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Musik

Marianne Faithfull

Marianne Faithfull, 1964. Foto Terry O'Neill.
Marianne Faithfull, Girl on a Motorcycle.
Marianne Faithfull.
Marianne Faithfull.

Sie, deren Schönheit so exzeptionell war wie die Form ihrer Intelligenz, die aber unter einem dunklen Schatten lebten, Nico oder Marianne Faithfull. Marianne Faithfull, de facto und nicht nur metaphorisch eine Verwandte von Leopold von Sacher-Masoch, hat Mick Jagger mal Bulgakows „Der Meister und Margarita“ geschenkt, so kam es zu „Sympathy For The Devil“. Als Jagger sich von ihr trennte, unternahm sie einen Selbstmordversuch, und nach einem Sechstagekoma waren ihre ersten Worte: Wild horses couldn’t drag me away. Sie schoß sich im Theater Heroin, um als opheliahafteste Ophelia in die Geschichte einzugehen, lebte zeitweise in Soho auf einer Mauer und wurde doch die Frau, die immer wiederkam. In einem ihrer späteren Songs, „Times Square“, gibt es diese Zeile: „Playing in a wrong world“. Man weiß, warum diese Ophelia, dieser boy’s dream, auf dem Weg der Selbstzerstörung den Times Square aufsucht, aber dahinter steht eben dies: playing in a wrong world. Dieses Grundgefühl, ein Fremdgänger zu sein in dieser Welt, in der als „wirklich“ definierten Welt.

Marianne Faithfull, Broken English.

1979 hat Marianne Faithfull mit Broken English ihr Revolutionsepos geschaffen, kontrovers, provokant, radikal, wehmütig, aggressiv, düster, kalt, giftig, illusionslos. Die helle, reine Stimme der belesenen Adelstochter und Klosterschülerin ist verschwunden, auf „Broken English“ hört man die rissige Stimme einer Frau, die keinen Zweifel mehr daran läßt, daß alle Verobjektivierungen, zu denen der immer leicht abwesend wirkende Engel der Sixties vielleicht einlud, hiermit gescheitert sind. Auf dem Cover hält sie noch die Zigarette in der Hand, deren Rauch sie gerade ins Gesicht aller Erwartungshaltungen geblasen hat. Eine schmerzend intime Bestandsaufnahme am seidenen Faden, Schnappschüsse aus einer Zeit, in der Mariannes persönliche Lebenssituation – Junkie ohne Dach über dem Kopf – und das Klima kollektiver Ernüchterung, das in die Revolte des Punk umgeschlagen war, sich als Ausgangspunkt für Broken English gegenseitig unter Druck setzen. In ihrer Autobiographie beschreibt Marianne Faithfull später diese Stimmung als Mahlersymphonie, die außer Kontolle gerät. Weniger Ästhetizismus prägt ihren legendären Vortrag auf „Why D’Ya Do It“ – Lyrics von Heathcote Williams, dem Prospero in Derek Jarmans „The Tempest“ -, der dazu führt, daß Broken English in Australien ohne diesen Track erscheint.

Broken English erzählt keine Geschichten mehr, sondern hat sie gelebt. Und doch beweist Marianne Faithfull auf „The Ballad of Lucy Jordan“ herzzerreißend, wie sehr es ihr dennoch möglich ist, sich wiederzufinden in einer Frau, die sich am Nichtgelebten ihres Lebens entlang in sanften Wahnsinn gleiten läßt. „Lucy Jordan is me if my life had taken a different turn. It’s a song of identification with women who are trapped in that life and the true private horror of the ‚good life‘, the one women are meant to aspire to.“ Auf Broken English konzentriert Marianne Faithfull ihren Mut, alles, was sie durchlebt hat, als Teil der eigenen long road zu verstehen, unashamed.

-> The Ballad of Lucy Jordan @TOPPOP

Marianne Faithfull.
Marianne Faithfull.
Marianne Faithfull.

Dangerous Acquaintances galt dann 1981 als Enttäuschung. „Truth Bitter Truth“ oder „So Sad“ lassen das Album durchaus nicht so lauwarm erscheinen, wie Kritiker es sehen, aber der letdown führte dazu, daß Marianne Faithfull wieder in der Versenkung verschwand.

1983, A Child’s Adventure. Mir schien, ich war der einzige weit und breit, der diese Platte kaufte.

„Und ebensowenig wie die Träume kümmert es das Kind, ob seine Bilder denen des wirklichen Lebens gleichen oder ob sie vollständig sind: es nimmt einfach an, sie seien es, und Punkt.“ – Felisberto Hernández, Das verlorene Pferd

Wie ein verirrtes Kind, diese Platte. Ich liebte sie, bis vom Vinyl nicht mehr viel übrig war. Verschenkte „Times Square“, „Ireland“ und „The Blue Millionaire“ auf den Dingern, die man heute Mixtapes nennt, and nobody cared. Daß Marianne Faithfull das Heroin noch nicht hinter sich hatte, war die schreckliche Wahrheit hinter A Child’s Adventure.

Anyway, so ging es die ganze Zeit mit Marianne Faithfull. Immer kam sie plötzlich von irgendwoher und zwang einen mit einem Song in die Knie.

In a tired part of the city 
Hiding from the fast talk
Watch Don’t walk to Walk 
Easy when you’re dreaming
Staring at the movies
Standing in a circle
The laughing at the wrong time

If alcohol could take me there
I’d take a shot a minute
And be there by the hour

Take a walk around Times Square
With a pistol in my suitcase
And my eyes on the TV

In a car taking a back seat
Staring out the window
Thinking about danger
Playing in a wrong world
Fighting but I’m not free
Talking on the telephone
Talking about you and me

If Jesus Christ could take me there
I’d fall down on my knees
Have no questions to his answers

Take a walk around Times Square
With a pistol in my suitcase
And my eyes on the TV

And if I die gaining my senses
Wake up in a hotel
Staring at the ceiling.

1999 erreichte ich im letzten Moment die Musikhalle. „Was kostet die billigste Karte?“ – Es war 5 vor 8, sie kostete 35. „Uff!“ – „Du meinst, uff, so billig kann man Marianne sehen.“ – „Uff, wo sitze ich denn da?“ – „Uff, ganz oben.“ Aber dann saßen wir alle im Parkett, weil das Konzert nicht ausverkauft war. Aber wir, die wir da waren, rührten sie zu Tränen, und sie uns. Jemand reichte ihr Blumen, sie nahm sie entzückt wie ein junges Mädchen, und dann doch ironisch-abgeklärt: „They’re from your mother’s garden, aren’t they.“

„Wilder Shores Of Love“ ist der Song unter allen Marianne Faithfull-Songs, den ich höre, wenn vom Nachthimmel die Engel fallen.

Think about it when you’re out on the street
Think about it when you’ve nothing to eat
How did you fall so low from so high above?

Think about it when you’re on your own
Think about it when you’re leaving home
You didn’t see it coming, the velvet glove

Too far out on the wilder shores of love
Too far out like you knew before
On the wilder shores of love

Think about it from the other side
Realize you’ve got nothing to hide
There’s no one left alive to give you away

Night moves in mystery
What else do you want to be?
Did no one ever show you the way?

Just found out on the wilder shores of love
Just found out what you did before
On the wilder shores of love

Too far out on the wilder shores of love
Too far out what you knew before
On the wilder shores of love

I can feel your dangerous love around me
Do I want to go in there again
When all I wanted was for you to drown me
And love was there to make me go insane

I remember all the lies you told me
Shut my eyes and always you appear
I can’t forget the way you used to haunt me
I can’t forget the love that wasn’t there

Too far out on the wilder shores of love
Too far out like you knew before
On the wilder shores of love

So far out on the wilder shores of love
So far out like you knew before
On the wilder shores of love


[From a letter]

Yesterday afternoon, after they had sent me home for two days off, I had fallen asleep with my fever head while a collection of Marianne Faithfull songs was playing. Woke up again, sobbing, because in a dream I had been lying on my bed, crying, and a certain person who is gone had come in silence to look for me, and I understood crystal clear how the idea of angels being around came into this world. And the music was still playing and the song that just faded was this one. I’m not kidding.

Marianne Faithfull in "Lucifer Rising", Regie Kenneth Anger.

Marianne Faithfull in „Lucifer Rising“, Regie Kenneth Anger.

Marianne Faithfull.
Marianne Faithfull.
Marianne Faithfull.

28.04.2013 -> Antirationalistischer Block Comment Section

Marianne Faithfull hat mir im Leben wiederholt die Tränen in die Augen getrieben, „The Ballad Of Lucy Jordan“ unausweichlich. Das, wobei Sie dachten, Sie sehen nicht richtig, stammt aus dem Dezember 1979, holländisches TV, kann mich nicht immunisieren gegen die Heroinaugen, gegen ihre Schönheit zwischen kompletter Entrückung und Capricorndisziplin.

Es gibt auch einige der frühen Aufnahmen von Marianne Faithfull, die ähnliche Wirkung auf mich haben, „I Have A Love“ (von „Love In A Mist“, 1967) ist ein Song, auf dem ihre noch helle Stimme von derart überirdischer, tragischer Unschuld ist, daß man nichts mehr hört als einen Engel, der weiß, daß er in Fetzen gerissen wird.

Marianne Faithfull, 1964, Foto Terry O'Neill.
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Musik

Hugo Race & The True Spirit

Ein weiterer Australier, der Kummer gewohnt ist. Sein Oeuvre von 1990 – 1998 – „Earl’s World“, „Second Revelator“, „Valley Of Light“, „Spiritual Thirst“ und „Chemical Wedding“ – zeigt ihn als versierten Traumkartographen, vor allem aber: keiner kann härter, staubiger, trockener sein als Hugo, kein Loch ist schwärzer als das, in dem Hugo war, und wenn der „Dirty Old Waltz“ losgeht, bringt man seine Seele besser in Sicherheit. Aber Liebeslieder schreibt der Mann, da wird erst jahrelang und dann noch 400 Meilen für Victoria gewandert, und wenn ich Victoria wäre, würde ich dem Mann den Blues schon austreiben wollen. Die alte U2-Weisheit, daß man nicht mit ihr und nicht ohne sie leben kann, verteilt sich hier auf 50+ Kleinepen, die sich irgendwo zwischen erotisch aufgeladenen Film noir-Hinterzimmern und dem Showdown mit dem Gunslinger, der mit goldenen Patronen schießt, abgespielt haben müssen. Ein träge kreiselnder Ventilator, 40er-Jahre-Kleider liegen herum. Die Stimme klingt, als wäre ihr Inhaber einst losgezogen, um an einer Frau das Ungeheuerliche zu suchen, und als hätte er es dann gefunden. Großartig auch die Coverversionen, etwa von „River Of No Return“ oder Blind Willie Johnsons „Always Will Be God“.

Last night I saw my Captain
He said „Dream your life has changed“
When I woke up this morning
Nothing looked the same
There was money on the table
And roses in the air
Fire inside my mind
And a woman in my bed

Hugo Race & The True Spirit.

Aber all das ist natürlich nur Gaukelwerk des Second Revelator, des Gottseibeiuns, der seine besten Geschäfte da macht, wo das Wundfieber zu stark ist. Das Lachen, mit dem der Teufel dich dann zurück auf Null setzt, mit delirierender Posaune im Hintergrund und einem schubbernden Bassmotiv, an das man sich gewöhnen kann, obwohl es sagt: Verscharren. An einem unbekannten Ort. Ist das noch eine Bassgitarre oder schon eine Kreatur?

Dirtmusic sind Chris Eckman (Walkabouts), Chris Brokaw und Hugo Race, der „Knochenbrecher-Punk-Blues“ (Musik-Express)-Experte. Spuckt dir ganz gamblingmanlike auf deinen Stiefelstaub.

„Das ist eine meiner frühesten Kindheitserinnerungen. An die Umstände kann ich mich noch sehr gut erinnern. Ich muss um die fünf Jahre alt gewesen sein. Im Haus meiner irischen Großmutter, in den Hügeln bei Melbourne, wo ich oft in den Sommerferien war, fand ich heraus, dass sie einen uralten Plattenspieler besaß. Von einem meiner Cousins, denke ich. Ja, und die einzige Platte, die sie hatte, war Rebel Walk.“

Some people got no soul.

Hugo Race.

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Journal Musik

Mark Lanegan – A Celebration

Mark Lanegan - A Celebration. London 05.12.2024
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Musik

Nick Cave

Nick Cave. Artikel von Christian Erdmann: Bild: "Kicking Against The Pricks" Cover.
Nick Cave & The Bad Seeds, Knopf's Music Hall, Hamburg 15.08.1987.
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Musik

Peter Murphy: Rosenspucken, Istanbul

Peter Murphy, Bauhaus, in "The Hunger" ("Begierde"), 1983, Regie Tony Scott.

50 Peter Murphy-Songs, zu denen es 50 geöffnete Türen gibt, in meinem Leben. Aber wo soll man anfangen. Die tiefe Mitternacht, als ich zum ersten Mal „Bela Lugosi’s Dead“ im Radio hörte? Die Wahrheit, daß die bedeutendste aller Wirklichkeiten ein geheimer Garten ist („Our Secret Garden“)? „Hit Song“, von hinten in den Himmel gestoßen vor unserer Nacht in Hagenbecks Tierpark? „Final Solution“ im Roman? Das einzige Ticket, das ich jemals auf dem Schwarzmarkt erwarb, Minuten vor Konzertbeginn, um die Bauhaus-Reunion zu sehen, 1998? Sein Auftritt am Anfang von „The Hunger“? Diese ihn für alle Ewigkeit zum dear man machende Geste, „Marlene Dietrich’s Favourite Poem“ zu schreiben, diese Zeilen, mit denen er die Momente würdigt, in denen Marlene in Maximilian Schells Film Tränen vergießt zum Gedicht von Freiligrath, „My mother loved it so…“ – ? Der Artikel über Murphys Leben in Istanbul, Beginn einer Entdeckungsfahrt durch orientalische Musik? Die Tatsache, daß ich die Begegnung mit Antonin Artaud eigentlich ihm verdanke? Das Video zu „She’s In Parties“? Das Video zu „Spirit“? Überhaupt alle Videos? Daß „Roll Call“ vermutlich der Song ist, den ich am längsten im Walkman hatte, ever? Diese Stimme, deren Tiefen dich „on a long and winding grey paved street, your breath the only friend, chattering others surrounding you“ erheben? Den Tränen nah bei „Huuvola“?
Ich wüßte nicht wo anfangen.

Murphy ist ein Bruder. Always there.

SPIEGEL ONLINE Forum

11.06.2008

Christian Erdmann:

„Cascade“ hat mit „Huuvola“ vielleicht den mysteriös-schönsten aller Murphy-Songs, aber „Dust“ empfehle ich unbedingt! Daß Murphy auch ein Domizil in Istanbul hat, wußte ich zwar schon eine Weile, aber irgendwann erwischte ich auf TRT mal ein Konzert mit einem orientalisch-klassischen Ensemble, diversen anderen Musikern, kreiselnden Derwischtänzern; wunderbare, hypnotische Musik. Endgültig vom Stuhl fiel ich, als ich begriff, daß der Sänger, der sich in meinen ersten Minuten da gerade im Hintergrund hielt, Peter Murphy war. „Dust“ ist ähnlich, die Musik wandert über Wüstensand, es dürfte sich um viele 7-Minuten-Stücke handeln, aber man verliert hier das Gefühl für Zeit.

Konzertticket für Peter Murphy Hamburg 2009, Fabrik.

SPIEGEL ONLINE Forum

Oktober 2009

Christian Erdmann:

Danke, mir ist gerade alles egal. Wenn der Peter Murphy nach 15 Songs plötzlich „Hello!“ zu deiner Begleiterin sagt und ihre Hand hält, und anfängt mit „You’re very attentive, thank you, it encourages us“, und im Grunde das zu ihr sagt, was du ihr ein Leben lang zu sagen versucht hast, und das von der Bühne aus, ist dir nach Gang in die Nacht der Lotusesser. Sollte die Welt noch versäumen, auseinanderzufallen, verdurste ich in einer Wüste aus Goldstaub. Von den Mächten Die Da Sind als Konzert getarntes Satori – Kick In The Eye.

Landegaard:

Ohne Scheiß? :)

Christian Erdmann:

Ja.
Murphy ist ja mit einer Türkin verheiratet und lebt (auch) in Istanbul. „Dust“ ist für jene, die was damit anfangen können, daß in der Sprache der Sufis das Wort für „Sünde“ dasselbe bedeutet wie „Distanz“. Distanz von truth & essence. Alle, die von „small intelligence“ (Murphy) den Kanal voll haben und „thirsty for the water of life“ (Murphy) lebende Reflexbrecher sein müssen. Oder einfach für jene, die immer wissen wollten, wie ein Mann mit goldenem Licht in der Stimme sich anhört.

SPIEGEL ONLINE Forum

April 2011

Christian Erdmann:

Im Juni erscheint nun endlich das neue Album von Peter Murphy. Schon da: Rosenspucken mit PM.

Im September auf Tour in Deutschland, wenn nichts dazwischenkommt.


oasis:

Vornehm hin oder her, aber man kann’s auch übertreiben *schelt*. :)
Murphy, welch phantastische Neuigkeiten!! Und dann so bescheiden mal nebenbei bemerkt vom Licht-unter-den-Scheffel-Steller himself.

Aber immerhin. Jetzt haben sie hier schon einen extra Thread für Dich eröffnet. :)
“ … wenn Jesus wiederkommt, so wird das vermutlich nicht in Gestalt eines Bundesministers oder eines Strommanagers sein. Er wird ganz schlicht und einfach daherkommen. Nicht in einer Luxuslimousine, sondern auf einem klapprigen Fahrrad.“

Christian Erdmann:

Seit die rosenspuckende dunkle Lichtgestalt von der Bühne herab die Hand meiner, ähm, Begleiterin festhielt und ihre, ähm, inspirierende Ausstrahlung würdigte, ich meine so mitten im Konzert, – ich habe zwar einen Tonmitschnitt davon ergattert, aber das glaubt einem ja trotzdem kein Mensch – habe ich mein Jesustum an den Nagel gehängt. Irgendwann zwischen zwei Songs beklagte er die Schwierigkeiten, die Platte rauszubringen, die also im Oktober 09 offenbar schon fertig war, „very frustrated“, und „There’ll be a pot on the way out“, für die Kollekte. So sieht’s leider aus, daß eine Legende wie Peter Murphy von der Industrie praktisch ignoriert wird. Und darum ist das natürlich eine phantastische Neuigkeit, daß es jetzt endlich soweit ist. Er hat damals schon ein halbes Dutzend der Songs gespielt, die auf „Ninth“ erscheinen werden, „Velocity Bird“, „Peace To Each“, „Memory Go“, „Secret Silk Society“, „Uneven & Brittle“, „The Prince & Old Lady Shade“. 


Peter Murphy, 15.10.2009, nimmt also vor „Deep Ocean Vast Sea“ Birgits Hand & this is exactly what he said to her:

„Hello, how do you do? You’re very attentive, thank you, it encourages us, me especially, when somebody’s looking so… so inspired.“


Excerpts from „The Fairy Godfather of Goth“, Magazine Article on Peter Murphy, 1992

Text: Adrian Deevoy

Photos: Ken Sharp

Peter Murphy in Istanbul. Artikel "The Fairy Godfather".

„The method I use to create lyrics hasn’t changed. If I haven’t written any, I just turn the microphone on and sing and words will just come out. There’s no interference from anything cerebral. You see, instinct is distinct from rationale. The pure intellect is in the realm of the imagination which is a finer sensibility. So things can come through and you don’t know where they come from and your conscious mind would have no way of reproducing those images in the conscious state. So, in a sense, you become as much of a listener as the, um, listener.“

Today, Peter Murphy is in Istanbul. He met his Turkish wife, Beyhan, back in the Bauhaus days and now spends a couple of months each year resting on a small island north of the city.

„My only impression when I first came to Turkey,“ he says sipping water in the marbled bar of the hotel where the Orient Express used to stop, „was that Midnight Express cliché. Of course, that was immediately dispelled, although it can still be pretty scary.“

„I think what people, the press in particular, didn’t like was that there was an arrogance about [Bauhaus] which said, We don’t need you. It was a very self-made band. And we attracted some very negative writing. Really seriously bad things were written about us.“

Before visiting Istanbul’s sense-scrambling bazaar, Murphy bumps into a Turkish friend. „Oh, Peter!“ she gasps, motioning towards his stick-insect-on-steroids physique. „You’ve lost so much weight!“ „No, I haven’t,“ retorts Murphy indignantly, „I’ve always been skinny.“ This is true. In fact, it would come as no great shock if Murphy’s passport described his full-time occupation not as „Songwriter“ or „Musician“ but as „Professionally thin person“.

Although he still lives in North London, Murphy believes that the UK is a market that no longer requires his services. Following Bauhaus‘ disintegration in ’83 (the orphaned members of the band went to America to gather modest underground garlands as Love And Rockets) Murphy (…) went to work as a solo singer on the USA club circuit in ’86.

„The Bauhaus effect is odd in the States,“ Murphy muses, „because as a solo artist I sell a hell of a lot more records than Bauhaus ever did. But you still get people going out and buying Bela Lugosi’s Dead and enjoying this wonderful cultish experience for the first time.“

„If you were to stop the average music fan and ask them about Peter Murphy, they’d say, What’s happened to him? What’s he been up to since 1983? People still come up to me in the street and say, Wow, Peter Murphy, what have you been doing with yourself? And I say, I’ve actually had four albums out. I’ve been working solidly for five years, thank you very much. I just got bored of dealing with this negative attitude. In the end you just go where you’re wanted.“

Do people expect him to be weird when they meet him?

„There was a gentleman in LA last month who came along with the full baggage of misconceptions,“ he recalls fondly. „He was asking me, What is it that you know that we don’t? Tell us about the secret message in these lyrics. What is the right religion to follow? Why do you wear black all the time? […] I try to avoid the transference of their interpretation of my personality on to me, this preconceived montage of who you are.“

Has Murphy ever experienced these feelings himself?

„I did when I met Bowie,“ he admits. „I played a part in the film The Hunger. Catherine Deneuve was there too, so it was doubly strange for me. But I sat there with Bowie and I thought, Well, there he is. And that was it. He was there as a human being and the whole thing was exorcised. I immediately felt OK about it. That first moment to me was very important.“

„Why don’t we just have a chat, a cigarette and a coffee?“ Murphy sighs. „Let’s be… Turkish.“

Peter Murphy: Rosenspucken, Istanbul. Von Christian Erdmann. Bild: Opening Scene "The Hunger", 1983.
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Screamin‘ Jay Hawkins – Der kreischende Buffo

Screamin' Jay Hawkins - Der kreischende Buffo. Radio Special von Knut Benzner. Bild: Szene aus "Mystery Train" von Jim Jarmusch.
Knut Benzner.

The very brilliant Knut Benzner

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Mark Lanegan, Hamburg 2015

Mark Lanegan Ticket Hamburg 2015.
Mark Lanegan Phantom Radio Notebook.
Mark Lanegan Signature.
Mark Lanegan Signed Setlist.
Mark Lanegan live.
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Journal Musik

Genauigkeit ist funky

Twin Peaks - Dale Cooper, Gordon Cole. "Genauigkeit ist funky", Christian Erdmann.

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Nine Inch Nails: Ghosts I – IV

Nine Inch Nails, Ghosts I-IV.
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Ladytron: Velocifero

Ladytron - Velocifero. Artikel von Christian Erdmann.
Ladytron: Helen Marnie, Mira Aroyo, Daniell Hunt, Reuben Wu.