Ihre Stimme um zwei Uhr morgens wie aus einem französischen Liebesfilm Ihr mondhelles Haar wenn Neumond ist und ihre Augenbrauen des klassischen Altertums? Verbeult auf 1 Kinderfoto und gickelnd unter 1 Hunds-Stern ist sie die Hüterin geheimnisvoller Seufzer denen kleine Jungs wie seifenblasenfasziniert nachstarren und wenn sie den Atem anhält schwöre ich beim allmächtigen Gott die Wahrheit zu sagen und nichts als die Wahrheit und rätselhafte Schimmer in ihrer ländlichen Kammer wenn mein mürber Dez auf ihren Jugendstil-Bauch fällt und der Tee, den sie mir reicht, schmeckt nach Herbst und die Ringe unter ihren Augen sind unsichtbar und Sartre ist ganz okay und ein Skorpion der durch das weite Tal ihres Merkurherzens kriecht und wenn er zusticht fallen alle kleinen Jungs tot um
Welch ein Bild! Welch ein Raum! Und wie er sich verändert bei jedem Wiederlesen!
Antirationalistischer Block / Christian Erdmann:
Really? It’s weird, they’re so far away, those poems, and yet they’re like blood cells, a part of me, so it’s impossible for me to see any aesthetic value. :) This was Leda.
London Tower schwere Glocken Das Urteil ist gefällt Sie führen die junge Frau über den Hof Anne Boleyn hineingetanzt in den Palast vor Jahren Schwarzäugig & leichtsinnig Nun wehrlos & verlassen Verwöhntes Kind sie haben dich Du bist das Opfer von Intrigen Des Königs Zorn ist dein Tod Das Volk ist feindselig & voll kalter Neugier Sie sind hier um die Königin sterben zu sehen & es wird kein Mitleid geben & keine Tränen Wird es wehtun, fragt sie den Constable Man sagt, der Henker aus Calais versteht sein Fach, erwidert der Constable gesenkten Hauptes & auch er läßt sie mit ihrem Leid allein Er gibt ihr Handgelenk frei vor dem hölzernen Schafott & ihr Blick fällt auf den Sarg auf ihren Sarg Die Ornamente Die Inschrift Hinauf jetzt! bedeutet die Hand die ihren Arm preßt Matt & langsam & Stufen zum Tod Sie sieht den Kronrat den Lordsiegelbewahrer Cromwell du Kröte Auf den Knien das letzte Gebet Der Henker hebt sein Beil & jetzt endlich begreift sie & wirft jäh ihren Kopf herum, Frage und Furcht in den Augen – „Mon Dieu, sie sieht mich an! Lenk sie ab!“ & der Henkersknecht streckt seine Hand nach ihr aus & ihr fataler Reflex & Kanonendonner Sekundenbruchteile später & Heinrich der Achte, zu Jane Seymour reitend
Auf weissen Laken aus Eis bin ich erlöst von meinen Irrwegen befreit von meinem Trotz geheilt von allem Übel Beschworen die Silben meines Namens wie im Schlummer einer Liebenden Vor reine Gegenwart versammelt die Zerstreutheit meiner Sinne In eins gefügt die zerrissenen Zustände des Herzens In eins verbunden die versprengten Kräfte Nichts mehr trübt die Reinheit meiner Anbetung Possen, die ich spielte Verrat, den ich beging Anfang der Welt und Endzeit und jede Wunde, die ich riss Alle Stationen der Isispassion Ri, dschi, Eisenkönig, stirb Endlich das Unsuchbare suchen Todgeweihtes Leiden Hochzeit im Kristallpalast Die wahre und die falsche Zeit Eine Nacht, die sieben Nächte dauert Schwester der Träume und schlafender Gott Bring dich mir zum Opfer Bis goldene Flammenreihen sich In deinem Schädel spalten So werde ich die Tore für dich öffnen Du willst die Wahrheit und du starrst direkt durch sie hindurch Totengräber klagen über Grabesstimmung Köpfe werden rollen in der Commedia
Und meine Augen sind weit aufgerissen in der falschen Welt Dunkeltage, langsames Verglühen, zwei Götter, einer fällt Die meisten Menschen hier verstehen nicht, was man für sie fühlt Ich auch nicht und wer weiß, wann die Erinnerung abkühlt
Meine Straße weiß nicht weiter und endet hier im Dort Durch die Risse in den Schatten höre ich den Schlußakkord Ich nehme nichts zurück, das Nichts nimmt mich zurück Alles, was noch vor mir liegt, ist Feuerreiterglück
Wenn es keine Übung ist, dann ist der Ernstfall Wirklichkeit Die lebendigsten der Toten stehlen uns die Zeit Ist für alle schlecht, was für nichts gut ist? Ich frag den Polizisten Er zieht den Colt und sagt, er setzt mich auf die Liste der Vermissten
Doktor, können Sie mir sagen, wo ich unterwegs bin jede Nacht Meine Träume sind aus Tränen der Verlorenen gemacht Die Braut trug Schwarz und gab ihr Jawort im verhexten Licht Die Frau in meiner Hochzeitsnacht erkennt mich nicht
Das Go-Go-Girl im Lazarett behauptet, dass ich an der Front bin Sie kennt den Rand am Abgrund und sie fällt gekonnt hin Der Schatten einer Krähe, die den Himmel zu vernichten droht Fällt auf die Schwester der Barmherzigkeit, sie schreit zerrissenrot
Die Pforten des Entsetzens mit singenden Segeln berührt Im Boudoir der Opfergänge zu teuflischen Lüsten verführt Ich schritt um die Königsgräber, der Tod hat sich vertan Nächtliches Gelächter ohne Ort ist Hymne dir, mein Wahn
Der Wundertäter hebt den Stab, ein Engel liegt in Ketten Die Engel sprechen rückwärts, um sich vor dem Ritual zu retten Ein Abschied, der Äonen dauert, ein guter Grund zur falschen Zeit Das Leid, das ich aus Zuneigung verteile, macht die Hölle himmelweit
Ihr Seidenschoß, ihr weißer Hals für einen Graf aus den Karpaten Ich schwor ihr auf der Zeitenflucht, ihre Schönheit niemals zu verraten Für eine Ewigkeit war nichts vor Alles-möglich-sein Meine Liebe, sagte sie, ist Sternmesskunst für dich allein
Es weht ein Wind, der unser Fieber fieberhaft besingt Es weht ein Wind, der alle Warnglocken zum Klingen bringt Kalter Wind weht durch die Stadt, in der das Lachen starb Wind heulte durch ihr Zimmer, als ich um sie warb
Grabmal ohne Inschrift Eingang ohne Tür Licht ohne Quelle Weg ohne Wiederkehr Kompass ohne Norden Zeit ohne Stunden Echo ohne Ruf Weiter ohne Grund Gegangen ohne Abschied Drei Nächte ohne Mond Steine ohne Alter Klang ohne Schall Elemente ohne Namen Wissen ohne Nutzen Kreaturen ohne Augen Knochen ohne Haut Sprache ohne Worte Intelligenz ohne Gehirn Sinne ohne Sinn Chor ohne Stimmen Universum ohne Anfang Raum ohne Krümmung Särge ohne Mumien Monstren ohne Mutationen Träume ohne Träumer Energie ohne Masse Buddha ohne Lächeln Formel ohne Einstein Engel ohne Gott Teufel ohne Zweifel Schlangen ohne Grube Halle ohne Hall Statue ohne Schöpfer Augen ohne Blick Bewegung ohne Warnung Alle ohne einen Verloren ohne Verlust Kuss ohne Lippen Entzücken ohne Ende Grabmal ohne Inschrift
Auch wir sind in Räumen freigelegter Zeit Wie weiße Spinnen, die in Einsamkeit sich weben Träumend, wie im Garten vor lang verschwundenen Monden Ein Wispern war im Rauschen dieser Blätter Wartend, daß noch einmal unser Weben so erzittert
Rubinrot auf den Lippen und sie sagte: komm Und der Wind, der ihre Haare wehen ließ War kalt und nicht von dieser Welt Und sie verging, als wäre sie ein Stich ins Licht Und seither all die Tode, die uns trennen
Der Zug rast in den Sandsturm Im Schatten einer Klapperschlange Spielt sich nicht viel ab Schwarzes Kleid auf heller Haut Woher kommt das Mädchen? Woher kommt das Mädchen?
Der Horizont verbiegt sich in der Hitze Skelette klopfen an die Hintertür Pferdeschrecken frißt den Klang Von Bottleneck auf E Wohin geht das Mädchen? Wohin geht das Mädchen?
Reptilien kriechen durch den Korridor Wolken brennen an den Rändern Jemand sein im Niemandsland Gefährte dieser Steppenhexen Das Mädchen kommt zu mir Das Mädchen kommt zu mir
Chiffon zitterte vom Herzschlag In einem nie gedrehten Louise Brooks-Film Der Mond hat einen Doppelgänger Kein Organ ist kälter als Gehirn Wohin führt das Mädchen? Wohin führt das Mädchen?
Was ist es, das sie tun in Zimmer 16 Todesvogel landet hier auf ihrem Arm Und flattert wieder fort Das ist es, was sie tun in Zimmer 16 Das Mädchen macht Das Mädchen macht ihn ab, den Himmellack
Sehr weit unten warten wohl die Kraken Auf die Proportionen eines Abgerutschten Wo sind sie hin, die blinden weißen Fische Die an meiner letzten Planke lutschten?
Sternvertäut, wie auf dem Deckel meines Sargs Und nicht geneigt, in diesen Schlund zu sinken Auf dessen Grund noch nie ein Auge sah Wo die matten Arme der Ertrunkenen winken
Der bleiche Mond, erbarmt er sich? Er malt mir eine Silberstraße auf die Wogen War nicht schon einer, der auf Wasser ging? War nicht einer, schlimmer noch als ich betrogen?
Als wär’s der süße Leib Kalypsos Umschling‘ ich dieses Holz auf sieben Meeren Und wenn kein Strand mehr mich als Treibgut will Werd‘ ich noch lang den Nymphenleib beschweren
Ach! Zu kalt das Herz für alle Träume Zu hart das Holz für einen Nymphenschoß Zu mitleidlos der Plan der Fluten Zu nah das Grab für einen Leichtmatros‘.