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Alle Bilder © Christian Erdmann
„Priest = Aura“ (1992):
To listen to much of this album is to eavesdrop on a man wrapped up in a fantastic dialogue with the outermost reaches of his imagination. If the rumours are true, Arista initially refused to release „Priest = Aura“, not really understanding what the f*** Church songwriter Steve Kilbey was on about and rightly concerned for his physical and psychological welfare.
One minute attempting to deal with some grand allusion to the space-time-continuum, expertly turning some equally outrageous grand illusion into fact the next. „You’re so deluxe, you’re so divine, you’re so 50 light years ahead of your time“, he sings, a victim of the love wars as well as the star wars. When Kilbey calls his lover a mutant, the smooth-talking f***er does so with a dozen red roses hidden behind his back.
(Mat Smith, Melody Maker)
Tunis and Sardinia
The ocean growing hungrier
Beneath these walls we’ll sleep tonight
Beneath this sky we’ll glide so bright
And kings will come and years will pass
Stars burn cold beneath the glass
And days will glow in distant times
In distorted haze the zebras graze
In deserts where the dust storm blows
And lush black swamps where mandrake grows
We’re marching laughing to the drum
Waiting for those kings to come
An infant with the voice of a crone
In Nebuchadnezzar’s parking zone
Calls out My Lord your end is nigh
I didn’t mean to make you cry
„My favorite thing in the world is that state between asleep and awake,“ says Kilbey (…) „That’s where I want our music to put people. It all happens in a dreamy, hazy place.“
„In that tunnel to the nonlogical part of your brain,“ adds new drummer Jay Dee Daugherty. [SPIN Magazine, May 1992]
„I definitely think that The Church is aimed at the female aspect. Our music is definitely aimed at that source, a female state of mind, not necessarily a feminine state of mind. […] It’s more of a contemplative, gentle, emotional, sad kind of thing.“ – [Steve Kilbey, B-Side Magazine 1992].
Ein ongoing project, ein ewiges Unternehmen in meinem Leben ist die Gestaltung eines Kalenders, in der ursprünglichen Form auf 36 Bristolkartons (für jeden Monat 3), mit Bildern von all den Menschen aus Musik, Film, Literatur, Kunst, Ballett, Mode, Geschichte, Philosophie, Kirchengeschichte, Fotografie, …, die in meinem / unserem Universum von besonderer Bedeutung sind. Um Geburtstage zu erfahren, schrieb ich in prä-Internet-Zeiten manchmal Briefe an P.O. Box-Adressen, die auf Schallplatten abgedruckt waren. Einer dieser Briefe machte sich auf den weiten Weg nach Australien.
Für Leser von „Aljoscha der Idiot“: „Am Tag, der ihr Geburtstag war, weilte Leda noch bei Sonja, während Aljoscha den Blick auf Dantes Begegnung mit Beatrice an der Westwand seines Zimmers ruhen ließ.“ – In dieser Szene lag mit ziemlicher Sicherheit „Heyday“ von The Church auf dem Plattenspieler in Aljoschas Zimmer. Zusammen mit der LP hatte ich die „Tantalized“ 7″ erworben, die B-Seite darauf war „The View“, gesungen nicht von Steve Kilbey, sondern von Marty Willson-Piper: einer der Songs, die Aljoscha im Walkman ständig hört, Songs, die Wagemut verliehen für das Beschwören des Unausweichlichen.
Take this daring leap
Wake, you’ve been asleep
Go attack your life
The paint is peeling, scrape to save what’s yours
Polish your window, don’t block out your view
Einige Zeit später kam tatsächlich Post von The Church. Alle 4 hatten unterschrieben, und einer der 4, offensichtlich Richard Ploog, verriet mir die Geburtstage. It’s already yesterday, we’re off the calendar – but now they were also on it.


SPIEGEL ONLINE Forum „CDs der Woche – und Ihre Favoriten?“
23.08.2007
Mein derzeitiger Favorit ist „Uninvited, Like The Clouds“ von The Church. Die ist zwar schon von 2005, aber die Bandgeschichte findet eh in einem anderen Raum-Zeit-Kontinuum statt. Wie ja alle eben nicht wissen, ist dies die meistskandalös ignorierteste beste Band der Welt. Die beiden Gitarristen, Marty Willson-Piper und Peter Koppes, sind Bewahrer diverser Geheimnisse, zum Beispiel: wie würde ein fliegender Teppich klingen, wenn er klänge? Beide weben, Song für Song, seit 25 Jahren, einzigartige Texturen in einer ebenfalls einzigartigen Weise des Zusammenspiels. Ein Church-Song erklärt dir, wofür Gitarren erfunden wurden. Der größte Faux-pas im Zusammenhang mit dieser Band ist der Satz: Waren das nicht die mit „Under The Milky Way“? Ja. Waren sie. Und sie sind siriusweit davon entfernt.
„Uninvited, Like The Clouds“ kommt 20 Jahre nach „Heyday“ und 13 Jahre nach „Priest = Aura“, den beiden bislang besten Alben von The Church, und als Bonus gibt es Pausen zwischen den Songs, die als akustisches Menetekel plötzlich die blasse Einfallslosigkeit von Heerscharen anderer „The“-Bands erscheinen lassen. Steve Kilbey hat eine Stimme, der man glaubt, daß er tatsächlich im Zeitalter Nebukadnezars der Entdecker der Melancholie war, besser, der toska, der unbestimmten Sehnsucht nach etwas Unerreichbarem, das dann doch immer wieder in Wahrnehmungen aufblitzt, für die Kilbey seit jeher magisch-mystische Bilder findet, in denen Dinge zusammenkommen, die sonst nicht zusammenkommen. Die Band befindet sich, nach endlosen Turbulenzen, in ihrer x-ten kreativen Hochphase, längst jenseits von Gut und Böse des kommerziellen Erfolgs, trotzdem: spenden Sie Ihr Geld dieser Kirche.
Eventually
We came to a chasm dark and wide
And drifted in silence through endless anenomes
In shallow dreams
Life was beginning to take a shape
Water was warm as it hastened our enemies
This kind of world will start a little colony
This kind of earth will eat a little energy
This kind of thing needs a little secrecy
After thousands of years
Our priests have predicted you would come
You with your death that appears in no photograph
We watched the night sky
We bickered like fools amongst ourselves
We sought protection in artificial youth
This kind of world will start a little colony
This kind of earth will eat a little energy
This kind of thing needs a little secrecy
In a sickening jump
I fell through the surface of my life
And I was caught back by the hollow camaraderie
The planet was still
Nothing moved as it slept in space
I pulled on my suit and exited quietly
Just like the stories they tell ya
Just like the tripe that they sell ya
Just like the dead you say hell yeah
Watch out
You can never be certain if anyone is really a friend
This could have been such a sweet thing
SPIEGEL ONLINE Forum
15.11.2008
Eine meiner absoluten Lieblingsbands, wiewohl es natürlich viele Weisen des Lieblingsbandseins gibt. Kilbey ist einer der besten Songwriter on God’s Green Earth und die Band eine der schmählich Unterschätztesten. „Under The Milky Way“ wurde kürzlich zum Best Australian Song der letzten 20 bzw. 20 000 Jahre gewählt.
„I just stumbled upon it and for some reason it has struck this wonderful sense of universality with people that most of my songs don’t.“ – Steve Kilbey
And it’s something quite peculiar
Something shimmering and white
It leads you here despite your destination
Under the milky way tonight
Wish I knew what you were looking for
Might have known what you would find

SPIEGEL ONLINE Forum
05.03.2009
Zweimal live gesehen, Hamburg war immer ein heißes Pflaster für die Band (die haben sich hier gar mal kurzzeitig getrennt), aber die Konzerte waren phantastisch, mysteriös und intensiv.
SPIEGEL ONLINE Forum
23.04.2009
„Priest = Aura“ dürfte ihr ewiges Meisterwerk bleiben. Die Magie von The Church ist schwer zu beschreiben, man müßte dafür das englische Wort „imagery“ heranziehen, vielleicht auch das Wort „otherworldly“. Ich kenne keine andere Band, die durch das Zusammenspiel von Text und Musik eine Art von IMAGERY herstellt, die derart enigmatisch Zeit und Raum durchquert. „Otherworldly“ bedeutet dann: Augen, die sich umsehen in der Welt hinter der Welt.
Steve Kilbey: „I write songs that I may not understand for years.“
SPIEGEL ONLINE Forum
12.02.2011
The Church: ich habe gerade dieses Interview mit Steve Kilbey gelesen, in dem er meint, daß wirklich keiner voraussah, in welche Höhen „Under The Milky Way“ abheben würde, es war der Song auf „Starfish“, von dem die Band eigentlich am wenigsten hielt: „It was kind of the black sheep of the album that nobody wanted to know about.“
Wenn es Tage gibt, an denen ich weiß, daß die Seele ein ruhiges und ein aufgewühltes Meer zugleich ist, dann ist, time and again, The Church im Spiel.
Adventskalender 2014:
„Further / Deeper“ gibt es hier noch gar nicht (oder nur als Import), habe sie im Churchshop bestellt, die zweite Post, die ich jemals aus Australien bekam. Die erste war auch von The Church. :)
Müssen die erste Platte ohne Marty Willson-Piper machen (lebt in Schweden und antwortete einfach nicht mehr), und produzieren, Ian Haug neu in der Band, so ein Zauberkünstlerstück.
Wie immer schicken sie dich in ein Labyrinth, für das nur du den Faden hast, und das Mysterium endet mit „Miami“. „I’m moving back to Miami“. Die ödeste Zeile, mit der man einen Song beginnen kann, aber da Steve Kilbey hier die Texte schreibt, gelangen wir schnell ins aurale Äquivalent eines rätselhaften Films. Der Erzähler scheint eine Verflossene überreden zu wollen, ihm nachzukommen, zu „my place by the sea… I think Humphrey Bogart stayed there in 1943. He was joined by Janet Leigh, Babe.“ Beunruhigende Andeutungen in den Zeilen: „It’s easier for you / Asleep in the darkness / After what you went through“. Als es dann plötzlich weitergeht mit „I don’t think I mentioned I met someone else“, „She was better than both of us“, wird das Narrativ unscharf, Zeitebenen verschieben sich, „Whatever I say, it has escaped me“, die Frau, für die er das Geld für ein „first class on BOAC“-Flugticket auftreiben will, ist wahrscheinlich lange tot: „I think of you cold / I think of you still / I think of you living / Your ziggurat on a hill / The gardens were moving / Like waves on a shore / My head always aching / My eyes always sore“. Und dieser Moment, als der Bewußtseinsstrom in a confused mind, in dem die Erinnerungsfragmente, die Geister der Vergangenheit durcheinanderwirbeln, vielleicht selbst a dead man’s dream, „Swimming pool heat / Some weather door slammed / A car started up / Frequencies jammed“, einfach nur noch sinnlos insistiert „Miami, Miami“, wie ein Ruf ins Jenseits, oder aus dem Jenseits, keine Zeile könnte an dieser Stelle wirkungsvoller sein, it totally thrills me, it’s fucking genius.
Steve Kilbey, 11.01.2012, auf The Time Being:
of course peter koppes of whom it is hard to imagine
a time when he was not accomplished on a load of instruments
his understanding of music is that of an absolute master
his playing is filled with restrained power and melodic grace
his sound is vast and distant
sometimes its hard to understand what he is actually doing
to his apollo is marty’s dionysus
more abrasive more metallic more inflaming
thus they interweave both being yin and yang at anyone time
„Of Skins And Heart“, das Debut von 1981, wird 2010 wiederveröffentlicht mit Liner Notes von Marty Willson-Piper:
„The lyrical juxtaposition of down to earth realism and sci-fi fantasy (…) became a constant element and a defining ingredient of The Church.
It all started here with this ragged yet accomplished debut, not only spawning a hit but also capturing a following of devotees that would never go away.“
„Is This Where You Live“: „On this track the band really gelled. (…) Dynamic build-ups, atmospheric soundscapes and arpeggio 12 string guitars became trademarks of the band’s sound. Steve’s surrealistic lyrics and Peter’s amazing reverse guitar solo were the icing on the cake. Intertwining phosphorescent guitars created such a deep sonic landscape that you’d swear there was a guitar motif in there that nobody played. That was ‚Gusto‘ our imaginary friend and he never left us.“
„The Blurred Crusade“, 1982, Liner Notes von Marty Willson-Piper 2010:
„But we didn’t care that much about what people thought. We were blazing our own trail, engrossed in our own magic, only looking up occasionally to see if the trick was working and if it wasn’t, we would just carry on, looking down, holding on till the end of the show like drowning sailors.
Steve had a handful of new tracks for this record but, as the band was entering into its second year with a vibrant new drummer, we started to jam together more and more. The musical chemistry was enhanced by Richard’s fluid drumming. He was effortless on the hi hat and the songs took on a new smooth feeling of flying through the clouds. The band was suddenly breezy and natural; the tension within the group and in the music had dissipated somewhat with Nick Ward’s departure and the songs were now gliding across the tops of the trees, softly brushing the leaves. This velvety backbone, combined with the impossible chords we were creating, enhanced Steve’s songs and opened us up to the possibilities of the music we could make.“
„An Interlude“: „Steve sings of a dream world of capture and escape, willing prisoners and doubtful guests in netherworlds of imagined mythical figures. The female voice behind Steve’s is Mary, Bob [Clearmountain]’s wife.“
„They’re going to send you away“ she said
Psychic angels spread on the top of her head
„You Took“: „It continues to be a crowd favourite with its dynamic peaks and troughs, intense climbing, jamming and extended instrumental middle section which grows and grows and grows till you just can’t take anymore and when the final release comes it feels like an express train ejected out of a tunnel into the relief of daylight.“
It’s a shame it’s not a game
We’re playing in it’s just the blurred crusade
The blurred crusade
„When You Were Mine“: „This was one of Steve’s songs that the band transformed into a snarling beast. (…) Strange half invented characters inhabit an unfinished world; a stark landscape of cold dreams. Shapes form and disappear before your eyes as you try to focus on who they are or why they are there.“
On a day like this, a hundred lifetimes ago
You on a shore, across the point
I looked through my hands and you drew me a line
When you were mine
In a storm like this, a hundred kisses of snow
You with another so easily sleep
What’s real and what’s dreamt become close and entwine
When you were mine
It’s a long way home from the Field of Mars
Distant, alone, beneath the platinum stars
And I turn to look, but I’m never any closer
Only just the rain makes the skin feel colder
All my life seems so far away
Air is soft in the Field of Mars
Tears and loss feed the overgrown grass
And I have to leave, but I never seem to go
Only more sad clouds where autumn winds will blow
All my dreams seem so long ago
Oh, Field of Mars
Time is past in the Field of Mars
Grief won’t last in the departing cars
And I call her name, but she never ever hears
And I call again to the cruelty of the years
Oh my love she’s so far away
Oh, Field of Mars
„Seance“ war meine erste LP von The Church, ich suchte nach ihr, nachdem irgendein Magazin sie als Platte „von geradezu überirdischer Schönheit“ beschrieb, und ich trug sie am selben Tag nach Hause wie den Zauberberg. An „Seance“ mag beim ersten Hören der Sound des Schlagzeugs irritieren, der ohne Wissen oder Einverständnis der Band beim Mix der Songs durch Nick Launay zustandekam; Marty Willson-Piper schreibt 2010 in den Liner Notes zu „Seance“:
„We all felt the same way about what we heard; Richard was frankly stunned. The tracks sounded so far removed from where they were when Nick was handed the multi-tracks. Only later did I realize that this is what he was hired to do – produce the mix as he saw it! Nick’s credit on the album was ‚Mix Engineered And Produced By Nick Launay‘. But can you imagine how the machine gun snare on ‚Electric Lash‘ sounded to Richard when he heard it for the first time? We wondered how Nick Launay could make changes as substantial as this without considering the opinion of the band. (…) Listening back to Seance now I must say that I’m finally used to it. But on first listening we were somewhere between shocked and horrified!“
Used to it war ich nach nur einer Umdrehung von Seite 1 und Seite 2, ich liebte die Platte von Anfang an und seitdem immer mehr. So sehr manche Lyrics meine Gegenwart beschrieben – was ich damals nicht wußte, war, wie genau manche Lyrics von „Seance“ meine Zukunft vorwegnahmen. Memories in Future Tense heißt ein Song auf „Of Skins And Heart“.
One day, doubtless, cloudless, bright
We’ll shake away the shadows of eternal night
It’s just the storm before the calm
Like the life held in your palm – it’s clay, one day
And you stand there, with ashes blowing past
Dipping into gilt-edged love that will be made at last
And the gold you spend and the hastening end
That you throw into the sea
Coming back a hundredfold, there’s no guarantee
We’ll walk and be like giants, we’ll all be honest men
I go back to my blindness so that I may see again
A woman standing on a hill is gazing out to sea
Dreaming of a new age waiting there for me
I call her from a distance and she smiles into the sun
And men and gods begin their dance, for their time has begun
And holy wars extended and battlefields of pain
Are washed away, forgotten in the perfect rain
Princes, kings and humble things are well-worn and content
Messengers come everywhere, envoys have been sent
Marty Willson-Piper: „Ultimately we were able to live with the strange series of events that took Seance from being our baby, to someone else’s demon child and to our astonishment the real fans of the band loved it.“
Steve Kilbey:
„The one the real aficionados claim to love the most. It bombed at the time. It’s tres romantic (my love). Doomed poets and mediums contacting the beloved. The constant dialogue between the living and the dead. Unloved at the time by the philistines passing for journalists. (…) And btw we invented goth on this very record. Right in front of your eyes.“
Marty Willson-Piper: „What EMI couldn’t have imagined was that Nick’s dark production and crashing samples made us sound even more mournful and distant, almost gothic, industrial at times. The band sounded much more left of centre than The Blurred Crusade and this was largely due to Nick’s mixes. (…)
It was as if the label, in attempting to steer us towards greater commercial success, managed to spectacularly achieve the opposite (…) the label had made us into a cool underground band instead of a commercial pop group … by mistake. And it left them unable to do anything commercially with the monster they had helped create. (…) The coffin lid (!) was sealed with a brilliant album cover (…) It was a picture Kim [Sandeman] had taken of one of her friends (Meg) for an art project. The shrouded pale figure with sunken eyes, holding a metal flower, a petal between her lips, was such a strong and evocative image that the band won fans and sold copies of the album by the power of the cover alone. Treated with a pink wash the artwork was complete. It was profoundly thought provoking and visually striking at the same time. In Europe, Carrere released the album in exactly the same form except the cover was a vibrant turquoise blue, changing the effect but maintaining a striking image.“
Und Aljoscha würde sagen:
„Du hast noch nie etwas verloren.“
Und sie würde sagen:
„Doch. Dich.“
That’s „Disappear?“.
Marty Willson-Piper: „I played the strumming acoustic guitar on ‚Disappear?‘, one of Steve’s moody masterpieces. Tons of chords going backwards and forwards in unnatural patterns provided a landscape for the strong images in the opening line, ‚Like a womb, the night was all around‘. And there was a line that typifies the intangible journeys of The Church, ‚It’s like the fog you walk towards but never seem to reach‘. There was another dreamy solo from Peter on the outro, played on one of his two Strats.“
So many things I still don’t understand
The dream I was having took on an ugly face
I don’t know if I was walking through heaven
It could have been any place
Skipping cross the water, wading through the sand
Awake to find you gone, emptiness is where you lay
Well I just had to smile for all the things you’ll never hear me say
Now what do you expect me to do, disappear?
You and me, we’re as free as we can be
Can’t you see, like the trees so obviously
The message disturbs me so I throw it to the wind
And after all these hellos good-byes etc. etc.
We can’t start this thing again
It’s like the fog you walk towards, but never seem to reach
Every morning now I hear that same old song
And though the singer is long dead, his voice goes on and on
Ugliness you have to learn, beauty you can’t teach
Alone, at the end of the day
As I stand before the relics of what used to be you and me
You turn with the tears in your eyes
Not understanding that you are free, free of me
SIE hatte sich in seine Träume geschlichen in einer der Nächte
SEVEN LONG NIGHTS TO THINK
zwischen Dienstag und Dienstag […]
„Was schenkte dieser Blick? Hundert Rätsel und eine Gewißheit: er hatte existiert darin.“
Our eyes meet and I love her
I suspect she already knows
How those eyes see me so very, very clear
Even when they’re closed
Sinking silk and burning gold
Touch you as the air is turning cold
Another place I look for you
The heights above an almost perfect view
Seeing things just rest a while
As the tide sweeps out another mile
Inside the man the pleasure dome
This is the world that I once called home
Strangers in their naked skin
Waiting for their sweet oblivion
Close to you, hear all you say
Even though you’re continents away
The perfumed air, the taste of fear
Shrug your shoulders and they disappear
Take this gift and let it grow
Let it be all the hope you know
It doesn’t change
„Aljoscha trug die ersten Dinge in die Zimmer, die ihn erwartet hatten – ein paar Schallplatten, Geschirr und einen Band Gedichte von Majakowski.“
Zu den Schallplatten gehörte „Unearthed“, Solo-LP von Steve Kilbey, erschienen 1986.
Like a lizard the road crawls on
Into regions unexplored
I’ll wait for you forever
In my house all white with dust
Falling into lonely hours
Let the engines rust
Heliopolis

Nicht weit entfernt von meinem Neorenaissance-Schlößchen (a.k.a. Zauberberg für Idioten) gibt es eine Straße namens Beim Andreasbrunnen. Würde ich nicht ohnehin in Hamburg leben, wäre sie für mich ein Grund, nach Hamburg zu pilgern, denn in dieser Straße hatte der Komponist Alfred Schnittke sechs Jahre lang sein Domizil: von 1992 bis zu seinem Tod im August 1998 wohnte der 1934 in Engels an der Wolga geborene Schnittke im Altbau Nr. 5.

Bereits für „Endstation Sehnsucht“ hatte John Neumeier, Choreograph, Direktor des Balletts an der Hamburgischen Staatsoper und godlike genius, ein Werk Schnittkes verwendet, die Sinfonie Nr. 1. 1985 bringt Neumeier sein atemraubendes, herzzerfetzendes „Othello“-Ballett auf die Bühne; Schnittkes Concerto grosso Nr. 1 erklingt im 2. Akt, als Verzweiflung und Wahnsinn ihren Lauf nehmen. Ich sah dieses Ballett einige Jahre später zum ersten Mal, ich sah „Othello“ insgesamt siebenmal, stets in der Besetzung mit Gamal Gouda als Othello und Gigi Hyatt als Desdemona, beim ersten Mal ging ich allein, sechsmal dann mit IHR. Nach dem ersten Mal schrieb ich ihr.
„Mein Gott, der 2. Akt – als sich die Musik von Schnittke in das Stück bohrt wie die nagenden Würmer der Eifersucht in Othellos Herz – wie er zusammenbrach unter dem Hohnlachen Jagos und der Primavera. Ich weiß nicht, irgendwas stimmt nicht mit mir, wenn ich im Ballett bin. All das nahm mich so sehr in Bann – so muß das griechische Theater gewirkt haben, mit dem, was Aristoteles Katharsis nannte. Jago trieb mich in die Vorstellung, wie es sein müßte, Dich in fremden Armen zu wissen – so zu fühlen, und – als Zuschauer – doch gleichzeitig zu wissen, daß Desdemona unschuldig ist … es zerriß mich. Die Szene, als die letzte der Grazien – die letzte Erinnerung an das Schöne, das letzte mögliche Zurück – fällt, und Othello Desdemona festhält – ihr Entsetzen, namenlos – und wie Gamal Gouda von nun an für lange qualvolle Minuten nur noch düsterste Entschlossenheit ausstrahlt, das ist so erschütternd.
Und als Othello Desdemona schließlich tötet, gleich darauf mit der blitzartigen Erkenntnis ihrer Unschuld alles über ihm zusammenbricht – die Minuten, in denen Gamal Gouda vor ihr saß, gebrochen, regungslos, leer, dumpf, mit einem Gesichtsausdruck, der nicht mehr von dieser Welt war, in dem alle Vergeblichkeit, alles Scheitern, alle Verblendung war, grenzenloses Geschlagensein, der allerletzte Blick, der dem Menschen möglich ist, der betrogen ist, der sich aufgelehnt hat und nun erkennt, daß er das einzige getan hat, was nicht wiedergutzumachen ist, daß er das einzige verloren hat, das einzige – ich hatte Tränen in den Augen. Und all das geschah ganz in Deiner Welt.“
Und all das geschah zur Musik von Schnittke, in der genau dies zu hören ist: „Selbst das Firmament ist erschüttert. Die Himmelssphären sind aus dem Gleichgewicht. Es ist, wie wenn der Wahnsinn von den Sternen auf die Menschen niederkäme.“ [1]
Desdemona. Der Shakespeare-Exeget Jan Kott sagt über sie:
„Sie weiß nicht einmal, daß sie durch ihre bloße Anwesenheit beunruhigt, daß ihre bloße Anwesenheit ein Versprechen ist. Othello wird es erst erfahren, Jago weiß es von Anfang an. Desdemona ist treu, aber sie muß etwas von einer Dirne an sich haben. Nicht in actu, aber in potentia. Sonst kommt das Drama nicht zum Tragen. […] Desdemona ist besessen von Othello, aber alle Männer […] sind besessen von Desdemona.“ [2]
Nach der ersten Liebesnacht verhält Othello sich so,
„… als hätte er eine andere Desdemona vorgefunden als die erwartete. […] Es ist, als ob ihn die Explosion der Sinne bei dem Mädchen verblüfft und schockiert hätte, das noch vor kurzem mit niedergeschlagenen Augen seinen Erzählungen lauschte. Desdemona fühlt sich von der ersten Nacht an als Geliebte und Frau. […] Je heftiger Desdemona sich in der Liebe vergißt, desto mehr wird sie in Othellos Augen zur Dirne.“ [3]
Jago, der dämonische, nihilistische Psychoanalytiker, bringt Othello dazu, Desdemona namenlose Orgien zuzutrauen. Und wenn seine Frau ihn betrügt, dann betrügt ihn das ganze Universum. „Die Engel verwandeln sich in Teufel. Allesamt.“ [4]
Ich verließ nahezu jedes Ballett von John Neumeier mit dem Gefühl, soeben sein bestes Werk gesehen zu haben – was nur beweist, daß er in Bereiche führt, in die das Sprechtheater – zumindest mich – niemals führen könnte. Der erste Pas de deux von Desdemona und Othello aber – zur Musik von Arvo Pärts „Mirror In A Mirror“ – ist das Bewegendste & zugleich Sensationellste, das man in der Weltgeschichte der Choreographie erleben kann… bis zum letzten Pas de deux von Desdemona und Othello.
„Tante Anna fragt ‚Geht ihr nur so hin, oder muß Deine Freundin auch tanzen?‘
Wir gehen nur so hin, nehmen ein Taxi – so daß Madame sich in der Halle der blauen Lichtpunkte die Nähte richten lassen kann – wir sehen die weißen Kostüme mit den Schildern MAZON, HERRMANN, CAZZANIGA, FEUILLETTE –
Unser Platz ist ganz oben, am Rand, wenn wir uns umdrehen, sehen wir diesen kleinen Verschlag, in dem Tänzer sich umkleiden – wir hören die Moresca-Glöckchen [5] – Eric Miot zieht den Vorhang zu und grinst zu mir hoch – I’ll never forget the picture. Er zerbricht wieder seinen Stock. OTHELLO. Ich könnte es jeden Tag sehen.“
Says my diary. Das Areal der alten Maschinenfabrik war noch angenehm unübersichtlich, und von der Halle der blauen Lichtpunkte bewegten wir uns unbemerkt an den Kanal, sie hielt sich fest an einem Geländer, und unter dem Großen Wagen schoß eine Fontäne Mondlicht in sie – Schnittke zum Concerto grosso Nr. 1:
„Das Klavier wird durch einige zwischen die Saiten geklemmte Münzen klanglich verfremdet und dabei durch Mikrophon verstärkt – es symbolisiert sozusagen eine äußere Macht in diesem Stück.“ [6]
Concerto grosso Nr. 1 (1976/77) für zwei Violinen, Cembalo, präpariertes Klavier und Streichorchester
Gidon Kremer, Tatiana Grindenko – violin
Yuri Smirnov – harpsichord & prepared piano
The Chamber Orchestra of Europe, Heinrich Schiff – conductor
1989 arbeitete Neumeier mit Schnittke für das Ballett „Peer Gynt“ zusammen – extensive Würdigung meinerseits
Schnappschuß daraus:
26.10.2010, SPIEGEL ONLINE Forum
Wünschte, ich könnte Euch zu einer Synapsenkonferenz einladen, um 130 Minuten „Peer Gynt“ von Alfred Schnittke zu hören.
Nach seinem Schlaganfall 1985, Schnittke war klinisch tot, sprach er von einer grundlegenden Veränderung seines Zeitgefühls, von einer neuen Fähigkeit, „die sich nämlich ausdehnende Zeit zu empfinden.“ Genau darin muß das Geheimnis seiner „Peer Gynt“-Musik liegen. Wie in Marienbad halt.
02.07.2011, SPIEGEL ONLINE Forum
Alfred Schnittke, der Epilog aus der phantastischen Ballettmusik zu „Peer Gynt“, „Aus der Welt / Out of the World“. Wenn man die ganze Ballettmusik durchgehört hat, ist man hier bereits komplett durch den Wind, und der Epilog stellt merkwürdige Dinge mit einem an. Die letzten fünf Minuten sind überirdisch. Kopfhörer sinnvoll.
„Peer Gynt“ ist in einer Aufnahme mit dem Orchester der Königlichen Oper in Stockholm unter Eri Klas erschienen. „Oft trägt mich die Musik, dem Meere gleich, zu meinem bleichen Stern“ (Baudelaire).
Die Schattenklänge, mit denen „Peer Gynt“ endet, beschwor Schnittke auch am Anfang seiner 3. Symphonie, dieses „Moderato“ beginnt so unwirklich, wie Musik nur selten wird – als wäre der Beginn des „Rheingold“ in den Kopf eines Mannes verlegt, der soeben erkennt, daß es wirklich ein Traumland gibt: weil er sich darin in Zeitlupe bewegt und zusieht, wie die Dimensionen sich aufheben.
Meine Aufnahme ist vom „USSR Ministry of Culture Orchestra“ unter Gennady Rozhdestvensky, ich weiß nicht, ob die noch erhältlich ist.
„I set down a beautiful chord on paper – and suddenly it rusts.“ – Alfred Schnittke
Zugabe: ein 3-Minuten Exzerpt des ersten Pas de Deux von Othello und Desdemona, Musik Arvo Pärt.
„Master and Margarita“, Filmmusik.
Musik für den sowjetischen Film „The Story of Voyages“ / „The Fairytale of the Wanderings“ / -> Сказка странствий, 1983, arrangiert von Frank Strobel.
[1] Jan Kott, Die zwei Paradoxe des Othello, Programmheft zu „Othello“, 13 (aus: Shakespeare heute, 1964)
[2] ebda. 19 ff.
[3] ebda. 20
[4] ebda. 23
[5] Soldaten mit Glöckchen / Schellen an den Knien, die Tänzer der Moresca, zu denen die von uns sehr geliebten Eric Miot und Stephen Pier gehörten.
[6] ebda. 62
Wie lange können Teile der liberalen Linken noch behaupten, dass Cancel Culture nur ein Hirngespinst der Rechten ist, während sie herumlaufen und Konzerte, Comedy-Shows, Filmvorführungen, Vorträge und Gespräche absagen? Was die „Cancel Culture“ durchdringt, ist eine „Nicht-Debatten-Haltung“: Nicht nur wird eine Person oder Position ausgeschlossen, sondern was ausgeschlossen wird, ist die Debatte selbst, die Gegenüberstellung von Argumenten (…)
Auf diese Weise entsteht im Kampf für Inklusion und Vielfalt eine Atmosphäre des stasiähnlichen Misstrauens und der Denunziation, in der man nie weiß, wann eine private Bemerkung dazu führt, dass man aus dem öffentlichen Raum ausgeschlossen wird. Ist das nicht die extreme Version des Witzes über den Verzehr des letzten Kannibalen? „In unserer Gruppe gibt es keine Gegner von Vielfalt und Integration; wir haben den letzten soeben ausgeschlossen.“ (…) Cancel Culture spricht zwar von Vielfalt und Inklusion, zeigt aber eine Haltung der extremen Ausgrenzung.
Slavoj Žižek, philomag.de, 10/2023


„Leda kümmert sich um die Sterne, mag sein.“
„They’re going to send you away“ she said
Psychic angels spread on the top of her head

Ethan James ist tot, Erin Kenney verschollen.
Clara Drechsler schrieb in der spex 9/91, Titel „Der Nabel der Elfe“:
Obacht! Jetzt kommt der Hurdy-Gurdy-Mann! Ethan James, Produzent von Minutemen-, Black Flag-, Henry Rollins- und circa 487 weiterer kalifornischer Hardcore-Platten, bevorzugt für den Eigenbedarf Instrumente, die zwar ohne Strom funktionieren, dafür aber nach körperlicher Auseinandersetzung mit ihnen verlangen. Brutalmenschliche Frequenzen schwingen sich ein!
(…)
Wer außer Detlef Diederichsen weiß eigentlich, wie die erste LP von Erin Kenney und Ethan James war? Gleich drei Labels gelang es nicht, mehr als ein Exemplar der Platte nach Deutschland zu schaffen; Diederichsen besitzt es. In wessen Laden, außer in dem von Michael Ruff, verkauft sich eigentlich die zweite Erin-Kenney- und Ethan-James-LP, „Tapestries Of Smoke“, die dieser Tage bei EfA erschienen ist? Und wer, außer Sebastian Zabel und ähnlichen Abenteurern, weiß eigentlich, was ein Sufi ist?
Die letzte Frage kann geklärt werden: Die Sufis sind eine islamische Mystiker-Sekte des Mittleren Ostens, die ihre Weisheiten gerne in kleine Geschichten kleiden, um sie zu verbreiten. Hier ist eine: „Der Tod kommt in die Kasbah.“ „Der Schüler eines großen Sufi-Lehrers ging einst in die Kasbah, auf den Markt, um Datteln oder sowas zu kaufen. Während er da herumlatschte, erblickte er plötzlich den Tod, der leibhaftig neben ihm stand, Kapuze, Mantel, Knochenschädel und alles. Da packte ihn das Entsetzen, und er dachte, oh Schreck, er kommt mich holen, nichts wie weg hier. Und rennt quer durch die Kasbah, springt auf sein Kamel und flieht in die nächste Stadt. Der Tod war natürlich genauso verblüfft – er dreht sich rum, sieht den Mann, und der rennt weg. Später trifft er den Sufi-Lehrer, sie sind alte Freunde, und erzählt ihm: Da ist mir ein Ding mit deinem Schüler passiert. Ich traf ihn in der Kasbah. Und dabei sind wir erst morgen in der nächsten Stadt verabredet.“ Waha. Schadenfreude ist die schönste Freude. Allerdings sitzen wir hier nicht in der Kasbah bei Datteln, sondern frühstücken im einladenden McDonald’s am Barbarossaplatz. Aber ich nenne sowas ja auch weniger Weisheit des Nahen Ostens als eine Twilight-Zone-Story. Auf der ersten LP von Erin Kenney und Ethan James wurde daraus „Death Comes To Club Med“: die reich ausgeschmückte Twilight-Zone-Folge mit Folk-Soundtrack.
Ethan James ist Besitzer der Radio Tokyo Studios in Venice, verdienstvoller Compiler der Radio Tokyo Tapes, Entdecker der Bangles und Produzent tausender hochwichtiger Bands wie Minutemen oder Black Flag. Eines Tages dann dringt durch die gutgepolsterten Studiowände das Geräusch zierlicher Schritte an sein Ohr… und eine blondgelockte Elfe erscheint, leicht angeschickert… Erin Kenney, die gerade beschlossen hat, wieder zu singen, und die sich zwei Ecken weiter einen auf die Nase gegossen hat, um sich Mut zu machen, ehe sie einem so entfernten Bekannten diesen Entschluß mitteilt. Ein Geschenk des Himmels… ein zierlicher Flaschengeist… eine bildhübsche mittelalterliche Spieluhr, die zauberhafte Töne spielt, wenn man ihr auf den Bauch drückt. Wirklich konzentrierten Sängern beim Singen zuzusehen, ist sicher nach wirklich gründlichem Zähneputzen die langweiligste Beschäftigung, aber zuzusehen, wie ein zartes Zwerchfell sich unter brokatbestickter Bluse hebt und senkt, ein Bauchnabel leise hüpft: reizend.
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Zu den wunderlichen alten Instrumenten. die Ethan James zur Verwirklichung seiner Vorstellungen braucht, gehört auch das mysteriöse Hurdy-Gurdy, das nicht, wie vermutet wurde, ein „Leierkasten“ Berliner Hinterhofprägung ist. Wir identifizieren das etwas unbeholfen als „Drehleier“, eine unförmige, fettbäuchige – hm – Gitarre, die an einer Seite ein Rad mit Kurbel hat, darüber läuft eine Saite, die man mittels Drehen der Kurbel zum Heulen bringt; im weiteren Verlauf der Saite kann man dann durch Spielen einer Akkordeontastatur diesem Heulen Melodie verleihen.
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Schenkt Euren Ohren diese stahl-, holz-, haut- und tonerweichenden brutalmenschlichen Frequenzen und gebt Euch dabei bloß nicht der Empfindung hin, das sei (Achtung:) „SCHÖN“.
Also tat ich ehedem. Und ob das schön ist, unwiderstehlich und mysteriös. Mittelalter als moderner Film Noir, so meditativ wie komplex, Texte, die mittelschwer skandalöse Geheimnisse andeuten, zwischen Weisheitsversprechen und mystischem Wahnsinn, Ernten verbotener Früchte, Wüsteneien der Träume, Tanz mit dem Rätsel der Sphinx, Texte, die an abgelegene, seltsame Orte versetzen, ein Bildteppich, auf dem sich plötzlich Tempelhuren zu räkeln beginnen. Erin Kenney macht sich, angeschickert oder nicht, mit strahlendem Wagemut auf die komplizierte und konzentrierte Reise durch die Lyrics, die, obskur und voller Anspielungen, in bester „Highway 61“-Manier mythisches Personal aufmarschieren lassen und doch das Hochnotpersönliche unter alldem ahnen lassen.
In the ancient desert territories
Countless centuries past
There were fifty days of heat each year
That just would last and last
Till men would loose their sanity
So endless was the pain
That if one killed a wife or two
He was not held to blame
The head priest and the temple whore
Feed fuel into the blaze
Just making sure the idol glows
For at least these fifty days
Tristan and Isolde
Dressed up as biker boys
Play strip poker with the parlor maid
Amidst the wind and noise
As the sand dunes claim the bridge across
Where once there was the bay
Scavengers fight for poisoned bones
Enough for fifty days
The ceremony now begins
As the judge peels off his face
And hands out tickets to the orphan’s ball
Set to last for fifty days
Count these fifty days
Count these fifty days
What are these tales of darkness
That spread across the land
Sung by troubadours who are
Half dragster and half man
While companies of fashion models
Rub themselves in pairs
With desperate hands and lips that bite
Through Mormon underwear
Sex without the wetness
With surgical foreplay
Come dressed to kill and plan to stay
For at least these fifty days
Count these fifty days
Count these fifty days
Die seidenweiche Brust entblößt, in sinnlich-schwülen Duft gehüllt, faltet eine Frau ihren 1000sten Kranich aus Papier. Nietzsche tanzt auf einem Stecknadelkopf. Stimmen aus entfernten Zeitaltern schließen den Abgrund der Zeit. Der letzte Kastrat sinniert über die Gebeine von Caligula und Justine, a haunting memory lingers near, ein Schleier der Tränen, geboren aus Träumen, die smaragdfarbene Göttin des Absinthtrinkers erwacht und füllt die Luft mit Sex, ein Hochzeitsbett aus Eis, den Königinnen des Tarot weht der Wind in die Kleider, der Wind ist Mönchschor, unser Leben in the presence of These Silent Ones, ungewisse Erinnerung an eine Serie von Augenblicken, Verschwörungen der stillen Dinge, path twisted and obscure, Tristan und Isolde beim Strip-Poker mit dem Dienstmädchen, Plünderer kämpfen um vergiftete Knochen, companies of fashion models, zähl die 50 Tage, come dressed to kill and plan to stay. An den Toren des Elysium, im Garten meiner Geheimnisse gehe ich eine einsame Meile, zum Brunnen der Erinnerung, wo ich eine Weile ruhe. Verbotener Garten, tief in meinem Herzen, a lover waits for me who understands my hidden need. Man sitzt im Boot neben dem Ancient Mariner, beständig sieht man zu, wie Mythen sich entfalten, unberührt von vergehenden Jahrhunderten. Man steht immer an der Linie aller Möglichkeiten. Das verborgene Gesicht des alten Mannes vom Berge. Godot wartet. Kann warten. Man ist ewig Reisender, Wandernder, Fremder in einem fremden Land, Feuer unter den Füßen, das den Weg zeigt. Die Halle der Bilder, weaving webs of fascination. Die fragile Hand des Schicksals, while the pleasure of my lover speaks secret truths.
Set a bad example for a couple of laughs
The devil blows dust out of the back of his pants
Whistling past the graveyard, dancing as he sings
„Of all the things I haven’t got, you’re my favorite thing!“
I dream that I rise to the mountain
I dream that I walk on the sea
I dream that the snakes in the deserts
Are laughing and dancing with me
I dream that the words of the liars
Are touching the robes of the saints
I feel the breath of the psychopath
Helpless he breathes in my face
As I walk in this desert
Alone with the wind at my back
The road rises to meet me
There is no turning back
Down through the tunnel of angels
Across from the valley of death
I go where my journey will take me
Till there is nothing else left
The sand is alive and is buzzing
The wind is a choir of monks
As my life passes before me
In the presence of these silent ones
I dream of a series of moments
Chained by uncertain memory
Do I dream that I am the butterfly
Or does he sleep and dream he is me
One day, in the upper floor halls of corporate headquarters, Brooks waited for an elevator. He felt good this morning. Besides being the Chief Executive Officer’s main yes man, today he was looking forward to his favorite abuse of power. For today, he was on his way to fire a man. Brooks had a special affinity for this task. In this case, his intended victim was a 20 year veteran on the brink of retirement. Well, kiss that pension goodbye.
Finally the elevator door opened and Brooks found himself staring face to face with the full, life sized specter of Death. Not some vague sense of foreboding or ominous feeling. No, it was the Grim Reaper himself. Granted, he was dressed in a three piece suit less his sickle, but there was no mistaking those hollow eyes, the clammy pallor or the smell of sulphur. They were both startled by this unexpected encounter and were speechless. Brooks, however, recovered first. He turned and ran down 60 flights of stairs and exited in the street, caught a cab, went straight to his travel agent, pulled out his gold card and caught the next plane to Club Med in Acapulco.
Death, meanwhile, headed straight to the C.E.O.’s office, walked right past the secretary and paid a visit to the old man. The old man was very pleased to see his good friend Death. They had, after all, come to know each other quite well through the years. The old man buzzed his secretary, had her hold all his calls, and he poured two drinks, one for himself and one for his friend, Death.
The conversation was amicable, and Death remarked, „I just ran into that lackey of yours – you know, Brooks? Well, you can imagine how surprised I was to see him here. You see, I have an appointment with him at the Club Med in Acapulco… tomorrow.“
Ondas do mar de Vigo
Se vistes meu amigo?
E ay deus! se verra cedo
Ondas do mar levado
Se vistes meu amado?
E ay deus! se verra cedo
Se vistes meu amigo
O por que eu sospiro
E ay deus! se verra cedo
Se vistes meu amado
O por que ei gran coidado
E ay deus! se verra cedo
Waves of the sea of Vigo
Do you see my friend?
And ah God! to see him soon
Waves of the rising sea
Do you see my beloved?
And ah God! to see him soon
Do you see my friend
The one for whom I sigh
And ah God! to see him soon
Do you see my beloved
For whom I care so much
And ah God! to see him soon
Mandad’ei comigo
Ca ven meu amigo
E irei, mad’r, a Vigo
Comigo’ei mandado
Ca ven meu amado
E irei, mad’r, a Vigo
Ca ven meu amigo
E ven san’e vivo
E irei, mad’r, a Vigo
Ca ven meu amado
E ven viv’e sano
E irei, mad’r, a Vigo
Ca ven san’e vivo
E d’el rei amigo
E irei, mad’r, a Vigo
Ca ven viv’e sano
E d’el rei privado
E irei, mad’r, a Vigo
Word came today
My friend’s on his way
And I’m going, mother, to Vigo
Today came the tidings
My lover is arriving
And I’m going, mother, to Vigo
My friend’s on his way
And is alive and well
And I’m going, mother, to Vigo
My lover is arriving
And is well and alive
And I’m going, mother, to Vigo
He is alive and well
And is the King’s friend
And I’m going, mother, to Vigo
He’s well and alive
And is the King’s ally
And I’m going, mother, to Vigo
Martin Codax, Galicia, 13th Century. Discovered in 1913 by antiquarian bookseller and bibliophile Pedro Vindel, Madrid.

What’s this?
Vorweihnacht

Unvorhersehbar ausgewählt ist doch immer noch besser als vorhersehbar unausgewählt. Jeder nur ein Kreuz. Die Welt geht zu Phillip Boa, stattdessen bestellte ich grad ein Ticket für Combichrist und hab nicht die leiseste Ahnung, warum. Na, vielleicht doch, aber wer will schon die Wege der Katzen wirklich verstehen. Vielleicht nicht mal sie selbst.
Wenn Combichrist live so klingen wie auf MySpace, wird das genau das Richtige zum Wegblasen dessen, was unbotmäßig in den kommunizierenden Röhren sitzt. Habe mir gerade in der Küche, dort, wo ein alter Sessel steht und i-net-Anschluß nicht hinkommt, einen Schreibtisch gebastelt, ach was, eine Secret Window-Hütte ohne Hütte. Zuviele, die glauben, mit einem Streichholz in der Hand Licht im ganzen Haus machen zu können, das macht auch sehr müde. Stattdessen Rilke:
„Nein, nein, vorstellen kann man sich nichts auf der Welt, nicht das Geringste. Es ist alles aus so viel einzigen Einzelheiten zusammengesetzt, die sich nicht absehen lassen. Im Einbilden geht man über sie weg und merkt nicht, daß sie fehlen, schnell wie man ist. Die Wirklichkeiten aber sind langsam und unbeschreiblich ausführlich.“
Heute hat David Sylvian Geburtstag.
Combichrist klingen im Tanzpalast eigentlich noch viel rotziger, live hoffentlich auch. Zwingen mich auf die Tanzfläche, manche nennen es aber auch Weiberelectro.
Wegblasen ist wohl der Sinn der Übung, denke ich. So ein Secret Window brauche ich auch, schöne Idee. Leider reicht mein Kabel locker in die Küche und für die Terrasse ist es nun wirklich noch zu kalt. Ich musste heute stundenlanger Kolloquiumslaberei beiwohnen, um Himmels willen, was für überflüssiges Gesülze. Seine eigene Unwichtigkeit so dermaßen abzufeiern ist ja schon fast wieder brillant. Ich dachte schon nach 10 Minuten daran, doch lieber wieder im Krankenhaus zu schichten, als meine Zeit so sinnlos zu verjubeln, aber ich werde es natürlich doch tun, es gibt keinen Weg zurück. Mit einem Streichholz Licht im ganzen Haus? Ein treffendes Bild für viele Situationen. Ein Rilkezitat steht auch am Anfang der Arbeit, die Grundlage der meinigen ist: „Wie soll ich meine Seele halten, dass sie nicht an deine rührt?“
Wie haben sich Oasis geschlagen? Ich konnte es leider nicht miterleben.
Weiberelectro? Klingt gut für mich, aber ich sehe das wohl aus der falschen Perspektive. Würde ich musikalisch eher mit Ladytron oder Client verbinden. Die faszinierende Kombination zarter Handgelenke und kalter Maschinen. Stundenlange Kolloquiumslaberei, boy I remember well. Und immer sind es die Vollhonks, die sich am liebsten reden hören, bis man garstige Visionen von Mundzunähen im Schädel hat, schließlich hat man mal „Murders In The Zoo“ mit Lionel Atwill gesehen, aber diesen essentiellen Bestandteil im Kulturgut der Menschheit, mit der mysteriösen Kathleen Burke, kennt dann eh keiner. Rilke ist ja auch der Weltinnenraum-Mann. Hab gerade U2 auf SPON verteidigt mit: Weltinnenraum ist Matrix. Weltinnenraum ist da, wo Außenwelt und Innenwelt die Subjekt-Objekt-Trennung aufheben. Der Raum, wo du dir selbst zum Mysterium wirst, und das Mysterium der Realität dich treffen kann. Oasis haben sich gut geschlagen, HariboMan meinte zu Liam, „Jennifer (Aniston) was desperate to see you“, und Liam meinte, „Desperate? Sind wir doch alle irgendwie.“
Weltinnenraum, da tut sich viel grad. Weltaußenraum – keine Auffälligkeiten, Chief Commander. Genaueres vielleicht, wenn ich Sie anlässlich Ihres Jubeltages aufsuchen werde, am Brunnen. Nein, Sie sehen es aus der richtigen Perspektive. Es gibt aber andere. Ich weiß, dass diese Interpretation Ihnen in jenem Zusammenhang eher unbekannt ist, aber Weiber wäre in Weiberelectro eher abwertend und bezöge sich auf die Zuhörer.
Hah! Das war aber ein Touchdown von Liam. Sehr schön! TV sucks mal wieder. Als ich kürzlich Götz Alsmann bei seinen ewig gleichen Scherzchen zusah, erinnerte er mich an Sartre, so als wäre er die heutige Version. Und wenn ich das so empfinde, bin ich offensichtlich bereit, ein gewisses Niveau zu billigen!? Seitdem lese ich wieder mehr.
:) Sie haben U2 verteidigt? Warum und warum war das notwendig? Ein geschmackloser Fall von: Bands, die länger als zwei Monate im Geschäft sind, doof/überholt/zu alt/zu kommerziell finden?
Suchen Sie mich um Gottes Willen nicht an meinem Geburtstag am Brunnen auf, das ist ein Sonntag!
Kennen Sie übrigens Flann O’Brien? „At Swim-Two-Birds“? In „The Third Policeman“ entwickelt er die Mollycule-Theorie, nach der die Persönlichkeit eines Mannes sich mit der Persönlichkeit seines Fahrrads vermischen kann, an interchanging of mollycules, was nicht zuletzt an den huckeligen irischen Landwegen liegt.
Das weiß ich auch, dass es (ein) Sonntag ist. :) Ich sagte ja auch > anlässlich. Nicht > an. Siiigh, finally sind die Ferien rum, Cathy allein zuhaus mit einer Tüte Chips und den zwei Babyratten, die seit Montag in ihrem Käfig die Nacht zum Tag machen, raven, futtern, raven, schlafen, wieder raven. Sehr lustige Fellknäuelchen named Paula und Louise. Habe heute entdeckt, dass sie Schokoladenpudding mögen und sich auf Kämpfe um Stroh einlassen. Von Ratten und Menschen oder wie das heißt.
Ich betrat heute Nachmittag das Museum für Kunst und Gewerbe und fand ein paar samtene Treppenstufen höher, das knarrende Parkett durch Zeitkorridore führend – far away and long before –, einen warmen Frühlingstag 1973 in Paris. Romy Schneider auf einer Bank sitzend, ladylike in weißer Leinenbluse, ein brauner Gürtel mit goldener Schnalle um die schmale Taille, neben ihr zwei alte Frauen in einfacher Kleidung und mit gebührendem Abstand. Sie sah aus wie eine Königin, nur schöner. Freier. Auf anderen Bildern dann ihre Einsamkeit, ihre Traurigkeit. Es gab ein Foto, ein viel früheres, Anfang der 60er, da sieht man schon, wie zerbrochen sie war. Ihre Augen erzählten von Verletzung, die nie mehr heilen, nur noch betäubt werden konnte. Und ich habe mich gefragt, was wohl Ihr favourite film mit Romy ist? Es gibt ein Video mit einer Hommage von Alain Delon, wie Sie sagten, sie fehlt ihm immer noch und am Ende sagt er: Für Disch, mein Puppele. Pour toi, mon amour.
Elevation in Chicago – grand! U2 haben Intensität, ja. Magie für mich in Zooropa, aber das liegt am damaligen Zeitgeist, meinem persönlichen. Wie es immer so ist. Die Iren mögen wohl Zooropa im Allgemeinen nicht, betrachten Bono aber als Volkshelden, soweit ich weiß. Flann O’Brien schon mal gehört.
Wie war Marc? Gab er Brilliant Creatures? Mein favourite von ihm.




Mein favourite film mit Romy? Am schönsten, für mich, ist sie wohl in „Das Mädchen und der Kommissar“. Sehr beeindruckend: „Death Watch“, mit Harvey Keitel. Wenn ich einen Film von ihr für die Insel auswählen müßte, dann vielleicht Viscontis „Ludwig II.“ Und dann ist da natürlich noch „Nachtblende“. Und für Sie, was ist Ihr favourite? – Das Museum für Kunst und Gewerbe ist überhaupt ein seltsamer, wunderbarer Ort. Manchmal meint man, ein Zug fährt direkt durch, und dann plötzlich, völlig zeitenthoben, strange silences falling down there. Ravende Babyratten, that’s beautiful. Manchmal denke ich auch an sowas, aber ich hab schon tagelang geheult, als mein Meerschweinchen starb. Und das war nach meinem Examen, Grundgütiger.
Marc Almond – sigh mit drei iii, wenn ich Sie zitieren darf. Der Tod hatte ihn zu 99% auf der Schippe nach seinem Motorradunfall, sein Kopf war Matsch, seine Stimme weg, Gedächtnisstörungen, hat unter Panikattacken im Internet nach der besten Suizidmethode gesucht. Und dann dies. Wiederauferstehungsfeier also sowieso.
Das Phantastische ist aber, daß er besser ist als jemals, und er war schon immer groß. Es ist so schön, daß auch die Engländer das jetzt so sagen, endlich: der beste torch singer der Gegenwart. Und so traurig, wenn es heißt, „ach, der mit Tainted Love?“ 30 Platten Herzblut, „ach, der mit Tainted Love?“ Glorious, I Have Lived, A Lover Spurned, Tragedy, The Idol, Variety, Child Star, Hand Over My Heart, The Days Of Pearly Spencer, Something’s Gotten Hold Of My Heart, The Devil (Okay), Brilliant Creatures, My Love, Jacky, Amsterdam, Sandboy, If You Go Away, Bitter Sweet, Bluegate Fields, Tears Run Rings, Ruby Red, Torch, Bedsitter, I Close My Eyes And Count To Ten, Friendship, Mother Fist, Tainted Love, Say Hello Wave Goodbye. So ungefähr. Fast 30 Songs, ungefähr zweieinhalb Stunden, als ob er gar nicht aufhören konnte. Einmal vermuddelte er den Text, und als ob das irgendjemanden irgendwie gestört hätte, entschuldigte er sich dafür mit: normalerweise sei er um diese Zeit schon im Bett. Ho ho, ho. „Amsterdam“ hat er aus dem Ärmel gezogen, extra für das Docks. What a performer. Genaugenommen hatte ich eine tonnenschwere Träne im Auge. Als er Brels „If You Go Away“ sang.
Und noch ein zweites Evangelium nach St Markus, derzeit.
Mark Lanegan – Wedding Dress – Live Irish TV
Und Combichrist? Blies weg? Lese gerade „Eine blaßblaue Frauenschrift“ von Franz Werfel.

The musician looks at Bunny with an expression of concern or sympathy or something.
„What are you doing here, man?“ he asks.
„I’m just trying to put things right, you know,“ says Bunny.
„Uh-huh, I hear you,“ says the musician. „We’ve got to love one another or die, brother.“
„Yeah, I heard that,“ says Bunny, and again a swell of regret blooms within him and he puts his hand up to his heart.
„It’s super-glue, baby,“ says the musician, and blows softly into his saxophone. „It keeps the heart of the world pumping.“
Nick Cave, The Death of Bunny Munro
Und meine Augen sind weit aufgerissen in der falschen Welt
Dunkeltage, langsames Verglühen, zwei Götter, einer fällt
Die meisten Menschen hier verstehen nicht, was man für sie fühlt
Ich auch nicht und wer weiß, wann die Erinnerung abkühlt
Meine Straße weiß nicht weiter und endet hier im Dort
Durch die Risse in den Schatten höre ich den Schlußakkord
Ich nehme nichts zurück, das Nichts nimmt mich zurück
Alles, was noch vor mir liegt, ist Feuerreiterglück
Wenn es keine Übung ist, dann ist der Ernstfall Wirklichkeit
Die lebendigsten der Toten stehlen uns die Zeit
Ist für alle schlecht, was für nichts gut ist? Ich frag den Polizisten
Er zieht den Colt und sagt, er setzt mich auf die Liste der Vermissten
Doktor, können Sie mir sagen, wo ich unterwegs bin jede Nacht
Meine Träume sind aus Tränen der Verlorenen gemacht
Die Braut trug Schwarz und gab ihr Jawort im verhexten Licht
Die Frau in meiner Hochzeitsnacht erkennt mich nicht
Das Go-Go-Girl im Lazarett behauptet, dass ich an der Front bin
Sie kennt den Rand am Abgrund und sie fällt gekonnt hin
Der Schatten einer Krähe, die den Himmel zu vernichten droht
Fällt auf die Schwester der Barmherzigkeit, sie schreit zerrissenrot
Die Pforten des Entsetzens mit singenden Segeln berührt
Im Boudoir der Opfergänge zu teuflischen Lüsten verführt
Ich schritt um die Königsgräber, der Tod hat sich vertan
Nächtliches Gelächter ohne Ort ist Hymne dir, mein Wahn
Der Wundertäter hebt den Stab, ein Engel liegt in Ketten
Die Engel sprechen rückwärts, um sich vor dem Ritual zu retten
Ein Abschied, der Äonen dauert, ein guter Grund zur falschen Zeit
Das Leid, das ich aus Zuneigung verteile, macht die Hölle himmelweit
Ihr Seidenschoß, ihr weißer Hals für einen Graf aus den Karpaten
Ich schwor ihr auf der Zeitenflucht, ihre Schönheit niemals zu verraten
Für eine Ewigkeit war nichts vor Alles-möglich-sein
Meine Liebe, sagte sie, ist Sternmesskunst für dich allein
Es weht ein Wind, der unser Fieber fieberhaft besingt
Es weht ein Wind, der alle Warnglocken zum Klingen bringt
Kalter Wind weht durch die Stadt, in der das Lachen starb
Wind heulte durch ihr Zimmer, als ich um sie warb

Artwork CE