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Today's Best Song Ever

Today’s Best Song Ever: Echo & The Bunnymen – The Killing Moon

Ian McCulloch, Echo & The Bunnymen. Christian Erdmann, Today's Best Song Ever: The Killing Moon.

Echo & The Bunnymen klingen wie die Liebesnacht mit einem Geist. Was will Ian McCulloch sagen? Er sagt es so gut. Seine kryptische Poesie verweigert sich linearer Zeichnung, manchmal sagt er eigentlich nur Klang, so ist es wohl während der Liebesnacht mit einem Geist. Manchmal sind seine Texte einfach Schimmer von Eis und Jade. Alles ist verwandelt, Tage sind kristallin oder türkis, Teufel sind weiß, der Mond tödlich, Pferde tanzen, Köpfe rollen, nur Götter werden immer Götter sein. Als Bunnyman bewegt man sich buchstäblich zwischen Engeln und Teufeln, jede Nacht hat andere Schriftzeichen am Himmel, und auf dem Thron im Paradies wird man Stück für Stück verrückt.

Die 4 Alben, die Echo & The Bunnymen zwischen 1981 und 1987 veröffentlichten, entsprechen den 4 Jahreszeiten. HEAVEN UP HERE (1981) ist Herbst. PORCUPINE (1983) ist Winter. OCEAN RAIN (1984) ist Frühling. ECHO & THE BUNNYMEN (1987) ist Sommer.

For me, it was a trip to Russia that fed into The Killing Moon. Me and Les Pattinson, our bassist, knew some people at the polytechnic in Liverpool who were going, and they said we could come. It was £200 for 10 days, including flights. We went to Leningrad, then this place called Kazam, where nobody from outside Russia had been since 1943 or something. We went to a museum full of tractor parts and this very strange party organised by the young communists where everyone wore pressed Bri-nylon flares. But there was a lot of music and we came back full of ideas of Russian balalaika bands, which Les used for the middle of the song – this rumbling, mandolin-style bass thing. – Will Sergeant, The Guardian, 2015

„The Killing Moon“ ist, wer wollte da Ian McCulloch widersprechen, „the greatest song ever written“. Die Musik beschwört die Macht des Unausweichlichen.

Under blue moon I saw you
So soon you’ll take me
Up in your arms
Too late to beg you or cancel it
Though I know it must be the killing time
Unwillingly mine

Fate
Up against your will
Through the thick and thin
He will wait until
You give yourself to him

In starlit nights I saw you
So cruelly you kissed me
Your lips a magic world
Your sky all hung with jewels
The killing moon
Will come too soon

Fate
Up against your will
Through the thick and thin
He will wait until
You give yourself to him

005

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Today’s Best Song Ever: Iggy Pop – Shades

Iggy Pop by Masayoshi Sukita. Christian Erdmann, Today's Best Song Ever: Shades.

Doch 10mal wunderlich! SIE trug noch mehr! 9 Tage war es her, daß sich in der Metro ein 8-loses Individuum zwischen ihn und SIE geschoben hatte, dadurch 7 Flüche auf sich zog und erst zurückwich, als Aljoscha seinen Walkman von Lautstärke 6 auf militant laut stellte, wodurch im Umkreis von 5 Metern „Shades“ von Iggy Pop Mitreisende mitreißen mußte. Seitdem hatte dieses Stück Musik den 4fachen Schriftsinn:

3) Es handelte von einem Geschenk, das ein Mann von einer Frau erhält, was diesen Mann so rührt, daß er der Frau darüber Treue schwört für ewig und einen Tag (anagogischer Sinn).

2) Es enthielt die Zeile: Die anderen Kerle sind schlecht dran, sie wollten einem Mädchen wie dir nie zuhören (Moralsinn).

1) Es war die Hymne auf den Zauber, in den die Katzenmenschenfrau Aljoschas Leben hüllte. Allegorischer Sinn.

0) Es war so gut, daß man in die Knie ging. Buchstäblicher Sinn.

Und weil „Shades“ das Hohelied auf eine Sonnenbrille war, jenes so bedeutsame Geschenk zur richtigen Zeit am richtigen Ort, trug SIE an diesem kalten Tag, den kein Sonnenstrahl erhellte, eine Sonnenbrille. Klarer Fall! – auch wenn dies alles Aljoscha im Augenblick mehr schwante, als daß er es sich rational und en bloc zusammenspekulierte.

Christian Erdmann, „Aljoscha der Idiot“

004

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Today’s Best Song Ever: Mark Lanegan – Waltzing In Blue

Mark Lanegan, Phantom Radio. Christian Erdmann, Today's Best Song Ever: Waltzing In Blue.

Lanegan hat schon bei „Blues Funeral“ erklärt: „I was listening to a lot of Kraftwerk, Cluster, Harmonia, a lot of the Krautrock stuff.“ Auf „Phantom Radio“ / „No Bells On Sunday“ hat er diese Liebe noch dezidierter ausgelebt. „Waltzing In Blue“ haunted me. Something else, something strange, ätherisch, Lanegans Chor mit sich selbst erinnerte mich an irgend etwas Fernes, weit Entferntes. Then I got it. Dieses Eindringliche, Gebethafte der Musik, die Florian Fricke mit Popol Vuh für Werner Herzog-Filme schuf. „Waltzing In Blue“ erinnert mich an Popol Vuh.

Adventskalender 2014

Oh what can I say
I’m bleeding for you
Only a scratch
Waltzing in Blue
Oh I can’t see the day
Blinded by you
Faded away
Waltzing in Blue
No, nobody home
They’ve gone out to play
Gone to the ball
Psychoses and all
And love
Love’s fevered stain
Hour by hour
Is down to decay
Oh what can I say
Still haunted by you
Quiet as a ghost
Waltzing in Blue

003

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Today’s Best Song Ever: Scott Walker – Boy Child

Scott Walker. Christian Erdmann, Today's Best Song Ever: Boy Child.

Was ich aber weiß, ist, daß „Scott 4“ ein echtes Wunderwerk und „Boy Child“ einer der Songs ist, für die das Wort „haunting“ mal erfunden wurde. Reine unverständliche Schönheit, dunkel, süß, mysteriös, reine Poesie.

(12.03.2009 – SPON)

… ein Mann auf der Suche nach der verlorenen Zeit, die zwischen europäischen Filmen abläuft, eine unerklärliche, traurige, einsame Forgotten Courtyards-Schönheit vor Augen.

Letzte Nacht zwischen 2046 und 2968

Beyond any rational explanation, was Walker in diesem Song macht, wie er in ihm das Mondlicht einfängt. Ally Davids: „Boy Child is, in my opinion, the peak of music itself, the best song ever written, across any musical medium in any time, period. Beautiful lyrics, and a tune that I would be quite happy to listen to for the rest of my life.“

Oft genug aus diesem Song erwacht, um in die Welt eines Romans zurückzukehren. Wenn du in den Nachtwinden hinter mirrors dark and blessed with cracks gestanden hast, fügen sich alle Fragmente zusammen. Für immer.

Scott Walker / Scott 4

„Und manchmal hat mich die Atmosphäre eines Stücks wie ‚Boy Child‘ von Scott Walker oder ‚Frozen Warnings‘ von Nico genau dahin geführt, wo das Wort oder das Bild war.“

Interview Literatur-Feder Magazin

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Today’s Best Song Ever: Nico – Frozen Warnings

Christian Erdmann, Today's Best Song Ever: Nico - Frozen Warnings.

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