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The Everlasting Gaze

My Mother & Saint Peter

Als sie 8 Jahre alt war, spielte sie in einer Aufführung zu Weihnachten einen Engel. Sie hatte eine einzige Zeile zu sprechen. Sie zupfte Petrus aufgeregt am Ärmel und rief: „Und nicht wahr, du sagst Bescheid, ob auch alle Erdenleute sagen, daß wir Sternchen tragen?“

Maria Erdmann, Mutter des Autors Christian Erdmann.

Her name was Maria. She died one Christmas Eve. One silent night and holy night.

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Instagram Journal

aj_graveyards presents christi_erdmann [I]

„aj_graveyards Feature: christi_erdmann“

29.07.2021

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Musik

Peter Thomas Sound Orchester

Peter Thomas Sound Orchester. Von Christian Erdmann. Bild: Tamara Jagellovsk (Eva Pflug) in "Raumpatrouille".

Peter Thomas! Für den will ich eine Lancet brechen. Der „Raumpatrouille“-Soundtrack beginnt so sexy, daß man gleich eine Party imaginiert mit „Girls“ in Minirock und Lederstiefeln, deren Körper sich zur ultra-avantgardistischen Musik winden. Die 25-DM-Kaufhausorgel, die man Ray-Manzarek-Gedächtnisorgel nennen müßte, wenn Peter Thomas nicht früher da gewesen wäre, swingt, wie nur Kaufhausorgeln das konnten. Gut, eigentlich beginnt der Soundtrack mit diesem durch den Vocoder geschickten Countdown „… sieben… sechs… fünnef…“ Hm. Und schon das zweite Stück ist so krank, daß die Girls kichern über den unmöglichen Blödi, der die Musik ausgesucht hat. Dann aber „Love In Space“, ein schwüles Saxophon, das in jeden David-Lynch-Film passen würde. Überhaupt glaube ich, daß Barry Adamson eine Menge Peter-Thomas-Platten im Schrank hat. Und es waren Pulp, jawohl die großartigen Pulp, die für „This Is Hardcore“ den Anfang von „Bolero On The Moon Rocks“ als Sample verwendeten. Dann ufert das Ganze natürlich vollends aus. Schrill, kreischend, Igor Strawinsky im Flitzi-Cola-Rausch. „Landing On The Moon“ macht klar, daß auch Unterhaltungscombos auf dem Mond denselben Schnappndappn spielen werden. Der Klassiker fürs Starlight Casino: „Pizzicato In Heaven“. Minimalistisch und cool. In „Outside Atmosphere“ gibt es ein Intermezzo, das aber GENAU so klingt, als ob dem Bordcomputer noch ein paar Gedanken ausgluckern, bevor er abschaltet, aber GENAU so. „Take Sex“ erinnert mehr an Urwald als an Weltall. Tarzan übt Scat-Gesang. Warum auch nicht. Die Mädels sind eh schon alle gegangen. „Jupiter’s Pop Music“ hat Peitschenknallen und diesen Kriminaltango-Twang irgendwo zwischen Edgar Wallace und Mackie Messer. Weiß der Himmel. Und dann habe ich noch irgendwo ein Stück, das Peter Thomas offenbar für eine lesbische Nummer in irgendeinem St. Pauli-Film beigesteuert hat, denn es heißt „Lesbische Nummer“. Stöhn. Ach ja. The Golden Rage of Grotesque.

[SPIEGEL ONLINE Forum, 13.10.2006]

„So verwundert es nicht, dass eines Tags Jarvis Cocker, Frontmann der englischen Formation Pulp, bei Thomas anrief und nach dessen Vater verlangte. Er wolle einen Teil der ‚Raumpatrouille‘- Musik für den Pulp-Titel ‚This Is Hardcore‘ verwenden und brauche dazu die Genehmigung des Komponisten. Als Thomas, der Jarvis Cocker erst für Joe Cocker hielt, entgegnete, er selbst sei der Gesuchte, reagierte der verblüffte Popstar mit den Worten: ‚Aber Sie müssen doch tot sein.'“

[aus: wittkowsky.net/Peter-Thomas-Filmmusik]

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Today's Best Song Ever

Today’s Best Song Ever: U2 – New Year’s Day

Today's Best Song Ever: U2 - New Year's Day. Bild: Winternacht von Christian Erdmann.

Mein erstes Semester als Student der Philosophie, ein Logik-Tutorium, bei dem die Tutorin uns „The Annotated Alice“ (In Wonderland / Through The Looking-Glass) empfahl, der Nachmittag, an dem ich „War“ von U2, „Burning From The Inside“ von Bauhaus und Alice nach Hause brachte. Zu „Burning From The Inside“ war ich einem elegant begeisterten Review der VOGUE gefolgt, „War“ wurde lebenswichtig, als ich „New Year’s Day“ im Radio hörte. Mit diesem Song stahlen sie mein Herz.

Dramatik von der ersten Sekunde an, und von der ersten Sekunde an hört man auch, was Brian Eno als my first of impression of U2, and my lasting impression of U2 bezeichnet: a band in the way that very few people are bands.

Vier Menschen, die zusammen etwas erschaffen, das größer ist als alles, was jeder von ihnen mit anderen Musikern oder Sängern erschaffen könnte. Vier Menschen mit einer Art von commitment, von Hingabe, die ihrer musikalischen Mission ihre Einzigartigkeit verleiht. Es ist der Glaube an einen spirit, der keine Unverbindlichkeit kennt und der ihren besten Songs eine Intensität beyond comparison verleiht. The Edge sagt während der Aufnahmen zu „The Unforgettable Fire“: „There’s something that works through us to create in this way.“ U2 machen es sich mit jedem Album aus vielen Gründen schwer, aber es scheint, als hätten sie immer alles verworfen, was die Präsenz des fünften Bandmitglieds vermissen ließ, jenes something that works through us.

Wahrhaftigkeit, Ernsthaftigkeit, Leidenschaft, Sehnsucht, Eindringlichkeit, Wehmut, Euphorie, schiere Energie. Darum geht es bei U2, um Erneuerung von Energie. Um House of Sinn versus mauvaise foi. Um den Energieschub in etwas Wahrhaftiges hinein.

Das Piano, drei Töne und es ist kalt, und vor uns liegt unendliche Weite. Was immer da wartet, „New Year’s Day“ begegnet ihm furchtlos. Der Song ist inspiriert von den Ereignissen in Polen zu Beginn der 80er, ohne spezifische Referenz indes (was ihn zeitlos macht), und er ist zugleich ein Liebeslied, einer von so vielen Songs im U2-Oeuvre, die verschiedene Bedeutungslinien ineinander verweben. Die Stille am Neujahrsmorgen, eine Welt in Weiß und ein Himmel in Blutrot, NOTHING CHANGES ON NEW YEAR’S DAY vs. I WILL BEGIN AGAIN. I WILL BE WITH YOU AGAIN.

„Eine unerhörte Anstrengung steht bevor: Auflehnung gegen die Macht der Bedingung. Gegen die Macht der Ohnmacht. Gegen die Hölle der Situation. Das nicht länger verleugnete Gefühl wartet auf die Tat. Mit Aufruhr das Meer geteilt, Bug der Schmerzen! Mit Liebe durchbrennen, was Haß auslöst. Aufstand gegen das Festsitzen. Von unter der Haut springen die Funken über.“ („Aljoscha der Idiot“, S. 217).

Bono: „It is about having the faith to break through and survive against all odds. Love is a very powerful thing. There’s nothing more radical than two people loving each other.“

„‚New Year’s Day‘ keeps building to impossible musical peaks, with Bono soaring right along with his heart fully exposed at every note.“ (Jim Beviglia, americansongwriter.com).

Building to impossible musical peaks: Edges Gitarre ist unreal, kommt von einem anderen Planeten. Adam Claytons ominös treibende Basslinie basiert auf seinem vergeblichen Versuch, „Fade To Grey“ von Visage zu spielen. Bonos Gesang: Hoffnung, die sich nicht unterdrücken läßt, der Wille zum Widerstand. Bei den Dreharbeiten zum Video sind die vier dann allerdings von den Szenen, bei denen sie knöcheltief im Schnee stehen, derart durchgefroren, daß die vermummten Gestalten, die Pferde durch die Schneelandschaft reiten, tatsächlich von vier schwedischen Mädchen dargestellt werden.

Schnee am Neujahrstag ist selten geworden, aber wenn ich diesen Song höre, ist da Schnee.

013

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Instagram Journal

project_necropolis presents christi_erdmann [I]

„PROJECT_NECROPOLIS presents christi_erdmann“

19.07.2021

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The Everlasting Gaze

Ray of Light

Christian Erdmann, Ray of Light.
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Film

Lee Miller in „The Blood of a Poet“

„Le sang d’un poète“ („The Blood of a Poet“), Jean Cocteau, 1932.

Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
Lee Miller in "Le sang d'un poète" ("The Blood of a Poet"), Jean Cocteau, 1932.
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Travelogue

Jüdischer Friedhof Hamburg Altona

Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.
Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.

Der Jüdische Friedhof Altona (auch, auf den sephadischen Teil des Friedhofs bezogen, Portugiesenfriedhof an der Königstraße), wurde 1611 angelegt. Er gilt aufgrund seines Alters und der großen Zahl erhaltener Grabsteine (rund 7600 von 8474, die man bei der Schließung des Friedhofs 1869 gezählt hatte) als eines der bedeutendsten jüdischen Gräberfelder der Welt.

Hier wurden Mitglieder der jüdischen Gemeinden aus Altona und Hamburg beerdigt: Sepharden ursprünglich spanisch-portugiesischer Herkunft und Aschkenasim, mittel- und osteuropäische Juden.

Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.
Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.

1611 erwarben portugiesische Juden aus Hamburg ein Stück Land von Graf Ernst III. von Holstein-Schauenburg und Sterneberg auf dem Altonaer Heuberg als Friedhof. Die Hochdeutsche Israeliten-Gemeinde zu Altona erwarb kurz darauf in unmittelbarer Nachbarschaft ihrerseits ein Begräbnisgelände. Beide Friedhöfe bilden heute den Jüdischen Friedhof Altona.

Zwischen 1668 und 1806 wurde der aschkenasische Friedhofsteil mehrfach erweitert, so daß er mehr und mehr mit dem Portugiesenfriedhof zusammenwuchs.

Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.
Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.

Bei der Schließung des Friedhofs im Jahre 1869 befanden sich auf dem Portugiesenfriedhof 1806 Grabmale, auf dem aschkenasischen Friedhof im Altonaer Teil 6000 und im Hamburger Teil 668.

Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.
Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.
Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.
Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.
Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.
Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.

Nur eine Person wurde pro Grab beigesetzt. Die sephardischen Grabmale sind liegende Platten oder zeltförmig. Auf den aufrecht stehenden aschkenasischen Grabsteinen sind oft ikonische Zeichen abgebildet, z.B. segnende Hände oder eine Hand mit einer Schreibfeder. Die Grabmale sind aus Marmor, Kalkstein oder Sandstein. Etwa 200 wurden 1939 zerschlagen für einen Sportplatz auf dem Friedhofsgelände. Zu weiteren Zerstörungen kam es durch Erschütterungen und umherfliegende Trümmerteile bei der Operation Gomorrha, Erschütterungen durch die unterirdisch verlaufende S-Bahn, Vandalismus und Diebstahl.

Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.
Jüdischer Friedhof Hamburg Altona.
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Today's Best Song Ever

Today’s Best Song Ever: Trent Reznor – Driver Down

5 Minuten 20 Sekunden Höllenbrand, Rütteln am Grabstein der geistigen Gesundheit, die psychogene Fuge von „Lost Highway“ in nuce, ein so perfektes Stück, daß man wie Baudelaire „Oft trägt mich die Musik zu meinem bleichen Stern“ etc etc. Im Film bleibt davon naturgemäß nur ein Auszug, aber den Schnitt auf den Wüstenhighway in dem Moment, als Reznors Stück nicht mehr zu halten ist, finde ich ähnlich genial wie Kubricks berühmten Schnitt in „2001: A Space Odyssey“ oder David Leans berühmten Schnitt in „Lawrence of Arabia“.

Patricia Arquette in "Lost Highway", Regie David Lynch.

012

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The Everlasting Gaze

Polandroid

Christian Erdmann, Polandroid.