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Peter Hammill [1]: Und so brennt sie nun, die Anstalt

Peter Hammill: Und so brennt sie nun, die Anstalt. Artikel von Christian Erdmann.
Christian Erdmann: Und so brennt sie nun, die Anstalt. Über Peter Hammill. Bild: Peter Hammill.
Peter Hammill: Killers, Angels, Refugees / Mirrors, Dreams and Miracles.
Peter Hammill: Killers, Angels, Refugees / Mirrors, Dreams and Miracles.

7 replies on “Peter Hammill [1]: Und so brennt sie nun, die Anstalt”

Eine Hammill-Liebhaberin, das ist phantastisch! Gibt es Alben oder Songs, für die Du das SEHR besonders groß schreibst? Hast Du ihn mal live gesehen? Würde sehr gern mehr erfahren, if you’re so inclined und wenn die Neugier erlaubt ist. ❤️🙂

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Oh, da gibt es derer viele, doch am liebsten sind mir die „stillen“ Songs, wie „In The End“ oder „House With No Door“ u.v.m. . Weißt du, wenn er da so sitzt an seinem Piano, so ganz unscheinbar, zartgliedrig, so ohne Pomp und Allüren und dann zum Singen anhebt … verschlägt es mir die Sprache, werde ich innerlich ganz still … da fließen dann auch schon mal ganz spontan Tränen, wo ich gar nicht weiß, was mich da jetzt gerade so innerlich bewegt, ja aufrührt. Wie z.B. bei „My Room“, live 1981.
Gesehen live habe ich ihn noch nie, leider. :-}
;-)

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❤️ Oh ja, so ist es. Ich habe erlebt, wie er bei seinen Konzerten auch Männer zu Tränen rührt. Wenn du einmal sein einzigartiges Universum betreten hast, bleibt er ein Compagnon deiner Seele für immer. Und ja, er berührt auf unvergleichliche Weise. Es ist eine so tiefe Wahrhaftigkeit in seiner Kunst, aber auch so viel anderes, Empathie, Phantasie, Wagemut, bisweilen halsbrecherisch, sehr britische Exzentrik – in einem seiner Songs stellt er sich und uns zu Shakespeare die Frage „How could he know so much?“, dabei ist es, als hätte er selbst, Hammill, jeden Winkel der menschlichen Psyche erkundet.
„My Room“ liebe ich auch sehr!
Du warst ja in diesem Jahr in Italien (ich übrigens auch, Padua, Verona, Vicenza), Peter Hammill war immer geradezu rätselhaft populär in Italien, er spricht auch fließend Italienisch, hat sogar mal ein Duett mit Alice gemacht, und wenn Du auf YT „Peter Hammill TV 1984“ suchst, findest Du einen wunderschönen/bizarren Auftritt von ihm in einer italienischen Chartshow („Just Good Friends“). Letztes Jahr haben ihm Ärzte in Fürth das Leben gerettet, er ist schon zum zweiten Male dem Tod noch ganz knapp von der Schippe gesprungen. Vor ein paar Wochen, im Juni, stand er zum ersten Mal wieder auf einer Bühne – in Italien. Piacenza. So wunderbar zu sehen. Ich liebe den Mann mehr, als ich sagen kann.
Stay tuned, es wird ein Dreiteiler. 🙂

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So ich Dich hier im Blog und Dein phänomenales Buch immer wieder mehr als passagenweise lese, öffnen sich mir nur scheinbar abgeschlossene Tore aus meiner Vergangenheit. Ja *freu* ich vermag irgendwie so gar nicht präzise genug zum Ausdruck bringen, wie Du das machst.

Unumwunden befällt mich justament eine Lebenssituation, als ich mir dreizehnjährig etwas baute, was meine Eltern nicht wissen durften. Meine erste selbsterstandene Vinylscheibe Dark Side Of The Moon zur Hand legte ich die Diamantnadel behutsam in die Rille. Es knisterte, damals noch nicht zeremoni- geschweige denn rituell doch ES knisterte in mir wie Du Dir höchstwahrscheinlich vorzustellen vermagst. Mich auf den frühmorgendlich sommerlich auroradurchfluteten Balkon begebend lächelte mich auch Mama Killa (Quechua) einseitig lichtdurchflutet an *Unsagbar* Ich nahm die gesamte LP in einem mich auflösenden Strom auf, wobei ich auch heute noch nicht sagen kann, wann sich meine Augen öffneten oder meine Iris meine Innerlichkeit mehr als nur sah. Alles, was ich in Worte zu fassen imstande bin, ist, dass mich die schönste aller Musen geküsst hatte und so bis dato.
Am Frühstückstisch tönte dann Music von John Miles aus dem Radio.

To live without my music
Would be impossible to do
Cause in this world of troubles
My music pulls me through

Sehr liebe Grüße Dir

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Wir hatten einen in der Klasse, der im Haus seiner Eltern auf dem Dachboden eine HiFi-Anlage nutzen durfte, die ein Vermögen gekostet haben muß. Man betrat diesen Dachboden nur sehr ehrfürchtig. Wenn wir uns da oben versammelten, um Schallplatten zu hören, hatte es den Charakter eines Rituals. Es schien da kein Licht zu geben außer dem Leuchten von Displays. „Dark Side Of The Moon“ habe ich auf diesem Dachboden zum ersten Mal gehört. Vor einer 21 Minuten langen Version von „Transmission“ der Smashing Pumpkins (Aula Magna, Lissabon, 1998) sagt James Iha auf der Bühne: „Prepare for the spaceship.“ Exakt so bestieg man diesen Dachboden: Prepare for the spaceship. „Dark Side Of The Moon“ läuft hier im Planetarium als Soundtrack zur kosmischen Reise, und das ist natürlich schon sehr beeindruckend, aber ich sah es mit einem Anflug von Been there, done that. *g*

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