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Vorweihnacht

Die Abwehrkette geht im Traum vom Platz

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Ach, du ahnst es nicht. Oder vielmehr ich ahne es nicht. Naja, ich habe so eine Ahnung. Oder wie Freud sagte: „Manchmal ist eine Zigarre nur eine Zigarre.“

Oder wie Pjotr auf Seite 217 bemerkt: „Man kann nichts erzwingen.“ Schon gar nicht den Schlaf. Oder den Traum. Ich sinniere manchmal über einen Namenswechsel, wobei „myspace.com/Schlaflos in Hamburg“ durchaus treffend, wenngleich trivial erscheint. Zwei Wecker ein Zeichen von Dekadenz! Bewahre, eher halte ich Sie für genial, da leider das Verschlafen nach der Schlaflosigkeit ein beliebter Kunstgriff meines Unterbewusstseins geworden ist. Hm, weiß nur, dass im Traum die Abwehrkette vom Platz geht und Homunkulus hemmungslos und ohne Abseitsfalle zum 0 = 2 verwandelt.

Aber ich nenne SIE doch nicht nach einem Kaffeeladen, wo denken Sie hin!? Sie selbst übrigens waren es, der sich bekannte, gar bei Madonna einzukaufen. Entschuldigung.

Wie kommt es, dass Sie so leicht schockierbar sind? Das Leben ist keine Geisterbahn und doch begegnen mir täglich Untote.

Tatsächlich zog ich kürzlich im Spättau zu Berge, da dieser rief und siehe da, am Gipfelkreuz sind alle Menschen gleich geschafft. Es entschädigte der Blick auf wilde und zahme Kaiser und man konnte den Chiemsee..n. A la recherche ergab sich später in Wolferls Geburtsstadt, dass meine Vorfahren ihm fast noch begegnet wären, wenn sie nicht ins Exil nach Ostpreußen exuliert wären. Temps perdu war das zumindest für meine Launenhaftigkeit gewiß nicht.

Später dann lautet Sic: „Zuviele Noten!“ Aber wer ist Sei Shonagon?

Da ich pro Halbjahr nur eine CD schaffe, ist „Year Zero“ aus der Warteschleife gefallen. Ferner lausche ich den Geigenklängen des Kindes, welches sich schon mit Bach abgibt. Präzisieren Sie doch „Impressionen über eine gewisse Madonna“!? Ich nähme Konsequenzen in Kauf. 

Möglicherweise sagte Freud aber auch viel, wenn die Zigarre lang war. Erstaunliche Koinzidenz jedenfalls, „Schlaflos in Hamburg“ hätte ich mir selbst schon reservieren können müssen gesollt haben. „Bring Me The Head Of Morpheus“ ist zu lang, „Insomnicide“ zu dezidiert, obwohl „Crowned“ von These Immortal Souls all das auf den stets fluktuierenden ungreifbaren Punkt bringt. Sie kennen vielleicht dieses legendäre Projekt des im Cabinet des Dr. Caligari Vergessenen? 

Von den Alpträumen ganz zu schweigen, aber die Gedankenkarawanen könnten eine Sündflut vertragen. Genaugenommen bin ich nicht leicht schockierbar, noch genauer genommen kann mich gerade das Normalste schrecklich schockieren, das Abseitige weniger. Das macht es nicht leichter. Ach, DIE Madonna. Jadanndoch. Die Abwehrkette geht im Traum vom Platz? Das sind ja Spielzüge wie aus dem Lehrbuch. Ein Bilderbuchtor wandelt immer am Rande des Abgrunds, aber er weiß es nicht, und darum fällt er nicht. Nun sagen Sie bloß! Abgesehen von den charmanten Reiseimpressionen: meine Vorfahren sind zwar teils aus Burgund, teils aus Deutschordengebiet zusammengeströmt, dann aber auch in Ostpreußen gelandet. Ach, das Wolferl. Ich hätte so gern ein Venusbrüstchen. 

Sei Shonagon ist die Verfasserin des „Kopfkissenbuches“, eine Art Tagebuch, das sie um das Jahr 1000 herum führte. Peter Greenaway hat sich davon inspirieren lassen für den Film, der hierzulande „Die Bettlektüre“ hieß.

Von und während Schlafphasen wage ich kaum zu träumen. Kürzlich erreichte mich gar ein Schreiben der Lehrerin des Kindes: Die Schule beginnt um acht! Ich empörte mich und wähnte zu antworten: Leider! Aber das Kind lehnte dies ab. Nun ja, der Lehrkörper. Betrat je ein Anhänger dieser Spezies zuspätkommend den Raum und verlor auch nur ein Wort der Entschuldigung? Reine Rhetorik, Verzeihung, ich empöre mich erneut.

Das Gute an Karawanen ist ja, dass sie weiterziehen. Wenn sie allerdings dazu neigen, sich im Kreisverkehr einzurichten, kann einem leicht schwindlig werden, oh ja.

„Sie mögen meine Lehren bei Tag beschimpfen, aber ich bin sicher, sie träumen von ihnen in der Nacht.“ Unser Freund, der die Träume schreibende Homunkulus, amüsiert sich ja oft damit, mehrere Variationen über ein besonders fesselndes Thema zu komponieren. Gibt kaum etwas Spannenderes und mal abgesehen von faustischem Schrecken sind die wilden Träume doch oft hochinteressant. Eine Zeit lang träumte ich oft von einstürzenden Häusern, Neubauten gar, inzwischen sind aber neue Seelenhäuser errichtet und es stürzt derzeit nichts. Schade eigentlich.

Zuweilen fehlt mir das gute alte Mädchenpensionat, in dessen Hallen wir uns begegneten. Zumindest gewisse Aspekte dessen, andere wiederum nicht so sehr. Warum neigt der Mensch eigentlich zur Romantisierung der Vergangenheit?

Abschiedsbriefe an die Vergangenheit, die zu Einladungen werden, oui. Früher hatte ich ein Proustsches Verhältnis zu meiner Vergangenheit. Ich wollte sie aufsuchen, ohne involviert zu sein. Ich wollte all die Menschen, die kamen und gingen, wiederfinden, aber wie in einem Film. Das war in einer Gegenwart, die keine anderen Zeitebenen erlaubte oder verlangte. Dann, als diese Gegenwart in einem Prozeß, dessen Länge sich zur Länge anderer Prozesse verhielt wie „This Corrosion“ zu „Lucretia My Reflection“, zu Vergangenheit geworden schien, fühlte ich immer stärker, ich müsse eine bestimmte Zukunft fragen: was glaubst du, wieviel Vergangenheit ich mitbringen werde in dich? Jetzt ahne ich, daß diese Vergangenheit nach wie vor Gegenwart ist, aber nicht wegen ihrer Romantisierung durch einen der blauen Blume verfallenen Geist, sondern wegen ihrer objektiven Macht. Vielleicht vergessen wir einfach nur zuweilen den Moment, in dem wir vom falschen Dampfer aus winkten, insofern ist „Romantisierung“ vielleicht ohnehin das falsche Wort. Jedes Leben ist ein Mythos. 

Übrigens habe ich soeben Gustav Meyrinks „Der Golem“ beendet – da Sie vom die Träume schreibenden Homunkulus sprachen und gar nicht wußten, wie treffend. Ein phantastisches, wunderbares Buch. Und natürlich sind die Horrorträume voll der faszinierenden Ambivalenz. Eine Binse, daß die Sprache noch der obskursten, wildesten Träume die klarste Poesie ist.

Meine Alpträume kann ich mittlerweile schichten: in einem träumte ich, aus einem Alptraum aufgewacht zu sein, mit glasklarer Erinnerung und Wahrnehmung aller Details meines Zimmers, in dem ich gerade aufgewacht war – aber eben nur im Traum. Und dann bewegte sich die Tür, weil eine Präsenz in meinem Postalptraumzimmer war. Faszinierend. Früher hatte ich ein geradezu Lovecraftsches Traumland, eine Landschaft, die ich immer wieder mühevoll durchwanderte, kennen Sie das auch?

Wobei ich interessanterweise immer andere mythologische Aufgaben zu erfüllen hatte, jedoch die Landschaft mir eine seltsame Kraft gab, auch wenn ich wußte, weh, jetzt kommt gleich das „I Walked With A Zombie“-Feld etc.

Sie sehnen sich nach dem Mädchenpensionat? Welch trüber Ort wäre die Welt ohne Mädchennieverstehenkönnen.

I was strictly insomnimaniacal
Rose above sleep like something flammable
Vapour trails from the whites of my eyes
It’s a long slow fall for the hypnotized
I’ve been crowned by sorrow
I’ve been crowned by hate
I’ve been crowned by the thorns
I did not create
I’ve been crowned, I’ve been crowned
Sawn-off scatter-gun rhythm kicked in
To the base of my brain with one hundred million
Switch blade sugar coated spines
Kiss me to a strange design
This suit of mine no longer fits
The style and the grace have just got up and quit
So hold me unto this Holy Sacrament
That holds me in shape and in the present tense
I’ve been crowned by sorrow
I’ve been crowned by hate
I’ve been crowned in black
Now I abdicate
I worshipped by the shrine of sleep
No miracle came to grant me peace
Day in, day out, while unawares
I died a while as my eyes just stared
Through the vaporous veil of my shotgun bride
I can hear her talking in a voice just like mine
And listen don’t you know I’ve tried
To quit this insomnicide
Here comes the Hypnotist
Banish the Anaesthetist
Bring me the head of Morpheus
Here comes the Hypnotist

Written by Rowland S. Howard

Gerade auf der zweiten These Immortal Souls-Platte („I’m Never Gonna Die Again“) bindet er sich dann aber mal richtig die spitzen Schuhe zu, Stücke von ungeahnter Stringenz, und das etwa 10 Minuten lange „Crowned“ – über das, was passiert, wenn man sich über längere Zeit hinweg über den Schlaf (und ein paar andere Dinge) erhebt – ist vielleicht das beste, was er je gemacht hat, die Beats, die Epic Soundtracks auf diesem Stück auf der Snare hinterläßt, kann kein Sterblicher zählen, und während sich das Ganze am Ende selbst manisch in den Boden dreht, entlarvt diese wunderbare Piano-Melodie von Genevieve McGuckin, die erstmal gegen die neun Höllenkreise ankämpft und dann aus der Stille nochmal wiederkommt, einen wie Howard („I’ve been crowned in black, now I abdicate“) als letztlich heillosen Romantiker.

Die Abwehrkette geht im Traum vom Platz. Ein Briefwechsel, Teil 2. Bild von Frans Masereel.
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Vorweihnacht

Psychoanalyse des Milchreis-Es

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Vorweihnacht

Psychoanalyse des Milchreis-Es. Aus der Serie "Vorweihnacht", Christian Erdmann & Cured Catherine.

Willkommen bei MySpace, Herr Erdmann.

„Später verließ ich das Kasino mit einhundertsiebzig Gulden in meiner Tasche.“ (Fjodor Dostojewskij). Wo bitte läuft denn die Muppets-Show?

Well, well, well, mir war, als würde in der entfernteren Nachbarschaft schon mit Pfeffernüssen geworfen… Nun ja, die Herzen Sterne Brezel-Fraktion bekennt: im September sind sie am besten – im Dezember sind sie ausverkauft.

Ich habe den deutschen Fernsehstationen übrigens verboten, die Muppets-Show zu wiederholen. Wo kämen wir denn da hin, wenn bestens inszenierte, noch dazu amerikanische Puppenspielerei dem hiesigen Kulturverfall entgegenwirkte. Ich bitte Sie!

Herzen Sterne Tannebäumchen aus Metall hab ich auch, aber in der Küche kann ich einfach nicht die Form wahren, kürzlich habe ich in einem Kochtopf ein Plastiksieb geschmolzen… falsche Herdplatte. Sie wissen ja, Madame, auf welch Weise Schmalhans küchenmeistert – „Was gibt’s heut?“ – „Angebrannten Kochlöffel.“ Mit einem Jochlöffel läßt sich auch gut scheffeln und dann das Jochzeug so über die eigene Birne Helene gießen, mh mjam. Die Bestigkeit von Pfeffernüssen im September kam mir auch schon zu Ohren. Dumm, daß ich erst im Oktober eingestiegen bin. Wie ich höre, waren die Himbeeren dieses Jahr wieder ganz besonders frech.

Über Muppets-Shows kein Wort weiter, sonst empöre ich mich. Hoffe, das Wohlbefinden befindet sich irgendwo,

The Aljoscha of Idiots

Also, wenn wir schon aus dem Küchenkästchen plaudern, berichte ich Ihnen gern etwas zur Psychoanalyse des Milchreis (ääh… Milchreises, äähh, hä?). Also Milchreis eben, neben zu bulimischen Attacken neigenden Tomaten ein weiterer neurotischer Klient meiner Küchenpraxis. Beziehungsabbrüche führen hier zu schweren Traumata mit ausgeprägter autoaggressiver Neigung. Füllt man als Therapeut aber die Elternrolle in ausreichendem Maße aus und redet dem Klienten während der Latenzphase gut zu, erreicht man unter Verwendung eines intakten Kochlöffels zumeist eine Abspaltung der regressiven Neurose und stabilisiert die Beziehung. Aber das muss man auch erst mal wissen. Übrigens plädiere ich für das Verbot von nächtlichem „Jakob“-Rufen am Klosterstern. Man kann nicht alles durchgehen lassen. Bitte unterschreiben Sie die Petition, Monsieur! 

Erkenntnisse von bemerkenswerter Tragweite, Madame. Bei der Milchreisdiagnostik scheint mir die Konversionshysterie der Milch das dringlichste Problem, die lange Zeit Symptome des Verhaltens aufweist, das Charcot „la belle indifférence des hystériques“ nannte, bis unterdrückte Affekte sich in völliger Ichveränderung äußern, während welcher ich indes zumeist schon aus Langeweile in den Nebenraum gewandert bin. Versuchsreihen ergaben zwar, daß sich Erinnerungsspuren mit einem Glitzischwamm tilgen lassen, aber nur jenseits des Lustprinzips. Bitte schlagen Sie doch mal nach, wie Landauer zur Libidobeziehung mit dem Gebrannte-Mandeln-Sahne-Joghurt von Zott steht. Lustschreie hinter Klostermauern sind Diderot zufolge gar nicht mal so unüblich, Madame, und bevor ich die Petition unterzeichne, muß ich herausfinden, ob ich Royalist oder Jakobiner bin.

Sag ich ja, sag ich ja. Ich ging sogar soweit, die erwähnte Langeweile mit einer erfrischenden Dusche totzuschlagen. Selbiges widerfuhr hernach dem Kochtopf.

Ich schlage gern für Sie nach, auch bei Landauer, jedoch erscheint mir zur Deutung einer Libidobeziehung zu an sich frigidem Joghurt, der zu Sublimierungszwecken mit Zuckerwarenbeimischung daherkommt, die erweiterte Gegenübertragung nach Ferenczi nicht unerheblich. Sollte es sich in diesem Fall um Sie selbst handeln, verweise ich auf Ihre offensichtlich ohnehin leidenschaftlichen Affekte bezüglich der alljährlichen Objektbeziehungsangebote zu Jesus Wiegenfest und weiterhin auf Jacques Lacan, der Folgendes postulierte: „Dem Begehren gegenüber steht das Genießen. Während das Begehren sein Objekt metonymisch wechselt und von der Entsagung des Begehrten lebt, gleicht das Genießen, die unmittelbare, ‚idiotische‘ sexuelle Befriedigung, eher einem zähen Schleim [oder eben Joghurt (Anm. der Autorin)]. Das Genießen ist zugleich eine bestimmte Weise des Subjekts, seine Triebökonomie und damit sein Dasein zu organisieren.“ Sehen Sie? Alles in Butter… oder im Joghurt.

Hinter Klostermauern, Monsieur? Au contraire, sie standen VOR den Mauern! Ich muss Ihnen näher erläutern, welch wahrhaft empörende Szene sich unlängst zutrug: junge Damen, es könnten Studentinnen der Kunstgeschichte… aber wir wollen sachlich bleiben, junge Damen also versammelten sich zu später Stunde nah des heiligen St Benedikt und verursachten mit ihren plötzlichen „Jakob“-Rufen – und zwar just in dem Moment, als ich die Jungfern mit meinem treuen Fahrrad passierte – ein solches Getöse, dass ich zum einen entsetzlich erschrak und zum anderen fast einen Hörsturz davontrug. Was für ein Benehmen!? Meine Unmutsphantasien auf dem verbleibenden Nachhauseweg gingen hin zu feuerroten Verbotsschildern, die freundliche Stadtverwalter am Ort des Geschehens aufstellten und auf denen ein Querbalken durch eben den berufenen Jakob mit einer „Rufen in Hörweite untersagt“-Unterschrift prangte, womit ein solches Gebaren also zukünftig verboten wäre. Sollen sie doch rufen, aber nicht in meinem Beisein!

Ah, oho. Ich hingegen rettete erst kürzlich zwei Töpfe auf einmal vor ewiger Verdammnis, den einen mit einer langwierigen Prozedur des Restplastikschmelzens; der andere konterte boshaft meinen Stolz darauf, endlich beim Kartoffelschälen mehr zu produzieren als alberne Stempel, mit einer geradezu baudrillardsch zu nennenden Beschleunigung des Kochvorgangs, eventuell war mir auch nur meine Bergson’sche durée stehengeblieben, wie dem auch sei, es galt einen verkohlten Bodenbelag zu eliminieren.

In der Tat handelte es sich bei mir meistens um mich selbst, bis mir Lacan das idiotische Genießen weggeschlürft hat. Denn schließlich, wer sind ich? Kann das moi mit dem je einen Joghurt teilen? Hatte der Spiegelstadiumsspiegel einen Sprung oder ich?

Seltsame Dinge gehen vor. Schon hier und jetzt kann ich aber sagen, daß es sich meiner Einschätzung nach nicht um Kunstgeschichtsstudentinnen handelte. Die mir bekannten sind jedenfalls nie durch öffentlich-kollektives Jakobsgeschrei aufgefallen. Vielleicht die Nonnen von Loudon? Sie riefen einfach nur „Jakob“? Nicht „Bruder Jakob, schlürfst du noch?“ oder irgendwas Identifizierbares? Ein einfaches nächtliches „Jakob“? Fragend oder fordernd? Man könnte anfangen, über diesen Jakob ins Grübeln zu kommen. Was führt der eigentlich für ein Lotterleben? Sagenhaft.

Und doch wage ich zu behaupten, dass wir im Grunde nicht ahnen, wozu perlenohrringtragende, hochwohlgeborene Damen im Schutz der Dunkelheit fähig sind.

Da Sie die Pinguinsprache beherrschen, sprechen Sie unter Verwendung dieser doch einmal mit der durée und bitten Sie sie in meinem Namen um etwas mehr Contenance. Und überhaupt, die Launenhaftigkeit, mit der die Zeit zu verrinnen scheint, geht mir auf den Wecker.

Unfassbar, dass in Madonnas Nachbarschaft Fahrräder entwendet werden. Das erhöhte Aufkommen von überdimensionalen Four Wheel Drive Jeeps in den schmalen Gassen meiner Kommune, vornehmlich übrigens von Müttern mit Kleinkindern gesteuert, lässt mich phantasieren, dass eines Tages Power Ranger kommen, um die Monsterfahrzeuge zu verschieben und das Lumpenproletariat zu rächen.

Und ob wir das ahnen. Im Traum versteht man 0 = 2. Warum eigentlich? Wenn Ihnen die Launenhaftigkeit der Zeit nun ausgerechnet auf den Wecker geht, ich brauche in der Früh übrigens dero zwei, wobei ich nie verstand, was Menschen im Frühtau zu Berge ziehn ließ, man ist noch nicht mal oben, schon ist man klamm, wobei ich aus Prinzip eher auf lumpenproletarische Weise klamm bin, und wenn dieses sich schon nicht mehr selbst rächt, und zwar mit Hyperpower, finden Sie übrigens „Year Zero“ auch so großartig? Jetzt sagen Sie bitte nicht, zwei Wecker seien ein Zeichen von Dekadenz, noch dürfen Sie mich nicht Balzac nennen, dessen Fluchtwege aber überaus gewinnbringend zu studieren sind, Sie wissen schon.

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Musik

Jeordie White Bass Pick

Jeordie White (Twiggy Ramirez) Bass Pick. Nine Inch Nails, Columbiahalle Berlin, 24.03.2007.

Nine Inch Nails, Columbiahalle Berlin, 24.03.2007.

Trent Reznor, Aaron North, Jeordie White (Twiggy Ramirez), Alessandro Cortini, Josh Freese.

Jeordie White, Nine Inch Nails.
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Alles was der Fall ist

Die Reiterin macht einfach alles

Die Reiterin macht einfach alles. Kurzerzählung von Christian Erdmann, Klasse 5c.
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Alles was der Fall ist

Doktor Bamse und Schwester Hase

Doktor Bamse und Schwester Hase. Von Christian Erdmann.
Doktor Bamse und Schwester Hase. Von Christian Erdmann.

Außerdem war unsere Lehrerin Fräulein Albinus. Wenn sie uns nach den Pausen vom Schulhof abholte, wir uns also in Zweierreihen hinter ihr aufzustellen hatten, gab es bei uns Jungs immer Gerangel um die erste Reihe, direkt hinter ihr. Fräulein Albinus hatte nämlich, und mir fällt da jetzt gerade keine andere Formulierung ein, einen bemerkenswerten Hüftschwung.

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Literatur

Die Welt hat sich verändert, weil Gracq schrieb

Julien Gracq, Das Ufer der Syrten. Diskussion im SPIEGEL ONLINE Forum mit Christian Erdmann.

SPIEGEL ONLINE Forum

„Literatur – Was lohnt es noch, zu lesen?“

10.08.2009

river runner:

Was sagt der Künstler selbst?

Christian Erdmann:

Was soll ich sagen, außer, daß jeder auch sein eigener Schleusenwärter ist. Ich kann doch nicht entscheiden, wie jemand liest, was er liest, und warum, ob zur bloßen Zerstreuung, oder um abtauchen zu können in eine andere Welt als die, die ihn umgibt, und daraus Kraft und Inspiration zu schöpfen, oder um in Literatur etwas zu finden, das einem Schubkraft aus Sein in Unwahrhaftigkeit geben kann, oder um einfach Sprache zu genießen, oder um sich eine vertraute Geschichte neu erzählen zu lassen, oder um sich eine ungeahnte Geschichte mit vertrauten Worten erzählen zu lassen, oder um sich den Boden unter den Füßen wegreißen zu lassen, oder um sich Boden unter die Füße zu schieben, um sich bestätigen zu lassen, um sich Räume öffnen zu lassen, um einfach nur etwas über Zeiten zu erfahren oder über Charaktere, um sich erotisieren zu lassen durch das, was möglich ist, um mitzufühlen oder um amüsiert, mit interesselosem Wohlgefallen die Menschliche Komödie zu genießen, um Mantras daraus zu ziehen fürs Leben oder sich zu sagen, all das, all diese verschiedenen Beschreibungen der Condition humaine zusammengenommen, gehören zur Definition von „Realität“, ob man sich auch via Literatur anfüllt mit dem Chaos, das man nach Nietzsche noch in sich haben muß, um einen tanzenden Stern gebären zu können, oder ob man gelassen Kunst schlürft, ob man dazu kommt zu fühlen, daß jemand, der 1871 schrieb, mehr Zeitgenosse sein kann als die Zeitgenossen, oder ob man über Rilke einen Essay schreiben muß, oder will, ob man sich was konstruieren lassen will oder lieber was dekonstruieren, ob man widerlegen will, daß man nach Sade-Lektüre zum Sadisten wird, oder es beweisen, ob ob ob und noch mehr ob – ich sagte schon, ich bin nur eine Billionstel Kalorie im Urknallsperma, alles, was ich will, ist, daß hier jeder weiter in die Manege schmeißt, was er für lesenswert hält, und daß keiner dem anderem vorschreibt, was er überhaupt für Literatur zu halten habe und wie er darüber spricht.

KLMO:

Damit hast Du fast alles gesagt – jeder nach seiner Fasson.

Christian Erdmann:

Gracq, „Witterungen II“, bist Du durch, übrigens? Hatte Dir ja vom Sog erzählt, in den „Das Ufer der Syrten“ einen zieht: ein derartiges Aufgehen in Wirklichkeit, daß es fast unwirklich ist; wie eine präzis beobachtende Trance. Habe vor ein paar Tagen gefunden, daß Gracq schon als Junge von geologischen Karten fasziniert war, die wie ein magischer Schlüssel auf ihn wirkten. Mit diesem magischen Schlüssel scheint er zu „sehen“, Schichten von Wirklichkeit, die er in Bilder überführt, die zugleich extrem dicht und extrem klar sind: als hätte die Sprache selbst einen luziden Traum. Metaphern, die zugleich so präzise und so seltsam sind, daß man ahnt, was Gracq meinte, als er sagte, er sehe die Welt wie Novalis, es gibt keinen Bruch, nur „magische Entfaltung, die auf einer tiefinneren Umkehrung der Aufmerksamkeit beruht“.

„Erst sehr viel später wurde mir wirklich bewußt, daß sie die Gabe besaß, mit einer Landschaft oder mit einem Objekt sogleich untrennbar eins zu werden. Allein ihre Gegenwart schien den Dingen die Befreiung zu schenken, die ein geheimer Wunsch erhofft, und sie zu sinnvollen Attributen zugleich zu erniedrigen und zu erhöhen.“

Was der Protagonist Aldo da von dem Mädchen Vanessa sagt, trifft in gewissem Sinne auch auf Gracqs Sprache zu; man hat den Eindruck, als kehre seine souveräne Syntax ständig aus sonst unzugänglichen Bereichen zurück, als wäre er ein schwebendes Auge in einer Textur der Dinge, für die unsere eigenen Augen verklebt sind.

Sehr sympathisch auch seine Weigerung, an den Mechanismen des Literaturbetriebs teilzunehmen: „Für mich ist der Schriftsteller jemand, der schreibt. Ich habe keine Lust, mich vor meine Bücher ins Schaufenster zu stellen. Wenn das Arroganz ist, dann kann man da nichts machen.“

ray05:

Nun, vielleicht ist ja Sprache für Gracq genau das, was die „Seele“ für Platon war. Sie – Sprache bzw. Seele – sieht sich am Schönen, Guten, Wahren satt, das der Demiurg für sie aus der Urmasse herauswerkelt, wandert in den Autor zurück, der sich während des Schreibprozesses an all das Geschaute seiner Seele erinnert. Mit Schaudern. – Gefällt mir, das Bild … :)

11.08.2009

Christian Erdmann:

Gestern nacht gelesen in „Das Ufer der Syrten“, ein Friedhof, der für Aldo zum „unseligen Geist der Stadt“ selbst wird:

„Zu ebener Erde erhielt sich diese gefräßige Stadt auf dem schwindelnden Gipfel eines Gerüsts aus Verkrüppelten, aus lebendig zurechtgehobelten Knochen. Sie war und blieb eine hauchdünne Membran, hochempfindlich, aber gänzlich von einem unerhörten Gewebeschwund befallen, sie verbrauchte ihren Lebenssaft bis zum letzten Tropfen, um Knochen, Knochen und Knochen abzusondern und unter der Erde im senkrechten Absturz eines Alptraums eine beständig wachsende Schicht aus Gebein zu formen, gleich geologischen Epochen breitete sie ein einziges gigantisches Gerippe aus.“

„Im senkrechten Absturz eines Alptraums“ – allein das.

19.03.2010

Achras:

Die Werke Julien Gracqs sind im Verlag Droschl vor einigen Jahren erschienen. Was darin „surrealistisch“ anmuten soll, ist in Wirklichkeit nur schwerverdauliches Verfehlen treffenden Ausdrucks für das, was er in Worte zu fassen versucht… schade eigentlich!

Christian Erdmann:

Phantastisch! Abgesehen davon, daß Du vor ein paar Jährchen Julien Gracq hier noch als „sehr lesenswert“ erwähnt hast: Du hast irgendeine Form von Being Julien Gracq hinter Dir und weißt jetzt, was er angeblich „in Wirklichkeit“ in Worte zu fassen „versuchte“, dabei aber regelmäßig den „treffenden“ Ausdruck verfehlt hat? Phantastisch, einfach phantastisch! :)

Achras:

Natürlich gibt es Leser, für die die Lektüre Julien Gracqs eine völlig neue Leseerfahrung darstellt, daraus folgt jedoch nicht zwangsläufig, daß die Lektüre der „Witterungen“ Gracqs wirklich für jeden Leser einen Gewinn oder einen Genuß darstellt…

Gern bestätige ich, daß es eine Phase gegeben hat, in der seine Werke mir eine inspirierende Abweichung oder Ablenkung vom „Literaturkanon“ waren. Dennoch sind beträchtliche Teile dieses Lebenwerkes weder sonderlich erhellend für den „Geist des Surrealismus“ in der Literatur noch erschiene es mir als angemessen, innerhalb des breiten Spektrums der (möglichen) Literatur überhaupt etwas als „zeitlos“ oder „zwingend“ zu rühmen…

Die Welt hat sich verändert, seit Gracq phantasierte…

Christian Erdmann:

Ändert nichts an der Anmaßung dieser Aussage:

Was darin „surrealistisch“ anmuten soll, ist in Wirklichkeit nur schwerverdauliches Verfehlen treffenden Ausdrucks für das, was er in Worte zu fassen versucht…

Nochmal: wo hast Du den Codex „Was Gracq tatsächlich in Worte zu fassen versuchte“ gefunden? Wie wäre es, davon auszugehen, daß Gracq genau so schrieb, wie er schreiben wollte, und genau beschrieb, was er beschreiben wollte? Es gibt übrigens Menschen, die behaupten, Kafka wäre mehr Realist als die sogenannten „Realisten“. Das könnte man selbst dann nur sinnvoll bestreiten, wenn man versteht und akzeptiert, wie es dazu kommt. Gracq ein „verfehlendes“ Phantasieren zuzuschreiben, ist eher Indiz fürs Gegenteil. Es bräuchte keine Literatur mehr, wenn es einen Kanon des gefälligst zu Beschreibenden gäbe, den ein Autor zu erfüllen hat, um nicht eines „Verfehlens“ geziehen zu werden. Gar besser als der Autor wissen zu wollen, was treffender Ausdruck sei – im übrigen bei einem Stil, der andernorts gerade dafür gerühmt wird, daß er durch äußerste Prägnanz gekennzeichnet ist –, wirkt auf mich dann aber doch schon kurios.

„Natürlich“ gibt es Leser, für die die Lektüre Julien Gracqs eine völlig neue Leseerfahrung darstellt; ein neu entdeckter Autor ist eine neue Leseerfahrung. Es sei denn, man verstellt sich mit der – ohnehin nur angemaßten – Haltung des hartgesottenen Alleskenners den Blick. – Die Welt hat sich verändert, seit Gracq phantasierte? Die Welt hat sich verändert, auch weil Gracq schrieb. Daß Weltwahrnehmung in dieser Form möglich ist, ist die viel aufregendere Entdeckung gegenüber der Erkenntnis, daß man von „Surrealismus“ sprechen kann oder auch nicht.

Und was soll das überhaupt, „die Welt hat sich verändert, seit“ – ? Sind Lampenschirme jetzt Polizeibeamte? Ist Beethoven schlecht, weil es Nick Cave gibt? Das ist doch ein gar zu sehr unter Mißmutdrogen stehender Satz, den Du da schreibst. Es gibt zeitlose, die Menschen in der Tat zwingende Phänomene, die seit Jahrhunderten in immer neuen Anordnungen, Facetten, Sichtweisen Thema von Literatur waren und immer sein werden, die ganze Literaturgeschichte ist da ergänzendes Entbergen. Daß Literatur immer auch formal, unterm Stil- und Strukturaspekt rahmensprengend in den Bereich des Möglichen vordringt, wird sich ebenfalls hoffentlich nicht ändern, aber es gab einmal ein kluges Wort vom Stehen auf Schultern von Giganten.

20.03.2010

Achras:

Zitat von Julien Gracq:

„Bis in mein fünfzehntes Lebensjahr, und vermutlich weit darüber hinaus, war eines meiner Lieblingsbücher – neben den periodischen Zusendungen des Chasseur francais, worin ich die Streckenbeschreibungen für Radtouristen verschlang – ein veralteter Michelin-Führer, der auf dem Dachboden neben einer Sammlung des Vermot-Almanachs stand und so manchen Nachmittag eines unfreiwilligen Fastens ausgefüllt hat, an dem ich mich über keinen Jules Verne, keinen Fenimore Cooper hermachen konnte.“

Der Guide Michelin war von seinen ersten Ausgaben an keine Lektüre für Fahrradwanderer…

Christian Erdmann:

… was in dieser Passage ja auch nicht behauptet wird:

„…war eines meiner Lieblingsbücher – neben den periodischen Zusendungen des Chasseur francais, worin ich die Streckenbeschreibungen für Radtouristen verschlang – ein veralteter Michelin-Führer, der auf dem Dachboden neben einer Sammlung des Vermot-Almanachs stand…“

Achras:

Und wenn Gracq in jungen Jahren diese Lektüre jeder anderen bisweilen vorgezogen haben mag, wieso verblieben diese Bücher auf dem Dachboden?

Christian Erdmann:

Da steht nur, daß er da stand. Eines der Lieblingsbücher meiner Freundin, so mit 12, war die von Lo Duca herausgegebene zweibändige Enzyklopädie der Erotik, Kurt Desch Verlag 1963, Exemplare nummeriert, die in der Bibliothek ihres Vaters stand.

Achras:

Aha. Was lernen wir daraus  …

Christian Erdmann:

Aha. Langsam verstehe ich.

Zitat von Julien Gracq:

Neben ihr aufgestützt, sah ich ihr schlafversunkenes Haupt wie von Welle zu Welle auftauchen, immer weiter von mir weggespült. Ich blickte um mich, fröstelnd allein in diesem aschenfarbenen Tag, der mit dem Widerschein des Kanals durch kalte Scheiben ins Zimmer sickerte. Was mich getragen hatte, war nun völlig versiegt, und selbst der Raum um mich schien sich zu leeren und wegzuströmen durch die nachtdunkle Schlucht eines Schlafes voll bedrückender Träume. In ihrer hochfahrenden Laxheit, überlegen leichtgesinnt, ließ Vanessa die hohen Türen ihres Gemachs beständig weit offen. Die zarte Asche des Dämmerlichts entsank der Glut dieser kurzen Tage, dumpfen Herzens lag ich matt auf den Laken, und über meine nackte Haut strich der kühle Hauch aus der Flucht der verfallenen Räume. In diese Höhle geduckt, waren wir von einem schon erstorbenen Wirbelsturm vergessen worden, aber wider meinen Willen lauschte ich in das sinnende Dunkel, als käme von fern her und wie vom Grund der horchenden Stille belagerter Städte das Tosen eines Massakers.

Was lernen wir daraus? Eben. Nicht einmal Vanessas Schuhgröße. Wir lernen höchstens, was Literatur ist bzw. was sie auch sein kann: Beschwörung dessen, was sich der Sprache vermeintlich zu entziehen scheint, der nahezu unauslotbaren Tiefe eines einzigen Augenblicks, einer einzigen Situation, eines einzigen Anblicks, jener Tiefe, aus der uns die Zeit, das ist ihr Auftrag, permanent fortreißt.

KLMO:

Aljoscha, was Du richtig beschreibst kann man nicht lernen! Entweder man hat es oder man hat es nicht. Den Rest kann man sich sparen.

21.03.2010

ray05:

Die zarte Asche des Dämmerlichts entsank der Glut dieser kurzen Tage, […]

„Onkel Aljoscha Onkel Aljoscha, das hier kann überhaupt nicht stimmen, der Bericht lügt! In unserem Pfadfinderhandbuch steht ausdrücklich, dass Tage nicht brennbar sind. Und Licht wird auch in der Dämmerung niemals zu Asche.“

Christian Erdmann:

„Auch Rosenkohl ist eigentlich mehr eine Rose als Kohl.“

„Hoffnungsloser Fall! Ihm fällt nur noch Gemüse ein.“

(Barks/Fuchs: Donald Duck – Pflanzenfimmel)

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Musik

Sharin Foo hievt Merch

Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.
Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.
Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.
Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.

SPIEGEL ONLINE Forum 

04.09.2007 

jot-we:

Aaaaah, Raveonettes! Eine bemerkenswerte Band und allerherrlichstes Gequietsche! Bekannte Töne, klar, aber während sich andere Retro-Bands klagsam dem „No-Future“-Gebot fügen, werden bei den Raveonettes die überkommenen Elemente doch eher cool zelebriert als lustvoll ausgelebt…

Christian Erdmann:

Aus dem Lumpenproletariat erheben sich aber Stimmen, die sagen, das coole Zelebrieren wird lustvoll ausgelebt. Sie werden oft mit The Jesus & Mary Chain verglichen, aber erstens fehlte denen das Leader of the Pack-Element und zweitens die Frau. Genosse Vorsitzender der Akustischen Kommission, ich muß Ihnen Bericht erstatten: ich sympathisiere mit allen Richtungen, in die sich The Raveonettes bewegen, aber zu der Sextheorienentfaltung über B-flat minor auf „Whip It On“ werde ich auch in 27 Jahren noch überm Matschkäsekuchen selig lächeln.

Sharin Foo, Sune Rose Wagner in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.
Sharin Foo, Sune Rose Wagner in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.

27.11.2008

Christian Erdmann:

Interessant ist aber, daß die Raveonettes „Lust Lust Lust“ ohnehin so klingen lassen, als käme sie aus guten Gründen aus dem Nebenzimmer. Und wenn sie wirklich mal aus dem Nebenzimmer kommt, ist man zwei Räume höher. Innenarchitektonisches Rätsel, die Platte.

Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.
Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.
Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.
Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.

02.12.2008

Christian Erdmann:

Eigentlich ist „Lust Lust Lust“ immer noch eins meiner Alben dieses Jahres, aber die zweiköpfige Sexmaschine aus Kopenhagen / USA hält nicht viel von fauler Haut und reicht eine Handvoll Digital-EPs nach. Jeder Song der Raveonettes variiert alles, was David Lynch je im Rock ’n‘ Roll zu suchen hatte.

07.12.2009 

Volker Paul:

Wie war das Konzert?

Christian Erdmann:

Konzert war hyggelig psychedelisch, und ich hab ein Autogramm von Sharin Foo.

Genaugenommen bin ich auch noch in sie reingeschubbert, als ich mich direkt nach dem Konzert im engen, dunklen Garderobengang irgendwie komisch umdrehte, und sie gerade zum Merch-Stand eilte. Vor dem Konzert sahen wir, wie sie die Merch-Kisten höchstdarselbst auf den Tisch hievte. Die Wikingerfrau ist ja gewohnt, alles selbst zu machen, seit sie Erik verabschiedete mit „Und wenn du an so ein Gebäude mit gekreuzten Stäben obendrauf kommst, bring einen Leuchter mit.“ 

Volker Paul:

Wie bekommst Du das nur immer hin, dass Du gleich irgendwie in Kontakt mit diesen Typen kommst? Sieht Sharin Foo in echt auch so kühl, blond und aufregend aus wie auf den Fotos?

Christian Erdmann:

Also daß sie mich da im Korridor elektrisch auflud, war ja reiner Zufall, und am Merch-Stand war sie zwar sehr blond und aufregend, wirkte aber sehr zugänglich, also kaufte ich eine 7″ von ihr und nahm all meinen Schuljungen-Mut zusammen, „Would you sign it?“

Trotz Zugänglichkeit – sie hat Augen, daß du in Nullkommanichts zu einem beschleunigten System wirst und aufpassen mußt, daß du dich nicht einfach in deine Atome auflöst. Unwirklicher Scheiß, das Leben. 

Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.
Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.
Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.
Sharin Foo in "Attack Of The Ghost Riders", Video by The Raveonettes.

21.02.2011

Christian Erdmann:

Die Raveonettes sind auch schon wieder da, kann wieder prima ein kleiner Dream Man aus einer dunklen Lynchfilmecke kommen und rückwärts dazu tanzen.

The Raveonettes, Sharin Foo, Sune Rose Wagner.
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Aljoscha der Idiot

Aljoscha der Idiot – Playlist

Aljoscha der Idiot, Roman von Christian Erdmann, Playlist.
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Kunsthalle

4000 x 2 = 8000 Indianerzelt

4000 x 2 = 8000 Indianerzelt. Von Christian Erdmann

4000 x 2 = 8000 Indianerzelt

Materialien: Filzstift, Schreibheft

Von Christian Erdmann, 6 oder 7 Jahre alt

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The Everlasting Gaze

Warszawa

Christian Erdmann, Warszawa, David Bowie.

Listening to „Warszawa“ in Warszawa, 20/08/2019