
Aber Caves Herzeleid galt einer Mary, und damit hatte es dem Weh Aljoschas eins voraus: es konnte auf einen Namen bluten. Aljoscha sah aus dem Fenster und hatte keinen Namen. Er hatte, wie jedes Mal, wenn SIE gegangen war, Angst, SIE nie mehr wiederzusehen. Er hatte, wie jedes Mal, wenn SIE gegangen war, ein Ich, das nur noch aus Höllenschmerz bestand, weil das, was SIE ihm hinterließ, mit Eisenzangen sein Geständnis forderte. Er hatte, wie jedes Mal, wenn SIE gegangen war, leere Augenhöhlen, die sich erst nach und nach wieder mit Augapfel und Sehkraft füllten.
[Christian Erdmann, „Aljoscha der Idiot“]
SPIEGEL ONLINE Forum
Juni 2009
*42*:
Sag mal, darf ich mal in Deinem Plattenschrank wühlen? :)
Christian Erdmann:
Gern! Gemäß der Chaostheorie könnte das etwas Ordnung hineinbringen. Gemäß meiner eigenen Chaostheorie jedenfalls. Gute Nacht, Nacht:
ray05:
Neuen Ordner anlegen, Nick draufschreiben, Nick reintun. :) Füllt sich wie von alleine, der Nickordner, OK, ab und zu mal Schnee aus der Mappe schippen.
Christian Erdmann:
Dieser Tracy Pew ist für Jugendliche unter 16 Jahren nicht geeignet. Aber gut, en route und von vorn, Aufräumaktion auf dem Junkyard.
ray05:
Der Geburtstagspartypunk ging damals komplett an mir vorbei; aufmerksam wurde ich erst, als mir ein Mädchen – jaaa! es gab so Perlen :) – eine MC aufnahm und schenkte. Seite 1: Pricks, Eternity, Tupelo, das ganz frühe BadSeedsZeug; Seite 2: Neubauten, Patient O.T. glaub ich.
Die zwei verschiedenen MC-Seiten sprachen damals für mich schon ahnungsvoll miteinander, bildeten aber leider mit dem unglaublichen „Swordfishtrombones“ den Regierungssitz von Kannitverstan. Recht froh wurde ich also nicht damit, vielleicht weil mir die Erfahrung der Lektüre von „Moby Dick“ und „Billy Budd“ noch fehlte. Dostojewski und Fontane allein scheint als Vorbereitung nicht ausreichend gewesen zu sein … Madness und Miles Davis auch nicht … :)
Christian Erdmann:
Aljoscha T entdeckte Nick Cave genau auf der Rückfahrt von Seite 83, eine auf dem Bahnhof erworbene Zeitschrift mit einem Artikel über ihn, der Titel eines Abschnitts hieß: „Der Einzelgänger agiert immer.“ Katherine Mansfield, Tagebücher. Schon diese Titelzeile wurde für den Protagonisten bedeutend.
Die Birthday Party habe ich zwar auch nur im Retroverfahren kennengelernt, und es bleiben mir abgesehen vom Bewundern des höllischen Strukturenschindens (aber dafür muß man Virtuose sein!) vornehmlich zwei Stücke, „Mr Clarinet“ und „Mutiny In Heaven“. Nick Cave aber war Literatur plus phantastische, dramatische Musik plus der Bad Seeds als Vertreter eines mir bis dahin unvertrauten Stils: der Outlaw als bestgekleidetster Mann der Welt. „Kicking Against The Pricks“ und „Your Funeral, My Trial“ werden im Buch ja auch erwähnt, schlugen genau dort ein, als Zeichengeber der „unwahrscheinlichen Mitwirkung“ (Breton).
Der besagte Artikel stammte von der großartigen Jutta Koether, aus einer Zeit und dem Hirn einer Frau also, die über Musik mit einer Mischung aus künstlerischer Kompetenz und unbedingtem persönlichem Einsatz schrieb, an der Oscar Wilde (Kunstkritik hat gefälligst selbst kreativ zu sein, sonst ist sie überflüssig) seine pure Freude gehabt hätte. Cave hatte zu der Zeit „seit eineinhalb Jahren“ an seinem Buch geschrieben: der Sänger, der sich als Künstler versteht, „der viel in seine Songtexte hineingesteckt hat“ und wußte, wie alles, was man als „Sänger“ tut, zu leicht trivialisiert wird. Und er erwähnte Dostojewski, ja. Genau da.
Die Bad Seeds, anmutig bis brachial in der überall spürbaren Verarbeitung von Einflüssen, aber mit einem neuen Gefühl für das alles, konzentriert und seltsam isoliert, vom Standpunkt der Nicht-Zugehörigkeit aus, im Grunde schon immer bereit, „one more town around the bend“ aufzusuchen, aufsuchen zu müssen, weil alles so schiefgeht wie bei William Blake dem Zweiten. Fünfmal live gesehen (mit „And The Ass Saw The Angel“-Lesung sechsmal), von der berüchtigten „Kings ov Independence“-Nacht, in der erstmal halb St. Pauli klirrte, bevor um 5 Uhr morgens tatsächlich noch Nick Cave und seine Kumpane erschienen, bis zum Gegenbeweis zur kolportierten Humorlosigkeit, als er im sonnigen Stadtpark bei „The Singer“ nicht „I pass a million houses“, sondern „I pass a million trousers“ sang. Blixa Bargeld kriegte sich nicht mehr ein. Zuletzt bei der „Abattoir Blues / Lyre of Orpheus“-Tour. Ich persönlich liebe ja Mädchenchöre am Rande der Hysterie, und Nick hat den Damen bestimmt vorher Dylans „Street Legal“ und „Shot Of Love“ nochmal vorgelegt.
ray05:
Aber ja. Nick ist aber auch einer von diesen Bußpredigern, die im Planwagen die öden Kaffs im Herrgottswinkel abklapperten. Zwar staubig aber bestens gekleidet. An den Crossroads verkauften sie dann Schnaps und verführten die jungen Dinger … :)
Christian Erdmann:
„Abattoir Blues / Lyre of Orpheus“, Tabelle nach dem 33. Spieltag: „Spell“ – „Nature Boy“ – „There She Goes, My Beautiful World“ – „Supernaturally“. Aber auch „Hiding All Away“, großartig, wie das Tretmühlengeschmurgel am Anfang erst Nicks Lachen und dann einen sardonisch polternden Rhythmus provoziert, und die Chormädchen genauso aufs Geratewohl einsetzen müssen wie seinerzeit die Damen bei Dylans „The Groom’s Still Waiting At The Altar“ und einmal dann ja auch ins Kichern kommen ob leicht versemmeltem Einsatz. Sehr schön.
Schon die weißen Hemden auf der Rückseite von „It’s Still Living“, Birthday Party. Alles hinter sich, Heuschrecken, Finsternis und Flut, Seitenstraßen voller Blut, geht der Mann seiner Extra-Plage entgegen, begleitet von einer Gruppe Typen, die aussehen wie unkommunikative Bestatter mit Extra-As im Ärmel. Und die Plage wird ein Strumpfband tragen, und hinter ihrem übernatürlich blassen Gesicht lauert irgendeine schöne Perversion. Was tut man, wenn man jedes Höllenfeuer exploriert hat? Man schaut, ob nicht doch noch eines übrig ist. Unsterbliche Obsession, irgendein Zustand der Verdammnis, der aussieht wie Erlösung, oder umgekehrt. Nicht mehr schlafen können, aber im Traum. Und noch im Traum die Frage – wird ein Herz mich überstehen?

(Aus einem Brief):
Sie hatten ungefähr 2500 Tickets verkauft, für einen Veranstaltungsort von 1200. Der Eintritt begann mit einer Verzögerung von zwei Stunden, die Leute mussten buchstäblich unter dem Gitter hindurch ins Knopfs hineinkriechen, Türsteher begannen, Leute zu schlagen, ein paar Flaschen wurden geworfen, ein paar Fenster eingeschlagen und die Polizeiautos kommen. Drinnen ist es höllisch heiß, viele Menschen versuchen wieder rauszukommen und fürchten den Tod durch Ersticken. Draußen sind all diese Leute, Tickets in der Hand, umgeben von der Polizei. Barrikaden brennen jetzt, überall Feuer. Reeperbahn für einige Stunden autofrei. Ich kann mich nicht erinnern, wie oder wann ich reingekommen bin. Eine meiner surrealeren Nächte. Es ist fünf Uhr morgens, als Nick Cave auftritt. Im Grunde steht man also da und sieht Nick Cave und erwartet, daß jeden Moment das Haus niederbrennt. Und es ist dir egal. So gut ist er.
SIE und ich waren nun ein Liebespaar, seit kurzem, sie hatte ein Ticket, ich nicht. Für business down the road fahre ich am Knopf’s vorbei, finde sie in der Menge, die vor verschlossenen Türen steht. Die Lage ist unübersichtlich, äußerst angespannt und IHR nicht geheuer. Um 21 Uhr 45 steckt sie mir das Ticket in die Jackentasche: „Es hat mir die ganze Zeit einen Stich versetzt, daß du ihn nicht sehen sollst!“ Ihn, Nick Cave.
Als ich zurückkomme zum Knopf’s, ist die Polizei schon da. Nach einer Weile wage ich mich unter dem Gitter hindurch in den Hexenkessel, niemand fragt nach meinem Ticket. Ein Mädchen sagt, drei Bands haben schon gespielt – Die Haut, Holy Toy, und leider auch Crime & The City Solution. Die Butthole Surfers sind auf der Bühne, projiziertes Bunt, eine tanzende Go-Go-Danseuse und Filmchen, ein brennendes Becken, oh well. Danach erklingt Klassik. Keine Chance, an die frische Luft zu gelangen. Ich sehe beim Aufbau der Swans zu, schaffe es dann, nach zwei Liedern der Swans, nach draußen. Alles ist abgesperrt, die Polizei bildet eine Kette. Weird scenes, unbehaglich, gefährlich. Ständig zerklirren Flaschen. An der legendären Tankstelle lassen sie nur noch drei Personen gleichzeitig hinein. Ein Polizist knurrt mich an: „Würden Sie hinter die Absperrung gehen, verdammt!“ – „Warum? Ich will ein Konzert hören!“ – Ein betrunkenes Paar tanzt am Knopf’s vorbei, Polizisten begleiten es mit Hohngelächter. Die Aggression eskaliert, einer der Polizisten stößt die Frau sogar zu Boden. Leute werden verfolgt und tatsächlich an die Wand gestellt. In einer Wohnung scheint eine Rauchbombe explodiert zu sein, auf der Straße gehen Feuerwerkskörper hoch. Die Polizisten heben ihre Schilder, ein Gegenstand fliegt, „Draufhauen!“ rufen die Cops. Das Geräusch der Stiefel, als sie auf uns zustürmen. Panik, kreischende Mädchen, Menschen versuchen in die Halle zu fliehen, das Gedränge ist entsetzlich, die Augen mancher Cops absolut hasserfüllt, irgendwie gelange ich zurück ins Knopf’s, ohne zertrampelt und zerquetscht zu werden. Inside, alles bleibt vollkommen surreal, erklingt Tschaikowskys opus 23. Dann The Fall mit Brix, und irgendwann im Herz der Finsternis tatsächlich der Bühnenumbau für Nick Cave.
Voyeuristische Anbetung, Paroxysmus des Verlangens, Paroxysmus der Lust, mädchenmörderischer Wahnsinn, „der dunkellichtige Schimmer von romantischer Anwandlung“ (spex 1990), bedingungslose romantische Liebe, tiefster Humanismus, spirituelle Sehnsucht, all diese Songs, die von allen Arten der Liebe handeln, von allen Arten des Himmels und von allen Arten der Hölle, „Sein ganzes Leben lang hat Cave über Tod und Mord und Schmerz geschrieben, über das Böse, über das unsägliche Dunkel im Zentrum des menschlichen Daseins. Es verwundert deshalb nicht, daß er sich jetzt auf einer spirituellen Suche nach dem Licht befindet.“ (Sylvia Patterson, Rolling Stone 04/1996). Und genau hier sehe ich ihn also zum ersten Mal leibhaftig, weißes Hemd, schwarze Weste, es ist 4 Uhr 30 und auf seltsame Weise der perfekte Ort und die perfekte Zeit für den Straßenräuber-Klassizismus der frühen Bad Seeds.
Hey Joe
Saint Huck
Jack’s Shadow
Your Funeral, My Trial
Stranger Than Kindness
Sad Waters
I’m Gonna Kill That Woman
From Her To Eternity
Long Time Man
The Singer
SPIEGEL ONLINE Forum
Januar 2008
Christian Erdmann:
„I don’t know what it is but there’s definitely something going on upstairs!“
Was macht eigentlich Lazarus, nachdem er von den Toten erweckt ist? Er hollert „increasingly neurotic and obscene“ durch die Mean Streets der 70er.
Zum Schießen. Wie Grinderman mit Discosoul-Stringenz und dem Wundermittel Sleaze. Seit „Babe I’m On Fire“, dem endlosen Ende von „Nocturama“, hat der als Düstermann Verschrieene offenbar gesteigerte Lust daran, den Leuten den absurden Humor seines epischen Ansatzes so richtig vor den Latz zu hauen. Erst weicht man ein wenig zurück, weil man meint, dieser Pornofilmdarsteller fummelt einem gleich im Gesicht herum, und dann hört man’s rauf und wieder runter, und leichtes Befremden am Anfang ist immer ein gutes Zeichen.
kleintal:
Unglaublich! :-)) Allein mit diesem Song raucht der gute Nick sämtliche „wichtigsten CDs“ des letzten Jahres in der Pfeife.
ralfons:
Ja, da soll noch einmal einer sagen, Metal wäre langweilig, vorhersehbar und würde sich ständig selbst kopieren! Aber Nick Cave darf einen kompletten Song lang ein Riff runternudeln, das schon in Jugendzeiten meiner Oma maximal Gähnen ausgelöst hätte, und dazu ’nen 08/15-ich-wär‘-jetzt-gerne-lasziv-aber-es-klappt-gerade-nicht-Sprechgesang dahernölen? Ich war mal großer Nick-Cave-Fan, aber irgendwie löst er mittlerweile bei mir nichts mehr aus.
Christian Erdmann:
Leck‘ Deine Wunden bitte nicht auf dem Rücken eines Nick Cave-Songs. Zeig mir die, die in ihrem Oeuvre derartige Kontraste vorweisen können wie Cave zwischen Tosen und Toben der Hölle, heiliger Melancholie und unfaßbarer Zärtlichkeit.
Gib’s zu, der Song ist zu tough für Dich. :)
Anhang: Kommentarsektion Antirationalistischer Blick
11.03.2013
ray05:
Eine der Platten, die mit der Zeit immer besser werden. Wie auch Dylans SLOW TRAIN COMING. Sagte ich das schonmal? :)
Antirationalistischer Block / Christian Erdmann:
Möglich, kann man aber nicht oft genug sagen. :)
Er machte auch im Hause des Allerheiligsten zwei Cherubim nach der Bildner Kunst und überzog sie mit Gold. Er machte auch einen Vorhang von blauem und rotem Purpur, von Scharlach und köstlichem weißen Leinwerk und machte Cherubim darauf. Und er machte vor dem Hause zwei Säulen, fünfunddreißig Ellen lang und der Knauf obendrauf fünf Ellen. Und machte Ketten zum Gitterwerk und tat sie oben an die Säulen und machte hundert Granatäpfel und tat sie an die Ketten. Und richtete die Säulen auf vor dem Tempel. Und im Tempel verehrte er „Night Of The Lotus Eaters“, „We Call Upon The Author“ und „Hold On To Yourself“. 2. AljoschaChronik 3.
2 replies on “Nick Cave”
Grüß Dich Chris
Dich lesen lässt alte Zeiten in mir aufflackern und zuerst kamen mir Bilder meines 16ten, hmm? oder 17ten Birthdays in den Sinn. Eltern mit meinem Bruder im Urlaub und auf der Party dröhnte nur Birthday Party und das bis spät in die Nacht. Uneingeladene, mir unbekannte Leute kamen auch und manche blieben eine Zeit lang ob der krassen Atmosphäre verstört in irgend einer Ecke *lach* das waren für uns irgendwie weichgespülte Fraggles *g*, schwarzkluftig gestylte Modepunker und Trendwaver oder GothicGrufties. Zum Glück ging nicht allzuviel zu Bruch und das kam mir am nächsten Tag wie ein Wunder ob der exzessiv vollgedröhnten Partyleute vor.
Nach Kicking Against The Pricks läutete ich soundbetört Andersgeartetes wie Bauhaus, Joy Division etc. ein. Nick wurde mir zu mainstreamig und ich nahm Abschied von seiner meist schwarzweiß anmutenden Welt.
Herzlichen Dank in das Cabinet Deiner Welt und natürlich Dir für Deinen mich in Erinnerungen schwelgen lassenden Eintrag inkl. gewählten Sounds
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Naja, so schnell ging es ja nicht mit dem Mainstream, nach „Kicking Against The Pricks“ kam „Your Funeral, My Trail“, da ist der Mainstream nicht einmal in Sichtweite. Klassischer Mainstream ist er immer noch nicht, aber mittlerweile hat ihn zum einen ein saturiertes Wohlstandsbürgertum in Beschlag genommen, Leute, bei denen ich denke: ok, wo seid ihr gewesen, als Konzerte, die um 20:00 angesetzt waren, um Mitternacht begannen? Wo seid ihr gewesen, als Nick vor und nach Konzerten in dirty backrooms saß und das ganze Ambiente seiner Auftritte noch nichts Gepflegtes hatte? Wo seid ihr gewesen, als er noch kein Liebling der Feuilletons war? Es ist ein bißchen wie mit dem FC St. Pauli, den auch jeder x-beliebige Vertreter der Bionade-Bourgeoisie als „seinen“ Verein bezeichnen kann, und der darum schon lange nicht mehr der „etwas andere Verein“ ist. Sorry, aber St. Pauli war Rock’n’Roll, als Andrew Eldritch auf der Tribüne stand und im Tor ein Bewohner der Hafenstraßenhäuser.
Und zum anderen… ich werde Nick Cave ewiglich lieben auf Gedeih und Verderb, Musik ist immer mehr als nur Musik, und so viele seiner Songs haben unendliche Bedeutung in meinem Leben. That will never change, and no hard feelings. Aber „Wild God“ ist die erste Platte von Nick Cave, bei der ich nicht folgen kann. Sie ist ohne Magie für mich, abgesehen von einem Song, „Frogs“. Sie fühlt sich kalkuliert an, Spiritualität nach Zahlen, sie ist voller Fehler, falscher Entscheidungen und geradezu Unanhörbarem, und sie verlässt sich ständig auf Dinge, die schon einmal (besser) funktioniert haben. Mir scheinen die Texte oft erstaunlich schwach, nachlässig, schlampig. Die Sterne, „bright triumphant metaphors of love“ – ? Hm. „Joy“ ist so konstruiert, daß sich eher „Anger“ einstellt bei mir.
Aber vielleicht gibt es eines Tages eine Offenbarung und „Wild God“ ist plötzlich nicht mehr das schwächste Album der Nick Cave-Geschichte. Schwarzweiß mutet seine Welt für mich nicht an, nie; als Handke den Literaturnobelpreis bekam, schrieb ich: Nachdem der Preis 2016 völlig verdient an Bob Dylan ging, sollte man jetzt ganz dringend Nick Cave ins Spiel bringen. – So viel sprachliche Schönheit, so viel wilde Poesie, so viel Wagemut beim Erhellen der Conditio humana.
Joy Division und Bauhaus, of course, was kann ich sagen, guess you’ve seen this or this.
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