEDESMAL heulen, wenn das Schiff in Flammen aufgeht und Anouk dort vermutet wird. Mando Diao – ach du Schreck. Schlimm auch die Killers. Danke für die MM Plattenkritik, werde darauf zurückkommen. Aha, dachte schon, dass third verse ne Redewendung sein muß. Violent Femmes vorbeigegangen (also die Band..)? :) Vielleicht wäre mir das zeitweise auch lieber gewesen. Aber wer würde dem Schmerz nicht entgehen wollen, wenn er ihn kommen sähe? Und doch war dieser Schmerz das Ende und der Anfang gleichzeitig von so vielem. Gordon Ganos Stimme so speziell, eines der besten Konzerte ever im Stadtpark. Apart from Partyhits hatten die Femmes unvergleichliche Momente. Ihre Platte Why Do Birds Sing? hab ich wohl das letzte Mal in den 90ern gehört, und doch sind Musik und Texte derart ins Hirn gebrannt, dass sie mich aufsuchen, als wären sie Körperteile oder innere Organe, die man, obwohl sie immer da sind, nur hin und wieder beachtet. Wenn sie weh tun meistens. First cut is the deepest. Wenn ich den noch mal finden könnte, der untrennbar zu dieser Musik gehört, wäre ich etwas weniger traurig insgesamt. Aber man trifft sich ja nur immer zweimal im Leben und das war schon. It’s all so long ago.