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Musik

Eagles of Death Metal

Jesse Hughes, Eagles of Death Metal.

Kurzer Dialog mit mir im SPIEGEL ONLINE FORUM am 29.08.2008:

T. K. Rauhut:

Sind die der Bukowski der Musik?

Die sind der Mozart des Sleaze, der Irving Klaw des Glamour, der Felix Krull des Rock’n’Roll, der Batman des Porn, der Backroom von Marlenes „Boys in the Backroom“ und der Mein Freund Harvey der Rolling Stones.

Eagles of Death Metal, Hamburg 2015, Ticket für das in die Markthalle verlegte Konzert.

„Hamburg!! You gobbled up all the tickets so quickly for our 06 June show, and we love you deeply for it. And that means we want to see even more of your sexy faces that night. We will now be performing at Markthalle. If you bought tickets for Gruenspan, your tickets will be honored at Markthalle.“ 

Badass-Wochen in Hamburg. Erst Marcelo Diaz, in Chile auch „Entengesicht“ genannt, mit seinem genial-schurkischen Freistoß past belief (90+1); dem Vernehmen nach beantwortete er Rafael van der Vaarts Vorschlag („Ich schieße“) mit angekautem Zigarillo im Mundwinkel und den Worten: „Tomorrow, my friend, tomorrow.“ Fünf Tage später, der Teufel ist nie weit hinter dir, Jesse „The Devil“ Hughes und die Eagles of Death Metal in der Markthalle. 

Minutenlang ohrenbetäubender Jubel, Rummel und Getöse, bevor auch nur der erste Ton von „Bad Dream Mama“ gespielt ist. Jesse Hughes ist überwältigt von so viel Licht und Liebe, freut sich wie ein Schneekönig über die entfesselte Tausendschaft und schüttelt zwischen den ersten Songs immer wieder ungläubig den Kopf. „Do you feel this shit goin‘ on right now? Do you feel this shit?“ fragt er uns und sich selbst. „Ach! Ach! Ach!“, wie Madame de Saint-Ange sagt. Konsequent monothematischer Groove durch die Philosophie im Boudoir. Die zuvor von Madame mit einem Tritt gegen den Türrahmen beklagte Absenz von Joey Castillo („The Sexy Mexy“) ist verschmerzt, Dave Catching, der mindestens zweitbeste Mann, der je aus Memphis kam, trägt jetzt einen weißen Bart von ZZ-Top-Länge und hat morgen Geburtstag. „It’s your fucking birthday tomorrow, right?“ Jesse kündigt ein Geburtstagsständchen für später an, aber das Vorhaben geht im allgemeinen Tumult unter. Für wen sonst tragen die Ladies so willig Teufelshörner, für wen sonst setzen Jungs sich Puschelohren auf, einfach, weil sie Puschelhase sein wollen für den Reverend. Ein Song namens „The Reverend“ feiert Weltpremiere, nach „I Want You So Hard (Boy’s Bad News)“ geht die Band von der Bühne, Jesse kommt allein zurück, spielt „Midnight Creeper“, und als er nach requests fragt, zündet noch der unkomplexeste Witz: Jemand ruft „Secret Plans“, Jesse: „Or did you say Secret Pants?“ „Brown Sugar“ von den Stones und „New Rose“ von The Damned, dann läßt Jesse seine three motherfuckers wieder auf die Bühne rufen, und es gibt „I Only Want You“ und „Speaking In Tongues“ für die Muschikatzen.  

„Two hours spent in heaven is cheap at any price.“ (JH). 

Auch Teil des Abends: You only wanted Snow White but you got the witch. It’s so easy without complexity.

Der hyperaktive Dave Grohl, wer sonst, zelebrierte Dave Catchings Geburtstag dann einen Tag später vor einem Trilliardenpublikum: 

-> Foo Fighters with Dave Catching, Rock am Ring 2015

Lektionen fürs Leben außer Death By Sexy: gern erzählt Hughes diese Geschichte über Benjamin Disraeli:

„The story is that he was walking along a very narrow sidewalk in a thunderstorm, and the gutters were full, and his political enemy was coming from the opposite direction. His enemy stopped short and glared at him, and said ‚I never step aside for a scoundrel.‘ And [Disraeli] tipped his hat, stepped into the gutter, and said ‚I always do.‘ Be the first one to step in the gutter, man. Just keep movin‘. I’m not gonna stop and bend ears for an asshole anytime, know what I mean?“ 

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